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Donnerstag, 28. August 2025

Oberberg Fachklinik Fasanenkiez Berlin

 Oberberg Fachklinik Fasanenkiez Berlin

© Oberberg Klinik

Die Oberberg Fachklinik Fasanenkiez ist eine private Kinder- und Jugendpsychiatrie, daher können im Regelfall nur Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene mit einer privaten Krankenversicherung aufgenommen werden.

Aufgenommen werden Patienten im Alter von ca. 6-21 Jahren,  behandelt wird das gesamte Spektrum an psychischen und psychosomatischen Erkrankungen mit der Ausnahme von akuter Eigen- und/oder Fremdgefährdung.

Die Klinik ist unterteilt in 3 Stationen:

Station Grün: 14-21 Jahre, es gibt die Möglichkeit am DBT Programm teilzunehmen
Station Blau: 8-21 Jahre, meistens aber eher bis ca. 16 Jahren, es gibt die Möglichkeit auf Englisch behandelt zu werden und richtet sich daher auch an internationale Patienten
Station Orange: 6-21 Jahre, Schwerpunkte sind Essstörungen sowie psychische Erkrankungen bei Kindern, die Station ist außerdem barrierefrei

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer, es gibt auch die Möglichkeit teilstationär aufgenommen zu werden, dann wird aus einem Doppelzimmer tagsüber ein Dreibettzimmer. 

Die Einsenderin wurde auf Station Grün für 4 Monate behandelt.

Der Tag startet um 08.00 Uhr mit dem Frühstück, um 12.15 Uhr gibt es Mittagessen, um 18.30 Uhr ist Abendessen und ab 22.00 Uhr ist Zimmerzeit.  Am Wochenende sind die Mahlzeiten individuell. 

Therapien: Einzeltherapie (4x 25 Minuten), Ernährungstherapie,Kunsttherapie,Sporttherapie,Ergotherapie, Musiktherapie, Yoga, Open Staff (eine Art Visite), Patient*innenrat, Sozialberatung und jeder Patient kriegt individuell zwei Gruppentherapien verordnet wie z.B Skillsgruppe, Selbstwertgruppe, Wahrnehmungsgruppe oder Achtsamkeitsgruppe 

Sein Handy darf man durchgängig haben und kann jederzeit in den Ausgang gehen außerhalb von Therapien und Mahlzeiten. Jedes zweite Wochenende kann man für eine Nacht Zuhause übernachten, an Feiertagen gibt es individuell Absprachen. 

Die Aufenthaltsdauer ist individuell, während die Einsenderin dort war war von 1-9 Monaten alles dabei, die Einsenderin hat auf ihre Aufnahme ca. 1 Monat gewartet, aber auch das ist individuell. 

Die Einsenderin schreibt:

Insgesamt mochte ich die Klinik sehr gerne, da sie sehr realitätsnah ist. Da ich es aus anderen Kliniken kannte, dass man dort sehr abgeschirmt war, dies war bei dieser Klinik nicht der Fall. Dort war man direkt in der Stadt und konnte auch jederzeit raus. Außerdem war das Therapieangebot sehr gut, wenn auch meiner Meinung nach etwas wenig. Die Therapeuten waren sehr nett, und auch das Pflegepersonal war insgesamt freundlich und bemüht, wobei es dort wie auch sonst überall ein paar Schwarze Schafe gab.  Mein einziges Manko ist, wie auch in anderen Oberberg Kliniken dass ich sehr häufig das Gefühl habe, nur das Geld wegen dort angenommen zu werden und nur ein zahlender Kunde zu sein und nicht wirklich ein zu behandelnder netter Mensch ,da es sehr viel um wie wird das jetzt gezahlt? Wer macht das jetzt wie? ging.Grundsätzlich würde ich aber dennoch wiederkommen. 

© Dietrich Kühne

© Dietrich Kühne

© Dietrich Kühne

© Dietrich Kühne

© Oberberg Klinik


© Einsenderin

Montag, 5. Mai 2025

Hospital zum heiligen Geist - Psychosomatik - 3. Nord

 Hospital zum heiligen Geist - Psychosomatik - 3. Nord


In der Psychosomatik im Hospital zum heiligen Geist in Frankfurt gibt es zwei psychosomatische Stationen (Station 5 Nord und Station 3 Nord). Vor einigen Jahren gab es schon einen Beitrag zu Station 5 Nord, heute geht es um Station 3 Nord.

Behandelt werden auf beiden Stationen jegliche psychosomatische Krankheitsbilder mit den Schwerpunkten auf komplexe Traumafolgestörungen, somatoformen Störungen und Schmerzstörungen, Esstörungen sowie Angsterkrankungen und Depressionen.

Es gibt 15 stationäre Behandlungsplätze in Doppelzimmern, es gibt ein einziges Einzelzimmer mit extra Warteliste (sehr viel länger). Auf der anderen Station gibt es auch ein Dreibettzimmer. Außerdem sind 5 tagesklinische Patienten auf Station.

Die Station wird in 2 Gruppen aufgeteilt a 10 Personen. Die jeweilige Gruppe hat dann alle Therapien zusammen (siehe Therapieplan). Der Plan ist jede Woche der selbe.

Die Klinik arbeitet nach einem einem psychoanalytischen, konfliktzentrierten Konzept. Es wird daher viel über die Dynamiken innerhalb der Gruppe gesprochen wird (wer was in wem auslöst, etc.).

Therapien: Einzeltherapie (2x 50 Min.), 1-2x Bezugspflegegespräch, therapeutische Kleingruppe / Gruppentherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Atemtherapie, Körperpsychotherapie, Walking-Gruppe, Fitnessgruppe, PMR., Ernährungstherapie

Je nach Krankheitsbild kann man noch in die  DBT Gruppe, eSchmerzgruppe oder Traumagruppe eingeteilt werden. Es besteht die Möglichkeit einer Traumakonfrontation (EMDR oder IRRT).

Zusätzlich kann man Physiotherapie oder weitere Angebote (Körpertherapie alleine, Klangschalentherapie alleine, etc.) bekommen.

Zum Essstörungskonzept:
Es gibt keinen Mindest BMI, wenn man allerdings körperlich zu schlechte Werte hat kommt man erstmal auf die somatische Station im Haus. Es gibt ein Basisgewicht (+4kg zum Aufnahmegewicht). Bis dahin ist der Ausgang beschränkt auf 2-4 Stunden je nach Entwicklung und man kann am Wochenende nicht nach Hause. Ziel ist ein 18,5 BMI. Man muss mindestens 0,5kg pro Woche zunehmen, wenn man das nicht schafft gibt es Fortimel (überwacht+ Sitzzeit) und bei 3x wird man entlassen (wobei die mit sich reden lassen). Man kann auch eine Sonde bekommen. Wiegen ist 2x wöchentlich. Es gibt 3 Hauptmahlzeiten zu denen man anwesend sein muss, allerdings wird nichts kontrolliert. Im Untergewicht darf man an keinen Bewegungstherapien teilnehmen.Das Konzept ist sehr eigenverantwortlich. Man muss ein Essenstagebuch führen, was in der Bezugspflege besprochen wird.
Man kann essen was man möchte, solange man wöchentlich die 500g zunimmt. Über Essen/ Symptomatik wird wenig gesprochen, es geht um das dahinter. Oft wird ein Intervall angeboten, sodass man nach einigen Monaten nochmal kommt. Im Untergewicht ist es nicht möglich in den teilstationären Bereich zu wechseln.

Die meisten Patienten bleiben 8-10 Wochen mit Essstörung kann man maximal 12 Wochen bleiben. Häufig ist man die letzten 2-3 Wochen teilstationär, um einen sanften Übergang zu schaffen.

Man hat freien Ausgang außer wie geschildert teilweise als Essstörungspatient.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: Außergewöhnlich gute Pflege (kennen sich gut im Traumabereich aus), kompetente Therapeuten, guter Austausch innerhalb des Teams, viel Unterstützung (wenn man sie denn einfordert), kurze Wartezeiten, gute körperliche Betreuung (regelmäßige Blutabnahmen, EKG) Contra: Viel Eigenverantwortung, gerade bei Essstörungen nur empfehlenswert wenn man sehr reflektiert ist/ schon Vorbehandlung hatte, typisches Krankenhausessen, viel Therapieausfall Empfehlenswert für alle, die nichts mit verhaltenstherapeutischen Konzepten anfangen können und konstante Ansprechpartner brauchen. Besonders bei PTBS zur Stabilisierung (nicht unbedingt Konfrontation) und für Depressionen/ Ängste. Bei Essstörungen nur mit genug Eigenmotivation.





Montag, 20. Januar 2025

Schönklinik Bad Arolsen - Team 2 (Essstörungen)

 Schönklinik Bad Arolsen - Team 2 (Essstörungen)

(C) Schön Klinik Arolsen

 Die Schön Klinik Bad Arolsen ist eine psychosomatische Fachklinik, aufgeteilt in den Erwachsenen und Jugendbereich. Es gibt bereits zu verschiedenen Teams- und Abteilungen der SK Bad Arolsen Beiträge auf unserer Seite.


Heute geht es um das Team 2, welches sich im Haus Hofgarten befindet. Behandelt werden dort Erwachsene ab 18 Jahren mit allen Formen der Essstörungen (ab einem BMI von 13), es sind hauptsächlich Privatversicherte bzw. Zusatzversicherte in diesem Team, manchmal auch gesetzlich versicherte. Alle Privatpatienten haben ein Einzelzimmer, als gesetzlich versicherte Person kann man auch im Doppelzimmer landen.

Man bekommt entweder einen Gewichtszunahmevertrag (bei einem BMI unter 18,5) oder einen Gewichthaltevertrag (ab BMI 18,5). Das Ziel ist es ein BMI von 20 zu erreichen.

Es wird mit einem Tisch-System gearbeitet:
Tisch 1: Frühstück- und Mittagessen begleitet
Tisch 2: Portionieren beim Mittagessen wird begleitet
Tisch 3: unbegleitet

Man kann Zwischenmahlzeiten bekommen.

Es gibt eine Richtmenge, die jeder Patient essen soll:
Frühstück: 2 Brötchen + Butter + flächendeckender Belag
Mittagessen: 1 Portion + Dessert
Abendessen: 3 Scheiben Kastenbrot/ 2 Scheibeb ovales Brot + Butter + flächendeckender Belag + 1 Salat mit 1 Kelle Dressing

Es kann individuelle Erhöhungen geben oder Fresubinauflagen bekommen. Patient:innen die größer als 1,75 m sind bekommen automatisch bei allen Mahlzeiten die 1,5x Richtmenge.

Therapieangebote: Einzeltherapie, Cotherapieeinzel, Einzel Ernährungsberatung, Basis Psychotherapiegruppe (2x 120 min.), Basis Essstörung (1x 50 Min.), Ernährungstheorie (6x während des Aufenthalts), Indikativ Esstörung (6x), Aufbau gesundes Bewegungsverhaltens (6x), Kunsttherapie, Körperbild, Achtsamkeit und Körperakzeptanz, Indoor- und Outdoorsport, Musiktherapie, Tanztherapie, Skillsgruppe (je 4 Termine)

Die Aufenthaltsdauer beträgt bei Patienten mit Aufnahme BMI > 18,5 6-10 Wochen, bei Patienten die im Untergewicht aufgenommen werden bis sie den BMI 20 erreicht haben + zwei Wochen die als Haltephase gilt.

Die Wartezeit ist sehr unterschiedlich, die Einsenderin hat ca. 4,5 Wochen gewartet. 

Handy darf man durchgängig haben; Beurlaubungen sind für 1 Nacht möglich und werden vor- und nachbesprochen.

Die Einsenderin schreibt:

Mir hat die Station den Arsch gerettet und mir extrem geholfen, das ganze Team arbeitet eng zusammen und ist sehr wohlwollend. Man wird als Mensch und nicht lediglich als Essstörung gesehen. Vor allem meine BT hat mir sehr geholfen und mich weiter gebracht. Besonders positiv: es wurde mir ermöglicht eine Traumatherapie zu machen ab BMI 20 sowie die Teilnahme an einer stationsübergreifenden PTBS-Gruppe.  Ich kann die Klinik nur sehr empfehlen!!!!

 

(C) Einsenderin

 






Montag, 16. Dezember 2024

Uniklinikum Erlangen - Psychosomatik Station P22

Uniklinikum Erlangen - Psychosomatik Station P22

(C) Uniklinikum Erlangen

 Im Uniklinikum Erlangen gibt es eine psychosomatische Station mit 22 Behandlungsplätzen. Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit verschiedensten psychosomatischen Erkrankungen wie Essstörungen, Depressionen, Angst-, Zwangs- & Persönlichkeitsstörungen, AD(H)S oder somatoforme Störungen.  Außerdem gibt es eine extra Gruppe für Post-Covid Patienten. Nicht aufgenommen werden Patienten mit Substanzabhängigkeiten, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, akuter Suizidalität oder Essstörungen bei einem BMI unter 13.

Die Einsenderin wurde schwerpunktmäßig wegen einer Essstörung behandelt.

Es gibt überwiegend Doppelzimmer mit eigenem Bad und Balkon, die beiden Einzelzimmer die es gibt (ohne Balkon), werden nur an Patienten vergeben, die einen bestimmten Grund haben, weshalb ein Doppelzimmer für sie schwierig ist. Die Zimmer werden willkürlich eingeteilt, also ist es nicht selten dass sich 20 jährige mit 60jährigen ein Zimmer teilen. Auch kann es sein, dass Bulimiker und Emetophobiker zusammen auf einem Zimmer sind. Die Zimmer werden täglich gereinigt.

Es gibt drei feste Mahlzeiten am Tag: Frühstück (07.30 - 08.30), Mittagessen (12.00 - 12.30) und Abendessen (18.00 - 18.30). Essstörungspatienten nehmen zusätzlich Zwischenmahlzeiten zu sich und essen am gemeinsamen Esstisch, der Mittags und Abends von Therapeuten oder jemandem von der Pflege betreut wird. Alle anderen können entweder gemeinsam im Aufenthaltsraum, im Zimmer oder bei schönem Wetter auch draußen auf dem Balkon essen.

Essstörungspatienten werden je nach BMI in verschiedene Programme eingeteilt, je niedriger das Programm, desto weniger Freiheiten hat man und bei desto weniger Therapien darf man teilnehmen. Das Essen muss (egal welcher BMI) immer ganz aufgegessen werden, wird das nicht gemacht bekommt man 24h Zimmerarrest, muss sein Handy abgeben und darf nicht bei den Therapien teilnehmen. Ziel BMI ist sehr individuell, aber mindestens 19.

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min.), Skillsgruppe (2x 50 Min.), Interaktionsgruppe (2x 90 Min.), Kunst- und Ausdruck (1x 165 Min.), Körper- und Bewegung (1x 165 Min.), Bewegung & Entspannung (2x 30 Min.)

Zudem kann man sich 1x/Woche bei der medizinischen Sprechstunde vorstellen, wenn man ein medizinisches Anliegen hat. Essstörungspatienten haben zudem 1x/Woche eine Essstörungsgruppe á 45min sowie eine Kochgruppe (an diesem Tag wird abends auch warm gegessen) Freitags trifft sich die gesamte Station zum Stationsforum, um die neuen Dienste zu losen und mögliche Verbesserungswünsche zu äußern. Am Sonntagabend erzählt jeder von seinem Wochenende. Neben den üblichen Therapien hat man die Möglichkeit in eine Bezugspflege zu gehen, mit der man individuell Termine vereinbaren kann (ca. 1-2 Termine pro Woche). Die Bezugspflege ist aber freiwillig, einige Patienten haben auch keine.

Ein Mal pro Woche ist Gruppenausgang, bei dem alle Patienten gemeinsam etwas unternehmen sollen. 2x/Woche ist fernsehfreier Abend, ansonsten steht der Fernseher im Aufenthaltsraum für Filmeabende bereit.

Durchschnittlich bleibt man etwa 8 Wochen auf Station, Post-Covid Patienten 5 Wochen. Manchmal wird verlängert. Die Ausnahme sind Essstörungspatienten, die im starken Untergewicht kamen, diese können länger bleiben.


Wenn der BMI unter 13.5 gerät, bei starken Selbstverletzungen, Suizidalität etc. oder nicht ausreichender Mitarbeit (zB Verweigerung von Mahlzeiten) wird man auf die geschlossene Station verlegt.

Die Wartezeit beträgt etwa 4-5 Monate.

Sein Handy kann man durchgängig haben, es gibt kostenloses WLAN im ganzen Haus. Besuch kann man jederzeit außerhalb der Therapien bekommen. Während seines Aufenthalts darf/soll man 2x übers Wochenende nach Hause fahren, um zu sehen wie es läuft. Das Wochenende wird in der darauffolgenden Woche nachbesprochen. 

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
-
Team (besonders die Pflege) ist top
- Essen ist lecker
- die Sauberkeit

Kontra:
- das zweite Einzel die Woche fällt oft aus
-
zum Teil Gruppen-/Zimmereinteilung
- zeitlichbegrenzte Behandlung





(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 9. Dezember 2024

Uniklinikum Jena - Psychosomatik - Station 111

Uniklinikum Jena - Psychosomatik - Station 111

(C) Uniklinik Jena

Im Uniklinikum Jena gibt es in der psychosomatischen Abteilung eine Station. Aufgenommen werden Patient:innen von 18-65 Jahren. Behandelt wird das gesamte Spektrum der psychosomatischen Störungsbildern, der Schwerpunkt liegt auf Essstörungen (auch bei schweren Fällen mit einem BMI unter 12), Somatoformen Störungen und Depressionen.

Es gibt EInzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit eigenem Badezimmer.

Der Schwerpunkt liegt auf einem tiefenpsychologischen Ansatz, es wird überwiegend gruppenpsychotherapeutisch gearbeitet.

Therapien: Einzeltherapie, 2x die Woche tiefenpsychologische Gruppentherapie, Tanztherapie, "Naturraum", Bildgestaltung, Achtsamkeitsgruppe, Essstörungsgruppe, Entspannung

Man bleibt etwa 8-12 Wochen auf Station.

Sein Handy hat man durchgängig und auch Ausgang, aber erst ab 15.00 Uhr darf das Klinikgelände auch verlassen werden. Die ersten beiden Wochenenden muss man auf Station bleiben, ab dem 3. Wochenende MUSS man zur Beladtungserprobung nach Hause (was v.a. bei Essstörungen zu bedenken ist und für mich persönlich therapeutisch nicht sinnvoll war)

Die Einsenderin schreibt:

Das Essstörungskonzept kann ich nicht empfehlen. Was Ernährung angeht wird man komplett allein und in Selbstverantwortung gelassen. Das Personal ist zum Großteil unqualifiziert und unsensibel bzgl. Essstörungen. Ich war sehr unzufrieden und kann die Klinik mit Essstörung nicht empfehlen.


(C) Uniklinikum Jena


 

Montag, 29. April 2024

Schön Klinik Hamburg-Eilbek - Station 6D

 Schön Klinik Hamburg-Eilbek - Psychosomatik -  Station 6D 

(C) SK Eilbek

Die Schön Klinik Hamburg-Eilbek ist eine somatische, psychiatrische und psychosomatische Klinik und behandelt Patienten ab 18 Jahren. In diesem Beitrag wird es um die Station 6D gehen.

Aufgenommen auf dieser Station werden Patient*innen im jungen Erwachsenenalter von 18 Jahren bis ca. 27 Jahren. Es werden sowohl Kassen- als auch Privatpatienten behandelt. Es ist ein Altbau mit teilweiser Renovierung.

Die Station 6D knüpft noch an die Station 6C an, welche sich auf dem gleichen Stockwerk befindet und auf welcher Patient*innen der Allgemeinpsychosomatik behandelt werden. Die Zimmer für Patient*innen der Station 6D werden auch auf der Station 6C vergeben. Dadurch ergeben sich mehr freie Plätze. Beide Stationen sind aber genau nebenan. Es gibt hauptsächlich Doppelzimmer und einige Einzelzimmer. Letztere werden häufig für mobilitätseingeschränkte Patient*innen verwendet, im Einzelfall ist das Belegen eines Einzelzimmers auch aus anderen Gründen möglich, wie es auch bei der Einsenderin der Fall war.

Auf der Station 6D gibt es vier Teams:
Team D1A: Patient*innen mit Essstörung
Team D2A: Patient*innen mit Depressionen und Angsterkrankungen
Team D1B: Patient*innen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und Essstörung
Team D2B: Patient*innen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Einsenderin wurde im Team D1B für ca. 11½ Wochen behandelt.

Wenn man mit einer Essstörung dort ist wird mit einem 3 Phasen Konzept gearbeitet.

Stufe 1: Essbegleitung beim Mittagessen mit Portionstraining. Mit dabei ist immer die Ernährungstherapeutin selbst, eine Pflegekraft, die Stationsärztin oder ein Psychotherapeut, allerdings nur von Dienstag bis Freitag. Frühstück und Abendessen findet gemeinsam mit der Gruppe in einem kleinen Essensraum statt.

Stufe 2: Keine Essbegleitung und Portionstraining mehr. Frühstück darf alleine auf dem Zimmer eingenommen werden. Abendessen findet gemeinsam mit der Gruppe in einem kleinen Essensraum statt. Man darf sich eigene Aufstriche, Beläge etc. kaufen. Zusätzlich kommt die Lehrküche, das wöchentliche Abendessen in einem Restaurant mit der Gruppe (DinersClub) und einem wöchentlichen Kaffe- und Kuchen Trinken in einem Café mit der Gruppe hinzu (Kaffeeklatsch).

Stufe 3: Keine Essbegleitung und Portionstraining mehr. Frühstück und Abendessen darf alleine auf dem Zimmer eingenommen werden. Lehrküche, DinersClub und Kaffeeklatsch ist nach wie vor Teil der Therapie.

Das Essen in der Klinik selbst wird in einem Buffetwagen serviert. Light-Produkte o.ä sind verboten zu kaufen. Zusätzlich muss täglich ein Essprotokoll geschrieben werden, ebenso nach dem DinersClub, dem Kaffeeklatsch und nach der Lehrküche (Reflexionsbogen). Bei zu niedrigen Gewicht wird ein Gewichtsvertrag geschlossen.

Im D1B-Team werden folgende Therapien fest angeboten: Einzeltherapie (1× 50 min. die Woche oder 2× 25 min.), Skillsgruppe 1 und 2, Basisgruppe, Morgenrunde (inkl. Wochenzielen), Achtsame Bewegungstherapie, Physiotherapie, SKT, Sozialtherapiegruppe, PMR, Basisernährungsgruppe, Lehrküche, Ernährungsberatung (ca 1x 30 MIn. die Woche), Körperskillsgruppe (1× pro Aufenthalt)

Außerdem hat man mindestens 1× Woche ein Bezugspflegegespräch (ca. 30 Minuten). Für die achtsame Bewegungstherapie findet ein Vorgespräch statt, um der Sporttherapeutin erste Informationen über sich selbst zu geben und um zu erfahren, wie die achtsame Bewegungstherapie abläuft. Die Visite findet wöchentlich am Donnerstag statt. Ebenso das wöchentliche Wiegen.

Es ist auch die Verordnung von individuellen Therapien möglich wie Maskengruppe, Kunsttherapie (offenes Atelier), Depressionsbewältigungsgruppe, Yoga, Körpererfahrungsgruppe und es gibt die Möglichkeit Gespräche beim Sozialdienst wahrzunehmen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit nach vorheriger ärztlicher Absprache einen Kraft- und Trainingsraum zu nutzen.

Das DBT-Programm läuft dort in folgendem Konzept:

Es gibt eine Skills 1 (Stresstoleranz) und Skills 2 Gruppe (Emotionsregulation und zwischenmenschliche Fertigkeiten). Sobald man die Module der Skills 1 Gruppe abgeschlossen hat, stellt man in der nächsten Visite ein Plakat vor. Danach ist man in der Skills 2 Gruppe.

Selbstverletzungen werden dort geduldet, da es zum Krankheitsbild gehört. Allerdings muss natürlich eine Verhaltensanalyse geschrieben werden und man bekommt ein 2-Stunden-Timeout. Ist aber natürlich nicht gerne gesehen und umso länger man in der DBT-Therapie ist, umso weniger SVV wird erwartet.
Ist das nicht der Fall, könnte das als Problemverhalten/therapieschädigendes Verhalten angesehen werden und man wird darauf aufmerksam gemacht das Erlernte anzuwenden.

Der Konsum von Alkohol, Drogen o.ä. ist, mit Ausnahme von Zigaretten, strengstens untersagt. Bei geringsten Delikten diesbezüglich wird man rausgeworfen.

Nach dem DBT-Programm gibt es auch die Möglichkeit einer teilststionären Weiterbehandlung in einer Tagesklinik. (je nach Wohnort)

Es gibt Waschmaschinen (eine Wäsche 2€), Trockner (kostenlos) und Wäscheständer. Letztere sind aber heiß begehrt 😉

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
- Super nettes und größtenteils wirklich kompetentes Personal
- Lage (direkt an einem Park mit angrenzender S-Bahn Station)
- Man bekommt "Laufzettel", um in den ersten Tagen überall richtig zu sein
- Sehr toll umgesetztes DBT-Konzept, vor allem die Skills 2 Gruppe kann ich wirklich empfehlen
- Bei Bedarf werden auch umfangreiche körperliche Untersuchungen durchgeführt (z. B. Knochendichtemessungen, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung)
- Die Diary-Card jeden Tag zu schreiben war für mich sehr wertvoll und gut für die Reflexion

Kontra:
- Essen ist dort leider echt nicht das Beste
- Einzelne Mitpatient*innen legten zu meiner Zeit dysfunktionales Verhalten an den Tag, welches andere mit schädigte
- Zimmer dort könnten sauberer sein
- Der Pflegestützpunkt dort hat "Öffnungszeiten ". Zwar kann man in dringenden Angelegenheiten natürlich immer klopfen, aber es gibt einen das Gefühl immer erst abwägen zu müssen ob das Anliegen wichtig genug ist.
- Station etwas heruntergekommen, man merkt dass sie ihre besten Zeiten hinter sich hat


Trotz einiger Nachteile kann ich das DBT-Programm dort empfehlen, wenn man bereit ist, etwas an sich zu ändern. Mir hat es sehr geholfen.
(Alle Informationen und Angaben ohne Gewähr.)

 
 




(C) Fotos: Einsenderin



 

Montag, 13. November 2023

RKH Gesundheit Klinikum Ludwigsburg - Kinder- und Jugendpsychosomatik

 RKH Gesundheit Klinikum Ludwigsburg - Kinder- und Jugendpsychosomatik

(C) RKH Gesundheit
 

In Ludwigsburg gibt es eine Station für Kinder- und Jugendpsychosomatik mit 8 Betten. Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche von ca. 8-17 Jahren mit verschiedensten psychosomatischen Krankheitsbildern wie Essstörungen, Angststörungen, Depressionen, chronische oder psychogene Schmerzen (wie z.B Kopf- oder Bauchschmerzen ohne körperliche Ursache), Ausscheidungsstörungen (wie z.B nicht organisches Einnässen) oder Schwierigkeiten bei der Bewältigung von chronischen körperlichen Erkrankungen wie z.B Diabetis. Nicht aufgenommen werden Kinder und Jugendliche mit Eigen- oder Fremdgefährdenen Verhalten sowie starken Störungen des Sozialverhaltens.

Es gibt zwei Dreibettzimmer sowie ein Doppelzimmer. Die Zimmer sind normale Krankenhauszimmer auf der Kinderstation. Es gibt ein Kuschelzimmer, zum einspannen und toben, ein Bastelzimmer zum Kreativ sein und ein Spielzimmer u.a mit Tischkicker.

Der Tag startet um 06.30 Uhr, wo man geweckt wird, um 07.15 Uhr gibt es Frühstück (man hat regelmäßigen Frühstücksdienst wo man dann beim Frühstück hilft), um 08.00 Uhr gibt es ein gemeinsames Bewegungsangebot, anschließend geht man bis 10.30 Uhr in die Klinikschule, danach hat man verschiedene Therapieangebote, um 12.30 Uhr ist Mittagessen. Danach gibt es Gruppentherapie sowie individuelle Angebote, um 18.00 Uhr ist das gemeinsame Abendessen. Um 20.15 Uhr machen alle Patienten sich Bett fertig und gehen auf die Zimmer, um 21.00 Uhr ist dann Nachtruhe und Licht aus.
Montags und Freitags kocht ein Patient gemeinsam mit einem Betreuer.

Insbesondere für Essstörungspatienten gibt es noch 3 Zwischenmahlzeiten um 10.30 Uhr, 15.30 Uhr und 19.30 Uhr. Es gibt keinen Mindest-BMI zur Aufnahme und durch die Nähe zur Pädiatrie kann man auch bei körperlichen Problemen dort behandelt werden. Es wird mit einem Stufenplan gearbeitet.

Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch orientiert.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, SKT, Ernährungsberatung, Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, erlebnispädagogische Angebote

Jeden Donnerstag Nachmittag ist Visite, Mittwoch Nachmittag findet ein gemeinsamer Ausflug statt und am Montag Nachmittag eine Montagsaktivität auf Station.

Dienstags und Freitags ist von 15:30-17:45 Besuchszeit. Ausgang wird individuell geregelt, Wochenendbeurlaubungen sind möglich und werden auch individuell besprochen.

Man bleibt ca. 8 Wochen auf Station, manchmal aber auch kürzer oder länger.

Die Einsenderin schreibt.

Ich würde die Station auf jeden Fall weiterempfehlen, aber eben nur wenn man sich darauf auch einlassen kann und was ändern will.


(C) RKH Gesundheit

(C) RKH Gesundheit

(C) RKH Gesundheit


Montag, 16. Oktober 2023

ZIP Kiel - Psychosomatik - Station R1.31

 ZIP Kiel - Psychosomatik - Station R1.31

(C) Einsenderin

Die Station R1.31 ist eine psychosomatische Station mit 25 Behandlungsplätzen. Aufgenommen werden Patienten ab 18 Jahren mit Angststörungen, Depressionen, somatoforme Störungen sowie Essstörungen (Mindest BMI 13).


Es gibt Doppelzimmer mit eigenem Badezimmer.

Es wird nicht mit Sonden gearbeitet. Es wird ein Essstörungsbehandlungsvertrag geschlossen. Wenn man mehr als 1,5 kg abnimmt fliegt man von Station. Der Mindest BMI ist 13, wobei es aber auch auf den körperlichen Zustand ankommt. Es wird mit Trinknahrung als Unterstützung zur Zunahme gearbeitet.

Es gibt zwei verschiedene Essbereiche, einen Bereich wo alle Patienten ohne Essstörung essen sowie einen Essbereich, wo Patienten mit Essstörung essen und wo das Essen Morgens und Mittags begleitet wird.

Der Tag startet mit einer Morgenrunde, wo jeder Patient sagt wie seine Stimmung ist und was man sich für den Tag vorgenommen hat, Abends gibt es eine Abendrunde wo man sagt wie der Tag war.

Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch orientiert.

Therapien: EInzeltherapie, Kunsttherapie, Ergotherapie, Gruppentherapie, Essgruppe, Sport

Sein Handy darf man durchgängig haben. Ausgang und Beurlaubungen werden individuell geregelt, meistens geht man aber am Wochenende für eine Nacht nach Hause.

Durchschnittlich dauert die Behandlung 6 Wochen, es ist möglich anschließend in die Tagesklinik zu wechseln.

Die Einsenderin schreibt sie würde die Station weiterempfehlen, wenn man bereit ist es etwas ändern zu wollen, sie wird bald zum zweiten Mal auf die Station aufgenommen werden.


(C) Einsenderin


Montag, 9. Oktober 2023

Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret - Psychosomatik und Psychotherapie

 Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret - Psychosomatik und Psychotherapie

(C) Darmstädter Kinderkliniken

In
der Kinderklinik in Darmstadt gibt es eine psychosomatische Station für Kinder und Jugendliche mit 22 vollstationären Betten. Aufgenommen werden Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren mit den verschiedensten psychosomatischen Erkrankungen wie Essstörungen (insbesondere Anorexie), Somatoforme Störungen, dissoziative Störungen (z.B dissoziative Bewegungsstörungen), Anpassungsstörungen bei chronischen Erkrankungen (z.B Diabetis, Morbus Crohn), Emotionale Störungen im Kindesalter (z.B Ängste, Depressionen, soziale Interaktionsschwierigkeiten), Panikstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Zwangsstörungen, Ausscheidungsstörungen (Einnässen/Einkoten), Schlafstörungen, dem Tourette-Syndrom oder AD(H)S.


Da die Station offen geführt wird wird eine Mindest-Motivation sowie eine Bereitschaft für Therapie erwartet, weshalb Patienten mit z.B akuter Suizidalität, schwerem Selbstverletzendem Verhalten, psychotischen Symptomen, schweren Borderline-Entwicklungsstörungen, starken aggressiven Durchbrüchen oder Suchterkrankungen nicht aufgenommen werden können. Wenn während der Behandlung z.B Suizidgedanken auftreten, kann es sein dass man vorübergehend verlegt wird in eine naheliegende Kinder- und Jugendpsychiatrie mit geschlossener Station.

Es gibt Doppelzimmer sowie Dreibettzimmer mit eigenem Bad sowie verschiedene Aufenthaltsräume.

Die Einsenderin wurde wegen einer Essstörung behandelt.

Jeder Patient bekommt einen individuellen Essplan für jeden Tag ( mit abwechselnde Zwischenmahlzeiten und Hauptmahlzeiten, mittags kann man jeden Tag zwischen drei Gerichten wählen), es gibt drei Hauptmahlzeiten sowie zwei-drei Zwischenmahlzeiten. Ziel ist es 2400 Kalorien am Tag zu essen, wenn man davon nicht genügend zunimmt wird der Plan auf 2700 Kalorien gesteigert, wenn die Zunahme und/oder Essen nicht klappt wird eine Sonde gelegt. Als Zwischenmahlzeiten kann man ein Fresubin bekommen.

Die Station arbeitet kombinierte Verhaltenstherapeutisch als auch Tiefenpsychologisch/Analytisch, für Patienten mit einer PTBS wird Traumatherapie angeboten (PITT/EMDR/NET).

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie, Ernährungsberatung

Es werden gemeinsame Aktivitäten unternommen wie z.B Ausflüge.

Sein Handy hat man von 13.00 - 15.00 Uhr sowie 18.30 - 20.00 Uhr. Ausgang wird individuell in einem individuellen Behandlungsvertrag geregelt, man kann max. 2 Stunden Einzelausgang am Stück bekommen. Am Wochenende kann man in die Beurlaubung gehen, auch das ist abhängig vom Behandlungsvertrag und/oder wie es einem geht.




Montag, 18. September 2023

Burghof Klinik Rinteln - Haus 1

 Burghof Klinik Rinteln - Haus 1

Versorgungsgebiet: Landkreis Schaumburg (südlicher Teil und westlicher inkl. Stadthagen)

(C) Burghof Klinik

Die Burghof Klinik besteht aus Haus 3 (geschlossene Station), Haus 1 (die Burg) Haus 2 (Berghaus) und Haus 4 ( offen geführte allgemein-psychiatrische Station mit dem Schwerpunkt Psychotherapie, die auch älteren Menschen geeignete Angebote bietet). Außerdem gibt es 2 Tageskliniken in Rinteln und Stadthagen.

Haus 3 und die Tagesklinik behandeln ausschließlich Patienten aus dem oben genannten Versorgungsgebiet, Haus 1, Haus 2 und Haus 4 nehmen Patienten aus ganz Deutschland auf.

Die Einsenderin wurde in Haus 1 "Die Burg" behandelt.

In Haus 1 gibt es ca. 76 Behandlungsplätze. Aufgenommen werden Patienten ab 18 Jahren mit jeglichen psychischen Krankheitsbildern wie Angststörungen, Bipolare Störungen, Borderline-Störungen sowie sonstige Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Essstörungen, Psychosomatischen Beschwerden wie z.B chronische Schmerzen oder somatoforme Störungen, Schizophrenien, Traumafolgestörungen (auch komplexe Traumafolgestörungen und Dissoziative Störungen), Suchterkrankungen oder Zwangserkrankungen.

Es gibt keine Stationen, die Zimmer sind in einem weitläufigen Gebäude verteilt. Es gibt Ein- und Zweibettzimmer sowie ein Dreierzimmer. Als gesetzlich versicherter kommt man fast immer in ein Doppelzimmer. Als Privatversicherter oder Selbstzahler kommt man in ein Einzelzimmer. Die Zimmer sind insgesamt wirklich schön. Die meisten haben auch eine eigenes Badezimmer mit Dusche oder Toilette. Falls nicht dann zumindest eines von beidem. Einige Zimmer sind frisch renoviert bzw. werden es gerade. Die Patienten sind dem Pflegeteam 1 und Team 2 zugeordnet. Pro Schicht sind pro Team jeweils 1-2 Pfleger da.

Es gibt einen großen Aufenthaltsraum, in welchem sich Sitzgelegenheiten und Spiele befinden. Angrenzend gibt es eine Teeküche mit Wasserkocher und auch einem Patientenkühlschrank.

Beim Essen kann man zwischen Vollkost und Vegetarisch entscheiden. Die Einsenderin schreibt das Essen sei wirklich gut. Mittags gibt es ein warmes Gericht und dazu dann noch einen Nachtisch und teilweise auch noch Salat. Morgens kann man zwischen Brötchen, Joghurt, Müsli und verschiedenen Aufstrichen bzw. Käse/Aufschnitt auswählen. Auch gibt es Obst. Abends ist es ähnlich wie morgens: verschiedene Brotsorten (2-3), eine Auswahl aus Käse/Wurst/Frischkäse/veg. Aufstrich, Rohkost(Tomate, Gurke etc.) und dann oft auch noch Salat und Obst. Nachmittags gibt es auch noch das Angebot von Kaffetrinken. Dort gibt es dann Kuchen,Kekse oder Gebäck sowie Kaffee/Tee/Kakao.

Wenn man wegen einer Essstörung dort ist, kann einen Essplan bekommen mit min. den 3 Hauptmahlzeiten. Es gibt teilweise fest angesetzte Zwischenmahlzeiten. Es wird nicht mit Sonden gearbeitet, allerdings ziemlich schnell und teilweise auch viel mit Fresubin. Das Essen wird nicht betreut. Es gibt die Möglichkeit gestelltes Essen zu bekommen und dies evtl. auch außerhalb des Speisesaals einzunehmen. Dabei ist allerdings dann kein Pfleger/Therapeut/oä. anwesend.

Für jeden Patient wird ein komplett individueller Behandlungsplan erstellt. Es ein wirklich großes und vielfältiges Therapieangebot. Verglichen mit anderen Klinik hat man auch viele Therapien. Das ist aber auch immer von Person zu Person unterschiedlich wie viele genau. Man kann immer ansprechen, wenn man das Gefühl hat zu viele oder auch zu wenige Therapien zu haben. Oder wenn man den Eindruck hat, dass eine Therapie einem nicht weiterhilft oder man sich für eine Therapie/Gruppe interessiert. Da wird dann auch darauf eingegangen und gemeinsam geschaut. Bei der Therapieplanung wird individuell auf jeden eingegangen. Jeder Patient hat 2x wöchentlich Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min.) sowie jede Woche Oberarztvisite. Es kommen verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz wie Elemente der Verhaltenstherapie, aber auch Tiefenpsychologisch / Psychodynamisch sowie Traumatherapeutische Verfahren wie z.B EMDR.

Mögliche Therapien:  Psychodynamische Gruppenpsychotherapie, Psychodrama, Schematherapie-Gruppe, Emotionsgruppe, Interaktionelle Problembewältigungsgruppe, Depressionsgruppe nach IPT, Depressionsinfogruppe, DBT-Fertigkeitentraining, DBT-Körpertherapie, Trauma-Stabilisierungsgruppe, Trauma-Körperwahrnehmung, Gruppe für somatoforme Störungen, Sucht-Gruppe, Psychoedukationsgruppe Schizophrenie, verhaltenstherapeutisch orientierte Angstbewältigungsgruppe, Musiktherapie, Tanztherapie, Körperwahrnehmung, Feldenkrais, Kreativtherapie, Gestaltungstherapie, SKT, Pferdegestützte Therapie, Ergotherapie, PMR, Achtsamkeitsgruppe, Autogenes Training, Koch- und Backgruppe, Bewegungstherapie, Ergometer, Laufgruppe, Morgengymnastik, Walkinggruppe, Wassertreten

Wenn man ausschließlich oder hauptsächlich wegen eine Essstörung behandelt wird kommt man in die Anorexie-Bulimie-Gruppe. Diese setzt sich aus verschiedenen Einzelgruppen zusammen:
•2x pro Woche Gruppentherapie(60min)
•1x pro Woche Körperwahrnehmung
•1x pro Woche Kochgruppe (gemeinsames Planen Kochen und Essen einer Mahlzeit mit einer Ernährungsberatung; einer der Gruppe kauft im Vorfeld dafür ein)
•min. 2x pro Woche wiegen
•Essprotokolle führen
•Wochenkonfrontation (Besprechen der Protokolle/ wie die letzte Woche bezüglich der ES gelaufen ist)

Außerhalb der Therapien und Mahlzeiten darf man i.d.R immer die Klinik verlassen. Es gibt eine Liste in die man sich einträgt wie lange man weg ist und wohin man geht. Bei Patienten mit Essstörungen und sehr niedrigem Gewicht oder in anderen Sonderfällen kann es Ausgangsbeschränkungen / Ausgangssperren geben.

Sein Handy darf man durchgängig haben. Im Aufenthaltsraum gibt es kostenloses WLAN. Auf den Zimmern gibt es kein WLAN, aber Handyempfang.

Die Einsenderin schreibt:

Insgesamt finde ich, dass es sich bei der Burghofklinik um ein wirklich gutes Angebot handelt. Sofern man dazu bereit ist mitzuarbeiten kann man von den vielfältigen Angeboten wirklich profitieren. Grundsätzlich würde ich die Klinik daher empfehlen. Wenn man sich allerdings wegen einer Essstörung behandeln lassen möchte (sofern diese akute bzw. die "Hauptdiagnose" ist) würde ich die Klinik nur bedingt empfehlen. Sofern man ein schon stabiles Essverhalten hat ist sie sicherlich super geeignet. Ansonsten finde ich, dass man diesbezüglich wenig unterstützt wird bzw. krankhaftes/essgestörtes Verhalten teilweise ignoriert bzw. toleriert wird. Es gibt eine große Eigenverantwortung (bezüglich Essverhalten, Zunahme/Gewicht halten). Da sollte man ehrlich zu sich sein, ob man dies leisten kann oder ob man in dem Moment ein Angebot mit einem etwas "festeren" Rahmen braucht.





(C) Fotos: Burghof Klinik

Montag, 28. August 2023

St.-Vinzenz-Hospital Haselünne - Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychosomatik

 St.-Vinzenz-Hospital Haselünne - Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychosomatik

(C) Architektengruppe Schweitzer

 In Haselünne gibt es eine psychosomatische Station mit 20 Betten, aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit Essstörungen, Traumafolgestörungen, Somatoformen Störungen, Angststörungen, Depressionen, Burn-Out sowie Corona-Pandemie bezogene Überlastungsreaktionen.

Es gibt 20 Betten. Für Privatpatienten gibt es Einzelzimmer, ansonsten Doppelzimmer.

Die Einsenderin wurde im Essstörungssetting behandelt.

Es gibt einen Mindest BMI von 11. Es wird mit 3 Behandlungsstufen gearbeitet. Jede Stufe geht mindestens 4 Wochen. Die ersten 4 Wochen gelten als "Probezeit", wo mindestens 2 kg zugenommen werden müssen und gemeinsam geguckt wird ob das Behandlungskonzept geeignet ist, erreicht man das nicht muss man gehen. Nach den ersten 4 Wochen muss man pro Woche mindestens 700 g zunehmen. Es gibt 3 Hauptmahlzeiten, 2 Zwischenmahlzeiten. Jeder Patient muss 2500 kcal am Tag zu sich nehmen. Die Essenszeit beträgt 20 Minuten, anschließend gibt es eine 30 minütige Nachruhe. Es gibt ein Kartensystem. Bei Patienten die Probleme mit Erbrechen haben können die Badezimmer abgeschlossen werden. Vegane Ernährung ist im ES-Setting nicht möglich. Je nach körperlichem Zustand hat man Rollstuhlpflicht.

Stufe 1:
Innerhalb der ersten 4 Wochen mindestens 2 kg zunehmen, anschließend je 700 g die Woche, 2x wöchentliches Wiegen, Mittagessen sowie Nachruhe wird durch die Pflege begleitet ( in Einzel oder Zweier-Betreuung), als "Bedarf" kann man 2x täglich Fresubin trinken. Jegliche körperliche Aktivität ist verboten, auch Treppen steigen. 4x 30 Minuten Ausgang am Tag, kein Verlassen des Klinikgeländes, keine Wochenendbeurlaubungen.

Stufe 2:
700 g die Woche zunehmen, 2x wöchentliches Wiegen, keine Trinknahrung, keine Mahlzeiten Begleitung. Teilnahme an der Koch- und Einkaufsgruppe möglich. Sportliche Betätigung nach Absprache mit dem Arzt möglich. Unbegrenzter Ausgang abseits der Therapien und Essenszeiten, auch außerhalb des Geländes. Wochenendbeurlaubungen möglich.

Stufe 3:
keine besonderen Behandlungsregeln mehr, 1x wöchentliches Wiegen, eigenverantwortliches Essen, Kartensystem entfällt

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min. bzw am Anfang 3x 25 Min.), Gruppentherapie, Mentalisierung, Körpertherapie, Kunst/Ergotherapie, offenes Atelier, Musiktherapie, Ressourcengruppe, körperorientierte Kunsttherapie, verschiedene Sportangebote (man darf je nach bmi zB dann auch am Yoga teilnehmen), Sportgruppen gezielt für adipöse Patienten, verschiedene Entspannungsverfahren

Natürlich gibt es auch Medizinische Behandlung, aber eher wenig psychiatrische (dann wird man verlegt), gerade bei ES Patienten* wird in Kooperation mit der Internistische Klinik im selben Haus gearbeitet, auf der Inneren wird auch mit Sonden gearbeitet, in der PSM eher nicht.

Sein Handy und Laptop darf man durchgängig haben, es gibt WLAN.

Die Einsenderin hat mit einer Anorexie etwa 10 Wochen gewartet. Bei Patienten mit einer PTBS war die Wartezeit deutlich länger (6-8 Monate), bei Depressionen oder Somatoformen Störungen deutlich kürzer.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: schönes Gelände, sehr ruhig, alles sehr modern und neu, Internist in der Nähe

Kontra: wenig Ahnung von ptbs, wenn man in den ersten 4 Wochen die 2 kg nicht zunimmt fliegt man raus (so wie ich), Die Therapeuten sind ein total Reinfall.

Würde jedem nur von der Einrichtung abraten

(C) St.-Vinzenz-Hospital Haselünne


Montag, 21. August 2023

Schön Klinik Berchtesgadener Land - Essstörungsabteilung

Schön Klinik Berchtesgadener Land - Essstörungsabteilung

(C) Schön Klinik

Die Schön Klinik Berchtesgadener Land hat eine Rehaabteilung für Pneumologie sowie einen Akutbereich für Psychosomatik. Aufgenommen werden in der Psychosomatik Patienten ab 18 Jahren, die unter Angststörungen, Essstörungen, Burn-Out, chronischen Schmerzen, Depressionen (auch chronische, es wird CBASP angeboten), Angststörungen (auch Soziale Phobien und Panikstörungen), Somatoformen Störungen oder Zwangsstörungen leiden.

Die Einsenderin wurde in der Essstörungsabteilung behandelt.

Die Essstörungsabteilung ist noch relativ neu und im Vergleich zu den Essstörungsabteilungen der anderen Schön Kliniken ziemlich klein und persönlich. Es werden alle Formen von Essstörungen behandelt.

Jeder Patient hat ein Einzelzimmer mit eigenem Bad, alle Patienten mit Essstörungen sind im Dachgeschoss untergebracht.

Um aufgenommen zu werden gibt es einen Mindest BMI von 14. Es gibt 3 feste Hauptmahlzeiten. Es wird ähnlich wie in der Schön Klinik Roseneck mit einem Tischsystem gearbeitet.

Tisch 1: alle Mahlzeiten werden betreut, während der Mahlzeiten wird man streng beobachtet, Blitzlicht mit Therapeuten davor und danach (auch am WE), 1 Essensbefreiuung auf Antrag möglich, Vorportionierung mittags, morgens und abends Buffet

Tisch 2: Versetzung nach Absprache mit Therapeutin und Co-Therapie, Bedingungen dafür sind immer aufessen und im grünen Bereich sein, 2 EB möglich, weniger Kontrolle, kein Blitzlicht am WE, Rest gleich zu Tisch 1

Tisch 3: Bedingungen für Versetzung gleich zu Tisch 2, eigenständiges Portionieren am Mittag, morgens/abends Buffet, kaum Kontrolle hohe Selbstständigkeit 3EB möglich

Tisch 4: keine Einschränkungen, Essen mit den sonstigen psychosomatik Patienten, keine Essenszeiten uvm.

Das Ziel ist es mindestens 700 g die Woche zuzunehmen, man wird in den roten (abgenommen), grünen (passend zugenommen) und goldenen Bereich mehr als genug zugenommen) eingeteilt. Wenn man im roten Bereich ist kann man Konsequenzen bekommen wie z.B ein Bewegungsvertrag, Zwischenmahlzeiten oder die 150% Portion bei den Hauptmahlzeiten. Für Essensbefreiuungen muss man mindestens im grünen Bereich beim Wiegen sein. Nach dem Essen gibt es ein gemeinsames 30 MIn. Chill-Out.

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min.), Problemlösegruppe, Körper- oder Kunsttherapie, Achtsamkeit, Essprotokoll, medizinische Trainingstherapie / Walking / Gymnastik (ab BMI 18.5), individuelle Physio-/Ergotherapie, Massagen, Reiznadelmatte, Bäder, Essbewältigungsgruppe, Depressionsbewältigungsgruppe (nach Absprache), Soziale Kompetenz, Lehrküche

Die Therapie läuft in 2 "Phasen", zunächst geht es um das Essverhalten sowie ein stabiles Gewicht, im zweiten Schritt widmet man sich dann den Ursachen der Essstörung.

Sein Handy darf man durchgängig haben. Solange man keinen Bewegungsvertrag etc. hat kann man außerhalb der Therapien und Mahlzeiten jederzeit in den Ausgang.

Die Aufenthaltsdauer bei Essstörungen sind etwa 8-12 Wochen, in der restlichen Psychosomatik 6-8 Wochen. Die Wartezeiten sind meistens relativ kurz, allgemein in der Psychosomatik um die 3 Wochen, bei Essstörungen etwa 1-3 Monate.

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
- Klinik sehr gut
- schöne Umgebung
- kompetente Therapeuten
- gute Therapeuten
- viel Eigenverantwortung
- viele Freiheiten
- Top Zimmer
- kleine Essstörungsabteilung -> keine Massenabfertigung
- Einzelzimmer

Kontra:
- keine Traumabehandlung möglich

Ich würde die Klinik empfehlen, insbesondere für Leute ab einem BMI von 16 (durch die hohe Eigenverantwortung und wenig Kontrolle, haben viele unter 16 es nicht geschafft gegen die ES zu kämpfen und mussten gehen) oder für Leute die bereits vorher in einer anderen Essstörungsklinik waren und schon relativ stabil essen können und daher mit Eigenverantwortung und Freiheiten gut umgehen können.



(C) Foto: Schön Klinik


(C) sonstige Fotos: Einsenderin