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Montag, 10. Juni 2024

Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz - Station PA2

Sächsisches Krankenhaus Altscherbitz - Station PA2

Versorgungsgebiet:  Landkreis Delitzsch, den südwestlichen Teil des Leipziger Landkreises sowie die Leipziger Stadtbezirke Nord, Nordwest und Altwest.  

(C) SKH Altscherbitz

Das SKH Altscherbitz ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie und verfügt über 220 Betten.

Es gibt mehrere Stationen für Erwachsene ab 18 Jahren:

Station PA1: geschlossene Aufnahmestation
Station PA2: Station für junge Erwachsene sowie
Mutter-Kind-Bereich
Station PA3: offene Aufnahmestation für Patienten im mittleren Lebensalter
Station PA4: offene Aufnahmestation für Patienten in der zweiten Lebenshälfte
Station PA5: geschützte Aufnahmestation mit soziotherapeutischem Ansatz
Station PG1 & PG2: geschützte Aufnahmestationen mit Schwerpunkt Demenz
Station PG3: offene Aufnahmestation für Patienten im höheren Lebensalter
Station PS1 & PS2: Suchtstationen
Station PP1: Psychotherapiestation mit verschiedenen Therapiegruppen

Außerdem gibt es verschiedene Tageskliniken, u.a eine speziell für junge Erwachsene als auch eine DBT-Tagesklinik.

Die Einsenderin wurde auf Station PA2 behandelt.

Aufgenommen werden junge Erwachsene von ca. 18-25 Jahren mit jeglichen psychischen Krankheitsbildern die in einem offenen Setting behandelbar sind, es gibt 13 Behandlungsplätze. Außerdem gibt es 6 Mutter-Kind Plätze, wo Mütter jedes Alters mit Kleinstkindern bis zu einem Alter von zwölf Monaten stationär aufgenommen werden können, die unter psychische Störungen in der Schwangerschaft leiden wie z.B einer Wochenbett-Depression.

Die Mutter-Kind Einheiten sind Einzelzimmer mit Babybett, die restlichen Zimmer sind überwiegend Doppelzimmer.

Die Station ist aufgeteilt in zwei Gruppen:
Gruppe 1: Psychotherapiegruppe für Patient:innen mit schwerpunktmäßig einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung, Aufenthalt auf Station 8 Wochen + 2 Wochen in der Tagesklinik (Aufnahme über eine Warteliste)
Gruppe 2: Kriseninterventions, Stabilisierungs- und Diagnostikgruppe für jegliche Krankheitsbilder, Aufenthaltsdauer etwa 4-6 Wochen, eventuell anschließend auch tagesklinischer Aufenthalt möglich (auch Krisenmäßige Aufnahme möglich)

Die Einsenderin wurde für 7 Wochen in Gruppe 2 behandelt aufgrund einer PTBS, Depressionen und einer Borderline-PS.

Es gibt zwei Essräume, wo Gruppe 1 und Gruppe 2 getrennt essen können. Es gibt eine Küche, einen Aufenthaltsraum, zwei Bewegungsräume u.a einen mit einer Tischtennisplatte und es gibt einen Besucherraum, wo man Besuch empfangen kann.

Der Tag startet jeden Tag um 06.30 Uhr, auch am Wochenende (man wird durch den Weckdienst bestehend aus wechselnden Mitpatient:innen geweckt), anschließend werden Vitalzeichen gemessen, um 07.30 Uhr gibt es Frühstück (in Büffet-Form).
Im Anschluss findet unter der Woche ein gemeinsamer Morgenspaziergang statt. Mittagessen findet gegen 11.30 / 11.45 Uhr statt, um 17.30 Uhr ist Abendessen (erneut in Büffet-Form). Man kann sich aber auch eigenes Essen kaufen, es gibt einen Patient:innen Kühlschrank.

Jeder Patient erhält einen bisschen individuellen Therapieplan. Alle Therapien (außer Einzeltherapie) finden als Gruppe statt.

Therapien: Einzeltherapie (unregelmäßig), Musiktherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Maltherapie, Achtsamkeit in der Natur / Gartenbau, Skillstraining, Kognitives Training, Kegeln, Therapiebeet, SKT, PMR, Autogenes Training, Biofeedback, Gruppen für individuelle Erkrankungen wie z.B Angstbewältigungsgruppe, Psychoedukation Psychosen / Bipolare Störungen, Psychoedukation Depressionen

Zweimal in der Woche gibt es eine gemeinsame Abendgestaltung, die von Patient:innen organisiert wird. Es gibt dreimal wöchentlich eine Visite. Es gibt spezielle Mutter-Kind Therapie Angebote.

Sein Handy kann man durchgängig haben.

Die Einsenderin schreibt:

Ich kann die Station eher nicht weiterempfehlen, zumindest Gruppe 2, von Gruppe 1 habe ich viel positives gehört. Man kann für eine PTBS zwar eine Diagnostik machen, aber weitere Behandlung ist dann auch nicht möglich. Ich habe mich dort teilweise nicht wirklich gesehen gefühlt, gerade mit meiner PTBS Symptomatik. Auch, dass man dort fast keine Einzelgespräche bekommt sehe ich kritisch, da man als Akutfall mit vielen Problemen kommt, die man vielleicht nicht immer in der Gruppe ansprechen kann und will. Dennoch habe ich viel durch die Mitpatienten mitgenommen und bin stabiler geworden. Ein großes Lob gilt dem Ergotherapeuten, der wirklich ganz toll ist und super empathisch auf einen eingeht.


(C) SKH Altscherbitz

(C) SKH Altscherbitz

Dienstag, 27. Dezember 2022

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Birkenhaus A

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Birkenhaus A


Im Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn gibt es mehrere Stationen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Erwachsenenpsychiatrie sowie Psychosomatik. Die Privatstation der Klinik sowie die Jugendstation der KJP und die psychosomatische Station haben wir euch bereits vorgestellt. Heute geht es um die Station Birkenhaus A.

Aufgenommen werden dort Patienten ab 18 Jahren mit Traumafolgestörungen (wie z.B Borderline-Persönlichkeitsstörung, (komplexe) Posttraumatische Belastungsstörung, dissoziative Störungen bis hin zur dissoziativen Identitätsstörung). Es gibt 22 Behandlungsplätze, es gibt 4 Doppelzimmer sowie 14 Einzelzimmer, davon befinden sich zwei Einzelzimmer in einem Nebengebäude (Haus am Kirschberg). Die Zimmer haben alle ein Waschbecken, Toiletten und Duschen befinden sich auf dem Flur. Während die Einsenderin dort war war die jüngste Patienten 19 Jahre alt, die älteste über 60.

Auf der Station gibt es einen großen Gruppenraum, einen kleinen, den Lichthof, wo man sich aufhalten kann, einen Fernsehraum und einen zur Station gehörigen Garten.
Ansonsten gibt es auf dem parkähnlich angelegten Gelände noch, neben weiteren Gebäuden, die andere Stationen beherbergen, einen Tennisplatz, einen Fußballplatz, ein Beachvolleyballfeld, ein Basketballfeld, eine Kegelbahn und Tischtennisplatten. Die Turnhalle und der MTT-Raum, sowie der Plenarsaal, in dem ein Klavier steht, und die Kegelbahn können nach Voranmeldung bei der Pflege in der Freizeit genutzt werden. Auf der Station gibt es zudem eine Patientenküche mit Herd, Backofen, Wasserkocher und Kaffeemaschine.

Jeder ist selber verantwortlich, morgens aufzustehen. Morgens holt sich jede*r die Medikamente für den Tag im Dienstzimmer, es sei denn, es gibt eine individuelle Absprache.
ontags früh ist immer eine Stationsversammlung, die therapeutisch geleitet wird, Dienstag bis Samstag früh gibt es eine kurze Morgenrunde mit der Pflege für organisatorische Absprachen.
Essen gibt es im Speisesaal im Hauptgebäude.

Es gibt in den ersten Tagen nach der Aufnahme eine pflegerische, eine therapeutische und eine medizinische Aufnahme, sowie die sogenannte Erstsicht durch den zuständigen Chefarzt. Dies dient einem kurzen Kennenlernen. Nach ca. 2 Wochen ist dann die Zweitsicht. In dieser wird mit der Therapeutin/ dem Therapeuten und dem Chefarzt die weitere Therapie geplant.

Die Station arbeitet psychodynamisch mit dem Schwerpunkt auf Gruppentherapie. Es werden verschiedene Traumatherapieformen angeboten, wie z.B die Bildschirmtechnik, narrative Expositionstherapie (NET) oder Imagery Rehearsal Therapy (IRT).

Die Therapiepläne sind sehr individuell. Freitags nachmittags werden die Pläne für die nächste Woche verteilt.

Mögliche Therapien: Einzeltherapie (2x 25 Min. oder während der Expophase 1x 50 Min.), 3x pro Woche Gruppentherapie, diverse körpertherapeutische Gruppen, 2x pro Woche Imaginationsgruppe, 1x pro Woche Stresstoleranzgruppe, Yoga, Nordic Walking, Tanztherapie, Qigong, HWS-Gruppe, therapeutisches Boxen, Ergotherapie, Musiktherapie und ggf. physiotherapeutische Einzelbehandlungen

Alle 2 Wochen ist Chefarztvisite, einmal wöchentlich ist medizinische Sprechstunde, wofür man sich anmelden kann bei Bedarf. Bei Krisen kann man sich über die Pflege für einen Kurzkontakt bei seinem Therapeuten anmelden.

Handy und Tablet/Laptop können genutzt werden außerhalb der Therapien, es sei denn, es gibt eine individuelle Absprache.

Ausgang ist nach Absprache mit der Therapeutin/ dem Therapeuten möglich, z.B. zum Spazierengehen in der Umgebung, nach Rosdorf mit den nächsten Einkaufsmöglichkeiten oder nach Göttingen. Beurlaubungen bzw. Belastungserprobungen gibt es im Einzelfall, aber in der Regel nicht jedes Wochenende.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 12 Wochen, viele Patient*innen kommen auch mehrmals wieder zur Intervallbehandlung.

Die Einsenderin schreibt:

Das Gelände ist sehr schön. In einem großen Park sind einzelne Gebäude verstreut, die die Stationen, aber auch Funktionen beherbergen. Auf dem Gelände entspringt der Bach Rase. Dies wird genutzt, indem eine Wassertretstelle im Bachlauf angelegt ist. Diese wird gerne als Skill zur Anspannungsregulation genutzt.
Sehr positiv finde ich, dass weder SVV noch Suizidgedanken noch schwere dissoziative Zustände ein Hinderungsgrund für die Aufnahme sind. Sollte man sich im Verlauf der Behandlung selber verletzen, werden die Wunden versorgt, chirurgisch in einer Klinik in Göttingen, und man muss eine Verhaltensanalyse schreiben. Sollte es nötig sein, wird man für kurze Zeit ins Asklepios Fachklinikum Göttingen auf eine geschützte Station verlegt. Ich hatte von Anfang ein gutes Bauchgefühl. Das hat im Verlauf der Behandlung immer gehalten. Jetzt, nach 14 Wochen, gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause. Aber es ist auch eine erneute Aufnahme im nächsten Jahr geplant. Allgemein ist die Behandlung sehr am Patienten orientiert und individuell. Und es wird sich Zeit genommen. Wenn man bereit ist, aktiv mitzuarbeiten, kann man viel mitnehmen aus der Behandlung.




(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 2. Mai 2022

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach - Erwachsenenpsychiatrie - Station P1

 Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach - Erwachsenenpsychiatrie - Station P1

Versorgungsgebiet: Kreisgebiet Bergisch-Gladbach ohne die Städte Burscheid und Leichlingen

(C) Foto: EVK

In der Erwachsenenpsychiatrie vom Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach gibt es verschiedene Stationen:

Station P1: Schwerpunkt Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen
Station P2: Schwerpunkt Psychosen
Station P3: offene Kriseninterventionsstation (aktuell bei Bedarf teilgeschlossen)
Station PE: geschlossene Akutstation (momentan aufgrund von Brandschäden geschlossen, laut Einsenderin)
Station P-1a: Gerontopsychiatrie
Station P-1d: Schwerpunkt Depressionen und Ängste

Die Einsenderin wurde auf Station P1 behandelt. Aufgenommen werden dort Patienten ab 18 Jahren die unter Persönlichkeitsstörungen und/oder Traumafolgestörungen leiden. Obwohl es keine Obergrenze gibt, waren die meisten Patienten eher zwischen 24-32, obwohl es auch ein paar ältere oder Jüngere (ab 18) Patient*innen gab.

Es gibt Doppelzimmer, das Bad wird jeweils mit einem anderen Zimmer geteilt. In Ausnahmefällen wie z.B als Transgender kann das Doppelzimmer auch als festes Einzelzimmer genutzt werden. Es gibt einen Flur mit Sofas und einen Balkon, sodass man gut Kontakte knüpfen konnte. Es gibt iele Spiele und auch einen Fernsehraum, sodass man Abends etwas zusammen schauen konnte.

Der Tag startet um 07.00 Uhr mit einer "Spazier-zeit", alle Patienten sollen von 07.00 - 07.20 Uhr einen Spaziergang machen. Anschließend gibt es Frühstück, bevor die Therapien gestartet sind.

Die Patient*innen sind immer in zwei Gruppen angeteilt, es waren max. 20 Patient*innen auf Station. Mit der Gruppe hatte man dann auch die meisten Therapien.

Essen wurde immer von Patienten ausgegeben. Das Essen war nicht besonders gut aber generell auch nicht grauenhaft. Vegane Optionen gibt es so gut wie keine, aber vegetarische Ernährung sowie laktosefreie Ernährung war möglich.

Die Station ist Tiefenpsychologisch ausgerichtet. 

Bei den Therapien gibt es Pflichttherapien sowie auch freiwillige Angebote.

Feste Therapien: Allgemeine Gruppentherapie (2x die Woche), Einzeltherapie (1x die Woche), Soziotherapie, Konzentrative Bewegungstherapie, Kunsttherapie, Großgruppe
Freiwillige / individuelle Therapien: Boxsacktherapie, Reittherapie, Ergotherapie und Ergo Einzel, DBT, Genussgruppe, Kunst Einzel, Bildhauen, Angst Expositionstraining, Rollenspielgruppe

3 mal in der Woche gab es Stationsversammlungen in denen Aufgaben verteilt und Probleme besprochen wurden, neue Patienten wurden begrüßt und die, die gingen, verabschiedet. Mittwochs ist ein Bunter Abend. Man musste vorher anmelden, was man machen wollte. Alle zwei Wochen gab es pro Gruppe Koch/Backgruppe.

Es gab ein Kartensystem und wenn man ohne wirklich guten Grund zu den Therapien nicht erschien, bekam man eine gelbe Karte und bei 3 wurde man rausgeworfen. Bei Missachtung der Corona-Hygienemaßnahmen wie z.B Tragen einer Maske oder Abstand halten kann man auch eine solche Karte kriegen und ggf. entlassen werden.

Außerhalb von Corona kann man jederzeit den Kunstraum nutzen, um dort z.B zu töpfern oder zu malen.

Außerhalb seiner Termine kann man jederzeit in den Ausgang gehen, es gibt eine kleine Innenstadt in der Nähe. Das Gelände ist auch recht grün, sodass man gut spazieren kann. Besuche sind aktuell aufgrund Corona eingeschränkt. Sein Handy hat man durchgängig, ab 19.00 Uhr darf man es auch "offen" außerhalb des Zimmers nutzen.

Es gibt zwei Gewichtsdecken auf Station, die man sich ausleihen kann.

Die Einsenderin schreibt:
Teilweise waren die Therapien für mich absolut unbrauchbar (z.B Sozialtherapie, in der es um Klärung von Problemen wie z.B Bewerbungen oder Wohnungssuche ging)
Die Ergo- und DBT-Therapeutin ist ein Engel, ihre Therapien haben mir persönlich am besten geholfen. Ansonsten waren die Therapien eher durchwachsen. Es fiel sehr viel aus, vor allem Einzeltherapie. Die Pfleger*innen waren auch unterschiedlich. Teilweise waren die sehr knauserig was Bedarf anging, man konnte aber immer zu ihnen und mit ihnen reden. Leider waren sie teilweise sehr ruppig, es fielen Sätze wie „Hör auf zu japsen, du bist doch kein Hund!“ , als eine Mitpatientin eine Panikattacke hatte. Es war aber definitiv auch nicht alles schlimm. Die Mitpatient*innen waren eigentlich alle sehr lieb und ich habe mich mit allem verstanden. Die Station war zwar angeblich auf Trauma ausgelegt, allerdings gab es keine einzige Therapie, die spezifisch darauf ausgerichtet war (außer Kunsttherapie), allgemein schien das Personal sich nicht allzu gut mit schweren Traumafolgen auszukennen. Es gab trotz mehrfacher Nachfrage keine Diagnostik, weshalb meine Entlassdiagnose für mich sehr aus der Luft gegriffen erschien. Allgemein schien mir das ganze ein wenig auf die Einstellung auf Dauermedikation abzuzielen also irgendetwas tieferes zu lösen. Auch wenn das alles teilweise auch negativ klingt, sind meine Erfahrungen insgesamt trotzdem auch positiv mit der Station.

(C) Praxis für Psychosomatische Medizin u. Psychotherapie Dr.Mück

Donnerstag, 30. September 2021

SRH Klinikum Karlsbad - psychiatrisches Zentrum

SRH Klinikum Karlsbad - psychiatrisches Zentrum 

(C) arcass

Im Klinikum Karlsbad gibt es zwei offen geführte psychiatrische Stationen:
Station Wiesental
Station Sternenfels

Außerdem gibt es eine Tagesklinik und eine Ambulanz mit verschiedenen Schwerpunkten (u.a Trauma).

Behandelt werden Patienten ab 18 Jahren, auf Station Sternenfels liegt der Schwerpunkt auf Schizophrenie, Autismus und ADHS, auf Station Wiesental werden Erkrankungen wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen, Ängste, Somatoforme Störungen, Zwänge oder dissoziativen Störungen behandelt. Die Einsenderin wurde auf Station Wiesenfels behandelt aufgrund einer PTBS, borderline und Depressionen.

Station Wiesenfels ist aufgeteilt in zwei Seiten: Seite Wiese und Seite Tal. Auf beiden Seiten gibt es jeweils 10 Doppelzimmer und insgesamt 10 Einzelzimmer für i.d.R privatversicherte Patienten für beide Seiten. Alle Zimmer haben eigene Bäder, außerdem gibt es ein extra Stationsbad mit Badewanne. Jede Seite hat einen Speiseraum, auf der Tal Seite gibt es zwei Aufenthaltsräume. Für jede Seite ist eine Oberärztin zuständig. Ursprünglich waren die Seiten mal nach Krankheitsbildern sortiert, momentan ist es aber sehr gemischt.

Therapieangebot: Einzeltherapie, verschiedene Gruppentherapien (u.a Traumabewältigungsgruppe
oder Depressionsgruppe), Musiktherapie, Bewegungs- und Sporttherapie,Ergotherapie, Konzentrative Bewegungstherapie (KBT), Boxen, Tiergestützte Therapie (Therapiehund), Jongliergruppe, Gestaltungstherapie, Biofeedback, Diary Card,Skills Gruppe, Stabi-Gruppe, SKT Gruppe, Achtsamkeitsgruppe, Selbstbehauptungsgruppe,
Neurokognitives Training, Morgenrunde, Visiten, Arbeitstherapie als Belastungserprobung und Vorbereitung für eine anschließende RPK (auch auf dem Klinikgelände)

Freizeitangebot: Freizeit-Ergo, Spaziergang mit dem Therapiehund, Qi Gong, Kraftraum, Tischtennis, Kicker, Sportbox( eingezäuntes Spielfeld mit Toren zum Fußballspielen&Co)

Man darf seinen Hund mitbringen, wenn er ein Assistenzhund ist.

Sein Handy darf man durchgängig haben.

Pro: nette und kompetente Pflege, nette Ärzte und Psychologen. Oberärztinnen sind auf Augenhöhe und nicht so Machthaberisch.

Man kann meistens relativ lange schlafen bis ca 8.15Uhr. Sehr gute Kommunikation unter Ärzten/Psychologen und Pflege. Großes Angebot der Arbeitstherapie. Direkt am Wald gelegen. Alles sehr modern, da Neubau. Intervall Therapie möglich.

Kontra: anfangs sehr wenige Therapien und sehr viel Freizeit. Schlechtes WLAN, Warteliste für versch. Gruppen. Teils lange Wartezeit bis zur Aufnahme.

Ich würde die Klinik auf alle Fälle weiterempfehlen. Besonders für Trauma und Borderline.


(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

(C) arcass


(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

Uniklinikum Köln - Kinder- und Jugendpsychiatrie - Tagesklinik für Jugendliche

 Uniklinikum Köln
- Kinder- und Jugendpsychiatrie - Tagesklinik für Jugendliche

(C) Uniklinik Köln


In der KJP Köln gibt es unterschiedliche Stationen für Kinder- und Jugendliche sowie zwei Tageskliniken: eine für Kinder und eine für Jugendliche. Im folgenden Beitrag wird es um die Tagesklinik für Jugendliche gehen.

Die TK für Jugendliche nimmt Patienten von 13-17 Jahren auf, die unter einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung leiden. Diese äußert sich durch Symptome wie z.B Selbstverletzungen, starke Anspannung, innere Leere, intensive Gefühle und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Die Tagesklinik bietet 6 Behandlungsplätze.

Voraussetzung für die Aufnahme ist Veränderungsbereitschaft und ein fester Wohnsitz.

Das Therapiekonzept basiert auf der so genannten übertragungsfokussierten Psychotherapie nach O. Kernberg. Zu Beginn der Behandlung schließen die Jugendlichen einen Behandlungsvertrag mit dem Ziel selbstschädigendes- und therapiegefährdendes Verhalten reduzieren zu wollen. Das Ziel der Behandlung ist die Wahrnehmung abgespaltene Selbstanteile bewusster zu machen und damit zunehmend einer inneren Integration zuzuführen.
Das erste in der Therapie Ziel besteht in der Reduzierung der selbstgefährdenden und therapiegefährdenden Symptomatik, in der Übernahme von Eigenverantwortung und in der Arbeit an der Beziehungsstörung.

Die Behandlung dauert in der Regel 12 Wochen und kann in Ausnahmen auf 16 Wochen verlängert werden.

Therapien: 2x Einzeltherapie, 2x Gruppenpsychotherapie, 2x Körpertherapie, Skillsgruppe, 1x Bezugsbetreuergespräch

Vormittags besuchen die Jugendlichen außerdem entweder die Klinikschule oder ihre Heimatschule.

Kontra: es wird zu provokativ gearbeitet, Betreuer sind etwas launisch, keine angenehme Atmosphäre in der Gruppe, Gruppentherapie ist sehr erzwungen, jeder musste reihum was sage
n

 

Montag, 27. September 2021

Tagesklinik Alteburger Straße Köln

 Tagesklinik Alteburger Straße Köln

(C) Stiftung gemeindenahe Psychiatrie Köln


Die Tagesklinik Alteburger Straße hat 4 Tagesklinische Stationen für Erwachsene ab 18 Jahren:

Station A (Schwerpunkt Borderline)
Station C (Schwerpunkt Depressionen)
Station B (Schwerpunkt Psychose)
Station D (Kurzzeittherapie)

Die Einsenderin wurde auf Station A behandelt.

Station A hat ihren Schwerpunkt auf Patienten mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung und/oder Traumafolgestörung und arbeitet nach einem psychodynamischen (tiefenpsychologischen) Konzept. Der Schwerpunkt liegt auf der Gruppentherapie.

Die Therapie dauert im Normalfall 12 Wochen und kann um Max. 4 Wochen verlängert werden.

Therapien: Einzeltherapie (1x 30 Min.), 2x wöchentlich Gruppentherapien, 2x wöchentlich Kunsttherapie, tägliche Morgenrunde, Sportgruppe, Essstörungsgruppe, Konzentrative
Bewegungstherapie, Affekt- Gruppe (Wahrnehmen von Gefühlen)

Die Patienten bekommen Geld gestellt und müssen selber einkaufen gehen, müssen spülen, Tisch abdecken etc.

Pro: Veganes Essen möglich, die Therapie ist sehr hilfreich, ehrlich, direkt und hilft zu reflektieren, die Therapeuten sowie Pfleger sind sehr respektvoll und unterstützend, es ist alles transparent und vertrauensvoll

Die Einsenderin schreibt:
Ich fand es klasse und würde wieder hin gehen! Mit der Therapeutin kam ich wunderbar klar und es gibt eine ambulante Nachsorge Gruppe, sowohl Gesprächsgruppe als auch Kunstgruppe in die man auf Nachfrage hinein kommt. Die Patienten sind so im Durchschnitt 27 Jahre alt.


Sonntag, 26. September 2021

Christophsbad Göppingen - Erwachsenenpsychosomatik und Suchtklinik

 Christophsbad Göppingen
- Erwachsenenpsychosomatik und Suchtklinik 


Das Christophsbad Göppingen ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, es gibt unterschiedliche Stationen für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie und Psychosomatik. Im folgenden wird es um die Erwachsenenpsychosomatik gehen.

Es gibt 4 Stationen (PMS1 - PMS5) sowie die PMS7 (Eltern-Kind Station). Bis vor Corona gab es auch noch die PMS6 (offene psychosomatische Aufnahmestation), diese ist aber geschlossen worden. Zur Psychosomatik gehört auch die Suchtabteilung.

PMS1: Wahlleistungsstation
PMS2: Essstörungen (auch in Kombi mit Sucht) sowie Somatoforme-, Angst-, und Zwangsstörungen
PMS3: Entgiftungsstation
PMS4: Sucht
PMS5: Station für Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgestörungen sowie Kriseninterventionsbetten

Der Einsender wurde auf der PMS5 behandelt. Die PMS5 nimmt Patienten ab 18 Jahren auf, die an einer Persönlichkeitsstörung und/oder Traumafolgestörung leiden. Seit der Schließung der PMS6 stehen außerdem einige Kriseninterventionsbetten zur Verfügung. Die Station wird offen geführt, daher muss eine gewisse Stabilität vorliegen.


Die Station arbeitet nach dem Konzept der MBT (Mentalisierungsbasierte Therapie nach Bateman/Fonagy) - ein Konzept aus dem psychodynamischen/psychoanalytischen Bereich. Auch Bindungstheorien und Elemente der DBT kommen zum Einsatz, ergänzend unterschiedliche traumatherapeutische Verfahren. Die Patienten sind in 3 Gruppen a 9 Patienten aufgeteilt - jede gruppe ist in den einzelnen Therapien unter sich.

Therapien: Gruppentherapie - psychodynamische Gruppentherapie (3x 75 Min. die Woche), Skillstraining, Einzeltherapie (2x 25 Min), Visite, Psychodrama, Emotionstraining, Imaginationsgruppe, Tiergestützte Therapie, Essgruppe

Außerdem gibt es noch Aktivitätsgruppen und eine Stationsrunde, die verpflichtend sind.

Pro: Für Persönlichkeitsstörungen – speziell der Borderline-Erkrankung, ggf. ein passendes Konzept, wenn Vorfertigkeiten vorhanden. (eine gewisse Grundsteuerungsfähigkeit der eigenen Impulse). Die Station arbeitet im Prinzip stark mit Beziehungsaspekten, daher sollte eine gewisse
Reflektionsfähigkeit und Steuerbarkeit vorhanden sein. Wenn das der Fall ist, kann die Station potenziell sicherlich sehr bereichernd für den einzelnen sein. Es gibt relativ viele Angebote, was für Leute die starke Struktur im Tag brauchen gut sein kann. Auch für sehr explorationsfreudige Patienten, speziell die künstlerisch veranlagt sind, sind einige sehr gute Angebote dabei. Die Altersverteilung auf der Station ist eher im jungen Erwachsenenalter und überwiegend Frauen anzusehen. Das Essen ist meistens gut bis okay. (einzelne Gerichte lernt man, einfach sich nicht auszusuchen)

Contra: Die Station versäumt es sehr, relativ offen mit den Patienten zu sprechen. Was zu unnötigen Konflikten führt. Für Traumafolgeerkrankungen, wenn diese Vordergründig sind, halte ich diese Station nicht für geeignet. Dafür herrscht auf dieser Station zu wenig Ruhe. Mir wurde nicht mal gesagt, wer mein Bezugsbetreuer ist. Ich fand den Umgang untereinander sehr kühl und sehr konfliktreich. Im Großen und Ganzen hab ich mich sehr allein gelassen gefühlt, auch wenn ich um Unterstützung bat. Die Therapien sind find ich mehr Zwang, gut gemeint, müsste aber meiner Meinung nach mehr Anpassung möglich sein, was nicht der Fall ist. Mir fehlt definitiv das Mitspracherecht auf dieser Station. Ist man als Patient sehr stark anpassungsfähig, ist es weniger ein Problem, braucht man eine gewisse Flexibilität, würde ich mir die Station überlegen. Zudem ist nachts keine Stationsdauerbesetzung da (das könnte sich aber verändert haben, da die PSM 5 mit der PSM 6 zusammengelegt wurde) – wäre es immer noch so, gerade bei Traumata eher nicht so empfehlenswert, Psychoedukation ist sehr mangelhaft

Fazit: Je nachdem was ein einzelner braucht, kann die Station gut sein. Es ist aber auch stark abhängig von den Mitpatienten, vor allem da diese sich eigentlich am Meisten helfen (Beziehungsaspekte spielen auf der Station glaube ich die größte Rolle). Bei einer Persönlichkeitsstörung und dem klaren Ziel z.B. der klaren Kommunikations- und Interaktionsverbesserung kann die Station richtig gut sein, wenn man sehr anpassungsfähig ist. Braucht man mehr individuelle Begleitung und/ oder hat vor allem mit einer Traumafolgeerkrankung vordergründig zu kämpfen würde ich die Station nicht empfehlen.







 

Freitag, 24. September 2021

Klinik Walstedde

 Klinik Walstedde
- private Kinder- und Jugendpsychiatrie


 Die Klinik Walstedde in Dresteinfurt (NRW) ist eine private Kinder- und Jugendpsychiatrie und bietet 20 Behandlungsplätze für Kinder- und Jugendliche bis 21 Jahren (in Ausnahmefällen und bei vorliegender Finanzierung auch älter) sowie 2 Eltern-Kind Apartments. Die ganze Klinik wird geschlossen geführt, sprich alle Türen sind geschlossen und keiner kann die Klinik eigenständig verlassen.
Da es eine private Klinik ist kann die Klinik i.d.R nur privat versicherte Patienten aufnehmen sowie Patienten die über die Jugendhilfe kommen.

Die Klinik behandelt alle Störungsbildes des Kindes- und Jugendalters, wobei der Schwerpunkt aber auf sehr komplexen Krankheitsbildern (gerade auch schweren Borderline Störungen) liegt, viele der Patienten die dort behandelt werden kommen mit einem Unterbringungsbeschluss, daher auch der geschlossene Rahmen.

Die eine Einsenderin war dort für 1.5 Jahre, die andere für ein halbes Jahr. Beide waren dort aufgrund einer Borderline Störung, depressionen, PTBS und SVV und hatten einen Unterbringungsbeschluss.

Es gibt ausschließlich Doppelzimmer sowie 3 Krisenzimmer mit Fixierbetten und Überwachungskamera. (Einer davon ist gepolstert wie ein TIME-Out Raum)

Statt eines Bezugsbetreuers im PED wird hier in sogenannten Therapeutenteam gearbeitet, sprich jeder Jugendliche hat eine „Kleingruppe“ die ihn behandelt, diese besteht aus 4-5 PEDs und dem Bezugstherapeuten. Nur diese wissen von deinen Problemen und daher kann ein sehr enger Betreuungsrahmen sowie gute Absprachen geleistet werden. Diese stehen auch als Ansprechpartner für die Eltern zur Verfugung.


Es gibt einen klaren Tagesplan bestehend aus Mahlzeiten, Interner Schule oder dem Therapiezentrum (ähnlich wie Ergotherapie, wo man Therapiehausaufgaben bearbeitet) Beschäftigungsmaßnahmen, Therapien

Therapie-Angebot: Skillsgruppe, SKT, Theatertherapie, Sporttherapie, Filmtherapie, Hundetherapie, interaktives Training, Kunsttherapie, Maskentherapie, Reittherapie (da gibt es aber nur 4 Plätze)

Laut Homepage wird auch EMDR , Transkranielle Magnetstimulation und traditionelle Chinesische Medizin in der Klinik angeboten - dies allerdings voraussichtlich nur gegen extra Bezahlung. (Zu beachten gilt dass die Klinik pro Tag bereits mehr als das doppelte einer „normalen“ KJP- Akutstation kostet, genau zahlen dürfen hier aus Datenschutzgründen nicht genannt werden)

Außerdem gibt es Angebote wie EMDR

Das Handy darf man vom Frühstück bis 22.00 Uhr haben, es kann aber ggf. eingeschränkt werden.

Es wird mit Sonden gearbeitet in der Klinik bei Anorexie oder Nahrungsverweigerung.

Einsenderin 1 sagt:

Pro: Die Ärzte haben Ahnung davon was sie machen, gerade was den Bereich Borderline angeht, sehr hoher Personalschlüssel, die Klinik trägt jede Krise mit sprich man kann I.d.R nicht rausfliegen

Kontra: man wird sehr schnell fixiert bei Kleinigkeiten und bleibt dann auch schnell eine Woche in der Fixierung, Klinik besntragt schon bei Aufnahme einen Beschluss damit sie die Patienten da behalten kann, einige Therapeuten sind zu Konfrontativ

Einsenderin 2 sagt:

Pro: sinnvolle Therapiehausaufgaben, einige Therapien besonders Reittherapie

Kontra: wurde komplett ruhig gestellt mit Medikamenten (teilweise bis zu 15 mg Tavor am Tag und 1500 mg Quetiapin), bei Selbstverletzungen direkt eine Woche fixiert worden, war über 2 Monate im Krisenraum ohne Raum mit der Begründung der Raum soll beschützend und sichernd wirken (Fixierung soll u.a auch Geborgenheit geben), kam mit viel mehr Diagnosen raus als rein

Die eine Einsenderin würde die Klinik begrenzt empfehlen, die andere auf keinen Fall.