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Montag, 15. September 2025

Schön Klinik Berchtesgadener Land - Abteilung für Zwangsstörungen

 Schön Klinik Berchtesgadener Land -  Abteilung für Zwangsstörungen


 

Die Schön Klinik Berchtesgadener Land hat eine Rehaabteilung für Pneumologie sowie einen Akutbereich für Psychosomatik. Aufgenommen werden in der Psychosomatik Patienten ab 18 Jahren, die unter Angststörungen, Essstörungen, Burn-Out, chronischen Schmerzen, Depressionen (auch chronische, es wird CBASP angeboten), Angststörungen (auch Soziale Phobien und Panikstörungen), Somatoformen Störungen oder Zwangsstörungen leiden.

Einen Beitrag zum Essstörungsbereich gab es bereits, heute geht es um die Behandlung von Patient*innen mit Zwangsstörungen.

Es gibt Einzelzimmer mit eigenem Bad für alle Patienten. 

Das Therapiekonzept arbeitet viel mit Expositionen. Diese werden im Einzel oder auch der Zwangsbewältigungsgruppe erarbeitet, dann eigenständig unter der Woche durchgeführt und in der Protokollgruppe und/oder dem Einzel nachbesprochen. Dadurch challenged man sich Woche für Woche und kann direkt darüber sprechen, was schwierig war. Allerdings setzt die Klinik auch viel auf Medikamente, da wird wirklich viel rumprobiert, welches Medikament passen könnte, weshalb man zT nicht soo gut auf die Therapie konzentriert ist wegen aufretenden Nebenwirkungen (Müdigkeit, ...) 

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min.), Zwangsbewältigungsgruppe (2x 100 Min.),  täglich Gruppenvisite, Sport (3x 45 Min.), Entspannungsgruppe (Progressive Muskelentspannung oder QiGong),  Problemlösegruppe (quasi eine Art Selbsthilfegruppe mit Therapeut, 2x 90 Min.), Zwangsprotokollgruppe (hier kann man seine Expos mitteilen und wie es lief (symptombezogen)

Außerdem gibt es wöchentlich eine Oberarzt- und Stationsarztvisite (hier können Medikamente, körperliche Beschwerden etc. angesprochen werden) und 1x die Woche muss jeder zum Blutdruck messen und wiegen.

Individuell kann man auch noch an einer Klinikübergreifenden Skillsgruppe teilnehmen, die aber laut Einseinderin sehr oberflächlich ist und gemischt mit allen Krankheitsbildern. 

Die Wartezeit beträgt etwa 3-5 Monaten, der Aufenthalt dauert 12 Wochen, in Ausnahmefällen kann man nochmal um 1-2 Wochen verlängern. Es gibt auch die Möglichkeit einer Intervallbehandlung, sprich man kommt einige Wochen/Monate später wieder (dann allerdings nur noch für 6 Wochen), kann an Erlerntes anknüpfen und intensiver an den Dingen arbeiten, die Zuhause im Alltag vllt (wieder) schwierig waren.

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
Einzelzimmer, Kliniklage am Königssee, Zwangsprotokollgruppe, Schwestern/Pfleger sich eig alle nett, Intervalltherapie möglich, Sporttherapeuten alle Top, angemessen viele Therapien (weder zu viel, noch zu wenig), auf körperliche Beschwerden wird schnell eingegangen (zB durch Reiznadelmatte, Massagen, Physio, …)

Kontra:
Sauberkeit in der Klinik, Essen, viele unerfahrene Therapeuten/Ärzte, Verlängerungen werden nur selten gestattet, häufiger Medikamentenwechsel, zT unnötig vergebene Medikamente, zT wirklich unsensible Co-Therapeuten, begleitend andere (psychische) Erkrankungen wie zB Depressionen werden kaum beachtet (obwohl es auch ein Depressionskonzept gibt, welches man zT parallel mitmachen könnte).


(C) Schön Klinik

© Einsenderin

Montag, 5. Mai 2025

Hospital zum heiligen Geist - Psychosomatik - 3. Nord

 Hospital zum heiligen Geist - Psychosomatik - 3. Nord


In der Psychosomatik im Hospital zum heiligen Geist in Frankfurt gibt es zwei psychosomatische Stationen (Station 5 Nord und Station 3 Nord). Vor einigen Jahren gab es schon einen Beitrag zu Station 5 Nord, heute geht es um Station 3 Nord.

Behandelt werden auf beiden Stationen jegliche psychosomatische Krankheitsbilder mit den Schwerpunkten auf komplexe Traumafolgestörungen, somatoformen Störungen und Schmerzstörungen, Esstörungen sowie Angsterkrankungen und Depressionen.

Es gibt 15 stationäre Behandlungsplätze in Doppelzimmern, es gibt ein einziges Einzelzimmer mit extra Warteliste (sehr viel länger). Auf der anderen Station gibt es auch ein Dreibettzimmer. Außerdem sind 5 tagesklinische Patienten auf Station.

Die Station wird in 2 Gruppen aufgeteilt a 10 Personen. Die jeweilige Gruppe hat dann alle Therapien zusammen (siehe Therapieplan). Der Plan ist jede Woche der selbe.

Die Klinik arbeitet nach einem einem psychoanalytischen, konfliktzentrierten Konzept. Es wird daher viel über die Dynamiken innerhalb der Gruppe gesprochen wird (wer was in wem auslöst, etc.).

Therapien: Einzeltherapie (2x 50 Min.), 1-2x Bezugspflegegespräch, therapeutische Kleingruppe / Gruppentherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie, Atemtherapie, Körperpsychotherapie, Walking-Gruppe, Fitnessgruppe, PMR., Ernährungstherapie

Je nach Krankheitsbild kann man noch in die  DBT Gruppe, eSchmerzgruppe oder Traumagruppe eingeteilt werden. Es besteht die Möglichkeit einer Traumakonfrontation (EMDR oder IRRT).

Zusätzlich kann man Physiotherapie oder weitere Angebote (Körpertherapie alleine, Klangschalentherapie alleine, etc.) bekommen.

Zum Essstörungskonzept:
Es gibt keinen Mindest BMI, wenn man allerdings körperlich zu schlechte Werte hat kommt man erstmal auf die somatische Station im Haus. Es gibt ein Basisgewicht (+4kg zum Aufnahmegewicht). Bis dahin ist der Ausgang beschränkt auf 2-4 Stunden je nach Entwicklung und man kann am Wochenende nicht nach Hause. Ziel ist ein 18,5 BMI. Man muss mindestens 0,5kg pro Woche zunehmen, wenn man das nicht schafft gibt es Fortimel (überwacht+ Sitzzeit) und bei 3x wird man entlassen (wobei die mit sich reden lassen). Man kann auch eine Sonde bekommen. Wiegen ist 2x wöchentlich. Es gibt 3 Hauptmahlzeiten zu denen man anwesend sein muss, allerdings wird nichts kontrolliert. Im Untergewicht darf man an keinen Bewegungstherapien teilnehmen.Das Konzept ist sehr eigenverantwortlich. Man muss ein Essenstagebuch führen, was in der Bezugspflege besprochen wird.
Man kann essen was man möchte, solange man wöchentlich die 500g zunimmt. Über Essen/ Symptomatik wird wenig gesprochen, es geht um das dahinter. Oft wird ein Intervall angeboten, sodass man nach einigen Monaten nochmal kommt. Im Untergewicht ist es nicht möglich in den teilstationären Bereich zu wechseln.

Die meisten Patienten bleiben 8-10 Wochen mit Essstörung kann man maximal 12 Wochen bleiben. Häufig ist man die letzten 2-3 Wochen teilstationär, um einen sanften Übergang zu schaffen.

Man hat freien Ausgang außer wie geschildert teilweise als Essstörungspatient.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: Außergewöhnlich gute Pflege (kennen sich gut im Traumabereich aus), kompetente Therapeuten, guter Austausch innerhalb des Teams, viel Unterstützung (wenn man sie denn einfordert), kurze Wartezeiten, gute körperliche Betreuung (regelmäßige Blutabnahmen, EKG) Contra: Viel Eigenverantwortung, gerade bei Essstörungen nur empfehlenswert wenn man sehr reflektiert ist/ schon Vorbehandlung hatte, typisches Krankenhausessen, viel Therapieausfall Empfehlenswert für alle, die nichts mit verhaltenstherapeutischen Konzepten anfangen können und konstante Ansprechpartner brauchen. Besonders bei PTBS zur Stabilisierung (nicht unbedingt Konfrontation) und für Depressionen/ Ängste. Bei Essstörungen nur mit genug Eigenmotivation.





Montag, 20. Januar 2025

Schönklinik Bad Arolsen - Team 2 (Essstörungen)

 Schönklinik Bad Arolsen - Team 2 (Essstörungen)

(C) Schön Klinik Arolsen

 Die Schön Klinik Bad Arolsen ist eine psychosomatische Fachklinik, aufgeteilt in den Erwachsenen und Jugendbereich. Es gibt bereits zu verschiedenen Teams- und Abteilungen der SK Bad Arolsen Beiträge auf unserer Seite.


Heute geht es um das Team 2, welches sich im Haus Hofgarten befindet. Behandelt werden dort Erwachsene ab 18 Jahren mit allen Formen der Essstörungen (ab einem BMI von 13), es sind hauptsächlich Privatversicherte bzw. Zusatzversicherte in diesem Team, manchmal auch gesetzlich versicherte. Alle Privatpatienten haben ein Einzelzimmer, als gesetzlich versicherte Person kann man auch im Doppelzimmer landen.

Man bekommt entweder einen Gewichtszunahmevertrag (bei einem BMI unter 18,5) oder einen Gewichthaltevertrag (ab BMI 18,5). Das Ziel ist es ein BMI von 20 zu erreichen.

Es wird mit einem Tisch-System gearbeitet:
Tisch 1: Frühstück- und Mittagessen begleitet
Tisch 2: Portionieren beim Mittagessen wird begleitet
Tisch 3: unbegleitet

Man kann Zwischenmahlzeiten bekommen.

Es gibt eine Richtmenge, die jeder Patient essen soll:
Frühstück: 2 Brötchen + Butter + flächendeckender Belag
Mittagessen: 1 Portion + Dessert
Abendessen: 3 Scheiben Kastenbrot/ 2 Scheibeb ovales Brot + Butter + flächendeckender Belag + 1 Salat mit 1 Kelle Dressing

Es kann individuelle Erhöhungen geben oder Fresubinauflagen bekommen. Patient:innen die größer als 1,75 m sind bekommen automatisch bei allen Mahlzeiten die 1,5x Richtmenge.

Therapieangebote: Einzeltherapie, Cotherapieeinzel, Einzel Ernährungsberatung, Basis Psychotherapiegruppe (2x 120 min.), Basis Essstörung (1x 50 Min.), Ernährungstheorie (6x während des Aufenthalts), Indikativ Esstörung (6x), Aufbau gesundes Bewegungsverhaltens (6x), Kunsttherapie, Körperbild, Achtsamkeit und Körperakzeptanz, Indoor- und Outdoorsport, Musiktherapie, Tanztherapie, Skillsgruppe (je 4 Termine)

Die Aufenthaltsdauer beträgt bei Patienten mit Aufnahme BMI > 18,5 6-10 Wochen, bei Patienten die im Untergewicht aufgenommen werden bis sie den BMI 20 erreicht haben + zwei Wochen die als Haltephase gilt.

Die Wartezeit ist sehr unterschiedlich, die Einsenderin hat ca. 4,5 Wochen gewartet. 

Handy darf man durchgängig haben; Beurlaubungen sind für 1 Nacht möglich und werden vor- und nachbesprochen.

Die Einsenderin schreibt:

Mir hat die Station den Arsch gerettet und mir extrem geholfen, das ganze Team arbeitet eng zusammen und ist sehr wohlwollend. Man wird als Mensch und nicht lediglich als Essstörung gesehen. Vor allem meine BT hat mir sehr geholfen und mich weiter gebracht. Besonders positiv: es wurde mir ermöglicht eine Traumatherapie zu machen ab BMI 20 sowie die Teilnahme an einer stationsübergreifenden PTBS-Gruppe.  Ich kann die Klinik nur sehr empfehlen!!!!

 

(C) Einsenderin

 






Montag, 23. Dezember 2024

Rhein Klinik Bad Honnef - Station 1 (junge Erwachsene)

 Rhein Klinik Bad Honnef - Station 1 (junge Erwachsene)

(C) Rhein Klinik

Die Rhein Klinik in Bad Honnef ist eine psychsomatische Klinik für Erwachsene ab 18 Jahren mit verschiedenen Stationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (u.a auch eine Schwerpunktstation für komplexe Traumafolgestörungen). Die Einsenderin wurde auf Station 1 behandelt, welche seit 2022 einen Schwerpunkt auf der Behandlung von jungen Erwachsenen von ca. 18-30 Jahren hat. Behandelt werden verschiedene Krankheitsbilder wie Depressionen, Ängste, Traumafolgestörungen, Essstörungen oder somatoforme Störungen, nicht behandelt werden Psychosen, Abhängigkeitserkrankungen sowie Eigen- und/oder Fremdgefährdung. Die Einsenderin wurde aufgrund einer kPTBS und atypischen Anorexie behandelt.

Es gibt Doppelzimmer mit eigenem Bad, aktuell wird die Klinik umfangreich renoviert, manche Bereiche sind daher noch etwas abgenutzt. Für Privatpatienten stehen Einzelzimmer zur Verfügung.

Für die Aufnahme ist eine hohe Eigenmotivation notwendig, weil das Setting recht frei ist und viel Mitarbeit gefordert wird. Man sollte sich selbst strukturieren können und in der Lage sein an möglichst allen Therapien teilzunehmen, da sonst der Aufenthalt auch schonmal verfrüht beendet wird. Natürlich kann man mal nach Absprache und gutem Grund eine Therapie ausfallen lassen.

Die Klinik arbeitet schwerpunktmäßig psychodynamisch orientiert.

Therapien: Einzeltherapie, Gesprächsgruppe, Kunsttherapie oder Tanz- und Bewegungstherapie, Skillsgruppe, Imagination, Stationssport, Psychoedukationsgruppe

Außerdem gibt es eine Morgenrunde. Es gibt extra Gruppentherapien für Menschen mit Essstörung, aber auch dort ist es ein sehr freies und offenes Konzept. Freiwillig und je nach Bedarf gibt es auch noch Wirbelsäulengymnastik, Atemgymnastik, beckenboden Gymnastik und ähnliches, welche von Physiotherapeuten geleitet wird und echt gut sind.

Die Wartezeit für die Station beträgt aktuell ca. 3 Monaten, bei Dringlichkeit kann es aber auch schneller gehen.

Es gibt viele Angebote für Freizeitaktivitäten auch am Wochenende. Wenn man allerdings aus näherer Umgebung kommt ist es gewünscht, dass man am Wochenende für eine Belastungserprobung nach Hause fährt.

Man bleibt 8 Wochen auf Station und kann bei Bedarf auf 10 Wochen verlängern.

Die Einsenderin schreibt:

Die Pflege ist wirklich super. Total kompetent und immer für Gespräche da. Die Therapeuten waren auch alle total nett und bemüht. Ich fand besonders gut, dass sich gut im Team besprochen wurde und nicht einer am anderen vorbeiarbeitet. Ich hab mich von Anfang an super wohl gefühlt. Bei einer kptbs ist der Therapie Plan eigentlich nicht perfekt geeignet trotzdem wurde gut und individuell auf meine Probleme eingegangen, die Pflege war überwiegend sehr vertraut mit der Arbeit mit Trauma Patienten. Das Essen ist inordnung. Es gibt immer zwei Menüs, eins vegetarisch, und zusätzlich eine salatbar. Vegane Ernährung gestaltet sich etwas schwierig und ich persönlich hatte oft Hunger und musste relativ viel auch private Lebensmittel zusätzlich essen.


(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 16. Dezember 2024

Uniklinikum Erlangen - Psychosomatik Station P22

Uniklinikum Erlangen - Psychosomatik Station P22

(C) Uniklinikum Erlangen

 Im Uniklinikum Erlangen gibt es eine psychosomatische Station mit 22 Behandlungsplätzen. Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit verschiedensten psychosomatischen Erkrankungen wie Essstörungen, Depressionen, Angst-, Zwangs- & Persönlichkeitsstörungen, AD(H)S oder somatoforme Störungen.  Außerdem gibt es eine extra Gruppe für Post-Covid Patienten. Nicht aufgenommen werden Patienten mit Substanzabhängigkeiten, Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, akuter Suizidalität oder Essstörungen bei einem BMI unter 13.

Die Einsenderin wurde schwerpunktmäßig wegen einer Essstörung behandelt.

Es gibt überwiegend Doppelzimmer mit eigenem Bad und Balkon, die beiden Einzelzimmer die es gibt (ohne Balkon), werden nur an Patienten vergeben, die einen bestimmten Grund haben, weshalb ein Doppelzimmer für sie schwierig ist. Die Zimmer werden willkürlich eingeteilt, also ist es nicht selten dass sich 20 jährige mit 60jährigen ein Zimmer teilen. Auch kann es sein, dass Bulimiker und Emetophobiker zusammen auf einem Zimmer sind. Die Zimmer werden täglich gereinigt.

Es gibt drei feste Mahlzeiten am Tag: Frühstück (07.30 - 08.30), Mittagessen (12.00 - 12.30) und Abendessen (18.00 - 18.30). Essstörungspatienten nehmen zusätzlich Zwischenmahlzeiten zu sich und essen am gemeinsamen Esstisch, der Mittags und Abends von Therapeuten oder jemandem von der Pflege betreut wird. Alle anderen können entweder gemeinsam im Aufenthaltsraum, im Zimmer oder bei schönem Wetter auch draußen auf dem Balkon essen.

Essstörungspatienten werden je nach BMI in verschiedene Programme eingeteilt, je niedriger das Programm, desto weniger Freiheiten hat man und bei desto weniger Therapien darf man teilnehmen. Das Essen muss (egal welcher BMI) immer ganz aufgegessen werden, wird das nicht gemacht bekommt man 24h Zimmerarrest, muss sein Handy abgeben und darf nicht bei den Therapien teilnehmen. Ziel BMI ist sehr individuell, aber mindestens 19.

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min.), Skillsgruppe (2x 50 Min.), Interaktionsgruppe (2x 90 Min.), Kunst- und Ausdruck (1x 165 Min.), Körper- und Bewegung (1x 165 Min.), Bewegung & Entspannung (2x 30 Min.)

Zudem kann man sich 1x/Woche bei der medizinischen Sprechstunde vorstellen, wenn man ein medizinisches Anliegen hat. Essstörungspatienten haben zudem 1x/Woche eine Essstörungsgruppe á 45min sowie eine Kochgruppe (an diesem Tag wird abends auch warm gegessen) Freitags trifft sich die gesamte Station zum Stationsforum, um die neuen Dienste zu losen und mögliche Verbesserungswünsche zu äußern. Am Sonntagabend erzählt jeder von seinem Wochenende. Neben den üblichen Therapien hat man die Möglichkeit in eine Bezugspflege zu gehen, mit der man individuell Termine vereinbaren kann (ca. 1-2 Termine pro Woche). Die Bezugspflege ist aber freiwillig, einige Patienten haben auch keine.

Ein Mal pro Woche ist Gruppenausgang, bei dem alle Patienten gemeinsam etwas unternehmen sollen. 2x/Woche ist fernsehfreier Abend, ansonsten steht der Fernseher im Aufenthaltsraum für Filmeabende bereit.

Durchschnittlich bleibt man etwa 8 Wochen auf Station, Post-Covid Patienten 5 Wochen. Manchmal wird verlängert. Die Ausnahme sind Essstörungspatienten, die im starken Untergewicht kamen, diese können länger bleiben.


Wenn der BMI unter 13.5 gerät, bei starken Selbstverletzungen, Suizidalität etc. oder nicht ausreichender Mitarbeit (zB Verweigerung von Mahlzeiten) wird man auf die geschlossene Station verlegt.

Die Wartezeit beträgt etwa 4-5 Monate.

Sein Handy kann man durchgängig haben, es gibt kostenloses WLAN im ganzen Haus. Besuch kann man jederzeit außerhalb der Therapien bekommen. Während seines Aufenthalts darf/soll man 2x übers Wochenende nach Hause fahren, um zu sehen wie es läuft. Das Wochenende wird in der darauffolgenden Woche nachbesprochen. 

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
-
Team (besonders die Pflege) ist top
- Essen ist lecker
- die Sauberkeit

Kontra:
- das zweite Einzel die Woche fällt oft aus
-
zum Teil Gruppen-/Zimmereinteilung
- zeitlichbegrenzte Behandlung





(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 9. Dezember 2024

Uniklinikum Jena - Psychosomatik - Station 111

Uniklinikum Jena - Psychosomatik - Station 111

(C) Uniklinik Jena

Im Uniklinikum Jena gibt es in der psychosomatischen Abteilung eine Station. Aufgenommen werden Patient:innen von 18-65 Jahren. Behandelt wird das gesamte Spektrum der psychosomatischen Störungsbildern, der Schwerpunkt liegt auf Essstörungen (auch bei schweren Fällen mit einem BMI unter 12), Somatoformen Störungen und Depressionen.

Es gibt EInzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit eigenem Badezimmer.

Der Schwerpunkt liegt auf einem tiefenpsychologischen Ansatz, es wird überwiegend gruppenpsychotherapeutisch gearbeitet.

Therapien: Einzeltherapie, 2x die Woche tiefenpsychologische Gruppentherapie, Tanztherapie, "Naturraum", Bildgestaltung, Achtsamkeitsgruppe, Essstörungsgruppe, Entspannung

Man bleibt etwa 8-12 Wochen auf Station.

Sein Handy hat man durchgängig und auch Ausgang, aber erst ab 15.00 Uhr darf das Klinikgelände auch verlassen werden. Die ersten beiden Wochenenden muss man auf Station bleiben, ab dem 3. Wochenende MUSS man zur Beladtungserprobung nach Hause (was v.a. bei Essstörungen zu bedenken ist und für mich persönlich therapeutisch nicht sinnvoll war)

Die Einsenderin schreibt:

Das Essstörungskonzept kann ich nicht empfehlen. Was Ernährung angeht wird man komplett allein und in Selbstverantwortung gelassen. Das Personal ist zum Großteil unqualifiziert und unsensibel bzgl. Essstörungen. Ich war sehr unzufrieden und kann die Klinik mit Essstörung nicht empfehlen.


(C) Uniklinikum Jena


 

Montag, 1. Juli 2024

ZfP Reichenau - SINOVA Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie -Station 61

 ZfP Reichenau - SINOVA Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie -Station 61

In der Psychosomatik vom ZfP Reichenau gibt es zwei Stationen:

Station 60: Schwerpunkte Interpersonelle Therapie bei Depressionen sowie Traumatherapie bei Traumafolgestörungen (IRRT / NET)
Station 61: Schwerpunkt Emotionsregulationsstörungen

Die Einsenderin wurde auf Station 61 behandelt. Aufgenommen werden Patient:innen ab 18 Jahren, die unter Emotionsregulationsstörungen leiden und Probleme mit Selbstverletzendem Verhalten, Impulsivität, zwischenmenschlichen Beziehung, Umgang mit Gefühlen, Stimmungsschwankungen etc. haben wie z.B bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Einsenderin schreibt manchmal sind auch Patienten mit Depressionen oder Angst- und Zwangsstörungen auf Station.

Es gibt 20 Betten, hauptsächlich Doppelzimmer, diese sind bis auf ein Doppelzimmer mit einem eigenen Bad ausgestattet. Es gibt zusätzlich vier Einzelzimmer, die jedoch kein eigenes Bad auf dem Zimmer haben. Es gibt aber im Erdgeschoss ein großes Bad mit separater Dusche und einer Badewanne. Dieses Bad teilen sich zwei Einzelzimmer. Im 1. Stock gibt es ebenso ein Bad mit Badewanne und ein separates Bad mit zwei abschließbaren Duschkabinen. Zusätzlich befinden sich im 1. Stock noch zwei Einzelzimmer mit eigenem Bad für PrivatpatientInnen oder für PatientInnen mit einer Einzelzimmerzusatzversicherung. Es gibt auch eine stationseigene Waschmaschine und einen Trockner welche umsonst genutzt werden dürfen.

Die Mahlzeiten auf Station sind Teil vom Therapieprogramm und daher verpflichtend. Frühstück ist um 7.40 Uhr, Mittagessen um 11.45 Uhr und Abendessen um 18.00 Uhr. Es gibt bei jeder Mahlzeit ein paar Minuten Achtsamkeit, in dieser Zeit darf niemand aufstehen und mam darf sich nicht unterhalten. Am Wochenende an dem man in der Klinik bleiben muss, kann jeder individuell seine Mahlzeiten zu sich nehmen.

Die Station arbeitet nach dem Konzept der DBT (Dialektisch Behavioralen Therapie), welche zur Behandlung chronisch suizidaler Patient:innen entwickelt wurde.

Zum Therapieangebot gehöret Gruppentherapie in verschiedenen Stufen, je nach Stufe im DBT. Man startet mit weniger Therapien, erstmal mit der Grundlagengruppe und steigt dann von DBT 1 in DBT 2 und hat dann zusätzliche Therapeutische Gruppen (Achtsamkeit, Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen, Selbstwert und Zwischenmenschliche Fähigkeiten). Um in die nächste DBT Stufe zu kommen, hat jede/r PatientInnen eine Teamvorstellung. Hier wird einem Teil des Therapeutischen Teams das jeweilige Problemverhalten (SVV, Sucht, Aggressionen etc.) vorgestellt. Dazu kommt 1x die Woche ein therapeutisches Einzelgespräch, 1x die Woche ein festes Gespräch mit der Pflege, Körperskillsgruppe, Bewegungstherapie, Kunsttherapie und Musiktherapie.  Außerdem kann man aus folgenden Therapien wählen, man muss mindestens eine Sache wählen, kann nach Absprache aber auch mehr wählen: Pilates, Zumba, Yoga, PMR, Mediation im Gehen.

Einmal wöchentlich gibt es außerdem Visite. Einmal die Woche findet eine Vollversammlung statt in der Probleme unter den PatientInnen, mit Therapeutinnen oder Pflege besprochen werden können, es werden Dienste verteilt, Informationen ausgetauscht, PatientInnen begrüßt und verabschiedet. Die Vollversammlung wird immer von einem Patienten geleitet und einem weiteren protokolliert.
Dienste die es auf Station gibt: - Küchendienst - Patendienst - Wäschedienst - Blumendienst - Balkondienst - Vollversammlung leiten - Vollversammlung protokollieren - Backdienst (am Visitentag wird von zwei PatientInnen gebacken und es gibt am Nachmittag Kaffee und Kuchen, dafür fällt das Abendessen aus und der Abend ist zur freien Verfügung) - Kochdienst ( freitags gibt es ein gemeinsames warmes Abendessen, welches von 2 PatientInnen gekocht wird) - Spieleabend vorbereiten ( ein Abend der Woche wird von 2 PatientInnen vorbereitet und durchgeführt)

Voraussetzung für eine Aufnahme ist ein negativer Drogentest und es dürfen keine Benzos als Medikamente genommen werden. Am ersten Morgen findet ein Urintest statt, sollte dieser positiv sein, muss man die Station noch am selben Tag wieder verlassen und kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Das erste Wochenende wird in der Klinik verbracht, ab dem zweiten Wochenende gehen alle PatientInnen von Samstagmorgen bis Sonntagabend zur Belastungserprobung nach Hause. Es können am Wochenende auch Tagesausflüge gemacht werden, dafür kann man sich vom Essen auch abmelden.

Die Station arbeitet mit Intervallbehandlungen. Der erste Aufenthalt beträgt 10 Wochen, ein erster Intervall dann 8 Wochen, ein Dritter und jeder weitere Intervall 6 Wochen.

Handys sind auf den Patientenzimmern durchgängig erlaubt, es gitb WLAN. Außerdem der Therapien kann man im Zeitraum von 07.30 - 21.15 Uhr die Station jederzeit verlassen, Nachts wird die Tür abgeschlossen.

Nachts befindet sich lediglich eine Nachtbereitschaft auf Station, die im eigenen Zimmer schläft und nur bei Bedarf geweckt wird.

Auf der Homepage des ZfP findet man einen ausführlichen PatientInnen Leitfaden, in dem sämtliche Infos zu finden sind. Auf der Homepage findet man auch den Ammeldebogen mit dem man sich über das Sekretariat für die Station anmeldet. Nach Eingang der Anmeldeunterlagen bekommt man einen Anruf der Klinik und wird ggf. zu einem Vorgespräch eingeladen. Die Wartezeiten sind sehr unterschiedlich.

Die Einsenderin schreibt:

Die Lage der Klinik ist total schön und in Seenähe. Es können im ZfP in der Fahrradwerkstatt Fahrräder ausgeliehen werden so ist man schnell auch mal für eine Runde Schwimmen am See. Lidl, DM, eine Kreissparkasse und der Bahnhof liegen in Laufweite. Auf dem Klinikgelände gibt es ansonsten auch ein Kiosk. Ich war 2021 und 2022 dort und beide male sehr zufrieden. Die strengen Regeln der DBT sind für manche PatientInnen nicht ganz einfach, ich kam damit aber sehr gut zurecht, bin aber jm. der gern strukturiert ist und sich ein einem festgelegten Rahmen sicher fühlt. Ich hatte ein tolles Bezugstandem und kam sowohl mit meiner Bezugspflegerin als auch mit meiner Bezugstherapeutin sehr gut zurecht. Ich konnte Inhaltlich für mich sehr vieles mitnehmen und bin seitdem gerade was das Problemverhalten angeht sehr viel stabiler und weiß wie ich mit hoher Anspannung oder auch Dissoziationen umgehen kann. Man bekommt dort sein Handwerkszeug und wenn man es schafft das gut umzusetzen ist der Aufenthalt dort sehr wertvoll. Es wird viel Eigenverantwortung erwartet aber ich denke, dass ist in den meisten Kliniken so. ch denke es macht Sinn, sich vorher mal mit dem Thema DBT auseinandersetzen um zu sehen was einen genau erwartet. Für Problemverhalten gibt es z.b. ein zweistündiges Timeout auf dem Zimmer um eine Verhaltensanalyse zu schreiben, die dann mit Mitpatientinnen besprochen und in der VA Gruppe vorgestellt wird. Die Termine, die in dieser Zeit stattfinden fallen ersatzlos aus.


 

Dienstag, 4. Juni 2024

Heiligenfeld Klinik Uffenheim

 Heiligenfeld Klinik Uffenheim


 Die Heiligenfeld Klinik in Uffenheim ist eine psychosomatische Klinik und behandelt Erwachsene ab 18 Jahren mit den verschiedensten psychischen Krankheitsbildern wie Depressionen, Angststörungen, PTBS, Burn-Out, Somatoforme Störungen, Dissoziative Störungen, Impulskontrollstörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen oder Zwangsstörungen. Es darf keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegen zur Aufnahme.

Die Einsenderin wurde aufgrund einer PTBS und Essstörung behandelt.

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer.

Es gibt drei feste Mahlzeiten, das Frühstück von 07.30-08.00 Uhr (an Feiertagen von 08.00-08.30 Uhr), Mittagessen von 12.30-13.00 Uhr und Abendessen von 18.00-18.30 Uhr.

Es gibt ein großes Therapieangebot, es wird individuell entschieden wer welche Therapien besucht, man kann auch Dinge ausprobieren und individuell entscheiden ob das zu einem passt.

Therapien: Einzeltherapie (1x 25 Min. die Woche), Kerngruppe (3x die Woche mit etwa 8-12 anderen Teilnehmern), Walking, Selbststeuerung, Bewegungstherapie, Meditation, Kreative Medien, Tanz- und Bewegungstherapie, Theatertherapie, Lebensführungsgruppe, Entspannung, verschiedene Indikationsgruppen (Depression und Lebensfreude, Trauma und Wachstum, Borderline und Selbstfindung, Sucht und Autonomie), Hochsensibilitätsgruppe, Schulter- und Nackenentspannung, Körperstruktur, Körperdynamatik, Transfergruppe, Rückenschule, Klinische Rythmustherapie, Heilsame Spiritualität, Heilraum Natur, Gartengruppe, Beziehung- und Kommunikationsgruppe, Boxsack-Therapie

Für Essstörungspatienten gibt es eine Essstrukturgruppe, die Einsenderin schreibt aber wenn man zu tief im Untergewicht ist oder viel "Kontrolle" braucht wird es schwierig, da bei Essstörungen der Fokus auf Eigenverantwortung liegt.

Es werden verschiedene Traumatherapieverfahren angeboten.

Man kann zur Krisenintervention aufgenommen werden (2 Wochen, nur für Patienten aus der näheren Umgebung) oder zur Langzeittherapie (Mindestens 6 Wochen).

Während der Aufenthalts darf man einmal in eine Belastungserprobung übers Wochenende fahren.

Patienten aus Bayern werden i.d.R deutlich schneller aufgenommen etwa innerhalb 4-6 Wochen, Patienten von außerhalb warten oft mehrere Monate bis hin zu einem Jahr.

Es gibt die Möglichkeit mit Haustier (Hund oder Katze) aufgenommen zu werden, dafür gibt es spezielle Zimmer und gesonderte Wartezeiten.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: Man wir total herzlich aufgenommen und die Therapeutin sind hier echt super lieb

Kontra: es gibt nur einen Pflegestützpunkt und da warte man meist immer sehr lange…










Montag, 29. April 2024

Schön Klinik Hamburg-Eilbek - Station 6D

 Schön Klinik Hamburg-Eilbek - Psychosomatik -  Station 6D 

(C) SK Eilbek

Die Schön Klinik Hamburg-Eilbek ist eine somatische, psychiatrische und psychosomatische Klinik und behandelt Patienten ab 18 Jahren. In diesem Beitrag wird es um die Station 6D gehen.

Aufgenommen auf dieser Station werden Patient*innen im jungen Erwachsenenalter von 18 Jahren bis ca. 27 Jahren. Es werden sowohl Kassen- als auch Privatpatienten behandelt. Es ist ein Altbau mit teilweiser Renovierung.

Die Station 6D knüpft noch an die Station 6C an, welche sich auf dem gleichen Stockwerk befindet und auf welcher Patient*innen der Allgemeinpsychosomatik behandelt werden. Die Zimmer für Patient*innen der Station 6D werden auch auf der Station 6C vergeben. Dadurch ergeben sich mehr freie Plätze. Beide Stationen sind aber genau nebenan. Es gibt hauptsächlich Doppelzimmer und einige Einzelzimmer. Letztere werden häufig für mobilitätseingeschränkte Patient*innen verwendet, im Einzelfall ist das Belegen eines Einzelzimmers auch aus anderen Gründen möglich, wie es auch bei der Einsenderin der Fall war.

Auf der Station 6D gibt es vier Teams:
Team D1A: Patient*innen mit Essstörung
Team D2A: Patient*innen mit Depressionen und Angsterkrankungen
Team D1B: Patient*innen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und Essstörung
Team D2B: Patient*innen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Die Einsenderin wurde im Team D1B für ca. 11½ Wochen behandelt.

Wenn man mit einer Essstörung dort ist wird mit einem 3 Phasen Konzept gearbeitet.

Stufe 1: Essbegleitung beim Mittagessen mit Portionstraining. Mit dabei ist immer die Ernährungstherapeutin selbst, eine Pflegekraft, die Stationsärztin oder ein Psychotherapeut, allerdings nur von Dienstag bis Freitag. Frühstück und Abendessen findet gemeinsam mit der Gruppe in einem kleinen Essensraum statt.

Stufe 2: Keine Essbegleitung und Portionstraining mehr. Frühstück darf alleine auf dem Zimmer eingenommen werden. Abendessen findet gemeinsam mit der Gruppe in einem kleinen Essensraum statt. Man darf sich eigene Aufstriche, Beläge etc. kaufen. Zusätzlich kommt die Lehrküche, das wöchentliche Abendessen in einem Restaurant mit der Gruppe (DinersClub) und einem wöchentlichen Kaffe- und Kuchen Trinken in einem Café mit der Gruppe hinzu (Kaffeeklatsch).

Stufe 3: Keine Essbegleitung und Portionstraining mehr. Frühstück und Abendessen darf alleine auf dem Zimmer eingenommen werden. Lehrküche, DinersClub und Kaffeeklatsch ist nach wie vor Teil der Therapie.

Das Essen in der Klinik selbst wird in einem Buffetwagen serviert. Light-Produkte o.ä sind verboten zu kaufen. Zusätzlich muss täglich ein Essprotokoll geschrieben werden, ebenso nach dem DinersClub, dem Kaffeeklatsch und nach der Lehrküche (Reflexionsbogen). Bei zu niedrigen Gewicht wird ein Gewichtsvertrag geschlossen.

Im D1B-Team werden folgende Therapien fest angeboten: Einzeltherapie (1× 50 min. die Woche oder 2× 25 min.), Skillsgruppe 1 und 2, Basisgruppe, Morgenrunde (inkl. Wochenzielen), Achtsame Bewegungstherapie, Physiotherapie, SKT, Sozialtherapiegruppe, PMR, Basisernährungsgruppe, Lehrküche, Ernährungsberatung (ca 1x 30 MIn. die Woche), Körperskillsgruppe (1× pro Aufenthalt)

Außerdem hat man mindestens 1× Woche ein Bezugspflegegespräch (ca. 30 Minuten). Für die achtsame Bewegungstherapie findet ein Vorgespräch statt, um der Sporttherapeutin erste Informationen über sich selbst zu geben und um zu erfahren, wie die achtsame Bewegungstherapie abläuft. Die Visite findet wöchentlich am Donnerstag statt. Ebenso das wöchentliche Wiegen.

Es ist auch die Verordnung von individuellen Therapien möglich wie Maskengruppe, Kunsttherapie (offenes Atelier), Depressionsbewältigungsgruppe, Yoga, Körpererfahrungsgruppe und es gibt die Möglichkeit Gespräche beim Sozialdienst wahrzunehmen.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit nach vorheriger ärztlicher Absprache einen Kraft- und Trainingsraum zu nutzen.

Das DBT-Programm läuft dort in folgendem Konzept:

Es gibt eine Skills 1 (Stresstoleranz) und Skills 2 Gruppe (Emotionsregulation und zwischenmenschliche Fertigkeiten). Sobald man die Module der Skills 1 Gruppe abgeschlossen hat, stellt man in der nächsten Visite ein Plakat vor. Danach ist man in der Skills 2 Gruppe.

Selbstverletzungen werden dort geduldet, da es zum Krankheitsbild gehört. Allerdings muss natürlich eine Verhaltensanalyse geschrieben werden und man bekommt ein 2-Stunden-Timeout. Ist aber natürlich nicht gerne gesehen und umso länger man in der DBT-Therapie ist, umso weniger SVV wird erwartet.
Ist das nicht der Fall, könnte das als Problemverhalten/therapieschädigendes Verhalten angesehen werden und man wird darauf aufmerksam gemacht das Erlernte anzuwenden.

Der Konsum von Alkohol, Drogen o.ä. ist, mit Ausnahme von Zigaretten, strengstens untersagt. Bei geringsten Delikten diesbezüglich wird man rausgeworfen.

Nach dem DBT-Programm gibt es auch die Möglichkeit einer teilststionären Weiterbehandlung in einer Tagesklinik. (je nach Wohnort)

Es gibt Waschmaschinen (eine Wäsche 2€), Trockner (kostenlos) und Wäscheständer. Letztere sind aber heiß begehrt 😉

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
- Super nettes und größtenteils wirklich kompetentes Personal
- Lage (direkt an einem Park mit angrenzender S-Bahn Station)
- Man bekommt "Laufzettel", um in den ersten Tagen überall richtig zu sein
- Sehr toll umgesetztes DBT-Konzept, vor allem die Skills 2 Gruppe kann ich wirklich empfehlen
- Bei Bedarf werden auch umfangreiche körperliche Untersuchungen durchgeführt (z. B. Knochendichtemessungen, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung)
- Die Diary-Card jeden Tag zu schreiben war für mich sehr wertvoll und gut für die Reflexion

Kontra:
- Essen ist dort leider echt nicht das Beste
- Einzelne Mitpatient*innen legten zu meiner Zeit dysfunktionales Verhalten an den Tag, welches andere mit schädigte
- Zimmer dort könnten sauberer sein
- Der Pflegestützpunkt dort hat "Öffnungszeiten ". Zwar kann man in dringenden Angelegenheiten natürlich immer klopfen, aber es gibt einen das Gefühl immer erst abwägen zu müssen ob das Anliegen wichtig genug ist.
- Station etwas heruntergekommen, man merkt dass sie ihre besten Zeiten hinter sich hat


Trotz einiger Nachteile kann ich das DBT-Programm dort empfehlen, wenn man bereit ist, etwas an sich zu ändern. Mir hat es sehr geholfen.
(Alle Informationen und Angaben ohne Gewähr.)

 
 




(C) Fotos: Einsenderin



 

Montag, 8. Januar 2024

Schönklinik Roseneck - Haus Rosenheim - Station R2

 Schönklinik Roseneck - Haus Rosenheim - Station R2

(C) Schön Klinik

Am Standort Rosenheim der Schönklinik Roseneck gibt es 5 Stationen für gesetzlich versicherte Erwachsene:

Station R1: Essstörungen
Station R2: Angst- und Zwangsstörungen
Station R3: Depressionen und Angststörungen bei jungen Erwachsenen (18-35 Jahre)
Station R4: Traumafolgestörungen sowie Depressionen (Schwerpunkt Depressionen ab 30 Jahren) 
Station R5: Essstörungen

(die Stationen wechseln immer mal wieder welchen Schwerpunkt sie aktuell haben)

Die Einsenderin wurde auf Station R2 behandelt. Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren, die gesetzlich versichert sind und unter einer Angststörungen und/oder Zwangsstörung und ggf. Begleiterkrankungen leiden. Es gibt 23 Behandlungsplätze, davon 4 Einzelzimmer, 8 Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer (hier werden meistens die jüngeren Patienten untergebracht), alle Zimmer haben ein eigenes Badezimmer.

Man hat etwa 2-4 Therapien pro Tag. Es basiert sehr auf Eigenverantwortung, sprich man muss morgens selbstständig aufstehen und zu den Therapien und Mahlzeiten rechtzeitig erscheinen. Es gibt 3 Essenszeiten, man kann zu einer beliebigen Zeit zwischen den genannten Zeiten zum Essen gehen:
Frühstück: 7:00-8:30 Uhr
Mittagessen: 11:30-13:00 Uhr
Abendessen: 17:00-19:00 Uhr

lle Mahlzeiten finden in Buffetform statt, welches 15 Minuten vor Ende der Essenszeit abgeräumt wird. Mittags gibt es jeweils ein Vollkost- und ein vegetarisches Menü sowie ein Salatbuffet.

Ab 23 Uhr ist Nachtruhe, Freitag und Samstag ab 23:30 Uhr. Dann müssen alle Patienten auf den Zimmern sein und die Co-Therapie aus dem Nachtdienst geht durch jedes Zimmer, um zu schauen, ob alle da sind.

Der Schwerpunkt auf der Station R2 liegt auf der Verhaltenstherapie in Form von Expositionen. Diese werden mit dem jeweiligen Bezugstherapeuten, der Co-Therapie, in einer stationsinternen Expositionsgruppe oder in Eigenregie durchgeführt. In Einzelfällen kann auch eine Behandlung in Form einer Schematherapie erfolgen.

Jeder Patient hat 1x wöchentlich 50 Minuten Einzeltherapie sowie jeweils 1x wöchentlich Gruppentherapien: ACT (50min.),Zwangsbewältigungtherapie -  ZBT (100min.), themenoffene Gruppe (100min.) und Zwangsprotokollgruppe (50min.). Alle weiteren Therapien werden individuell für jeden Patienten entschieden.

Mögliche Therapien: Gruppe sozialer Kompetenzen (GSK), Gestaltungstherapie, Sport- und Bewegungstherapie (z.B.: therapeutisches Klettern, Walking, Fitnessgymnastik, Ergometertraining, Entspannung und achtsames Körpererleben, etc.), tiergestützte Therapie mit einem Hund, Physikalische Therapie (Massagen, Physiotherapie, Reizstromtherapie, Ultraschall, Fango)

Samstags morgens gibt man in der Gruppe „Therapieziele Wochenende“ anhand eines zuvor ausgefüllten Blattes seine Ziele, Unternehmungen, etc. für das Wochenende an. Immer donnerstags findet die Stationsvisite statt. Dort trifft sich die gesamte Station, die Oberärztin, 1-2 Stationstherapeuten und ein Co-Therapeut ca. 50min lang, um wichtige Anliegen zu besprechen und Dienste zu verteilen. ca. alle 2 Wochen hat man eine Einzelvisite mit der Oberärztin, wo über den Therapieverlauf, Ziele, ggf. Medikation oder wichtige Anliegen gesprochen wird • zusätzlich gibt es immer wechselnde Freizeitangebote für die man sich in einer Liste wöchentlich neu eintragen kann. Z.B.: Yoga, Seelsorge, Tanzen, Filmabende, HandPan Workshops, Singen - alle diese Angebote sind freiwillig.

Im Haus sind immer Co-Therapeuten, bei denen man sich je nach Bedarf zwischen 8:00 und 20:00 Uhr für ca. 10 minütige Gespräche eintragen kann. Ab 20 Uhr übernimmt der Nachtdienst dringliche Gespräche.

Zwischen den Terminen darf man, wenn nicht anders mit dem Therapeuten besprochen, immer raus gehen. Abends muss man bis 22 Uhr wieder im Haus sein, denn da wird die Tür abgeschlossen. Morgens wird sie ab 6 Uhr wieder geöffnet. Sein Handy/Laptop/Tablet etc. darf man immer bei sich haben, es gibt WLAN.

Alle 2 Wochen darf man eine therapeutische Belastungserprobung (TBE) machen. Zwischen samstags 6 Uhr und sonntags 22 Uhr darf man dann nach Hause fahren.

Die Wartezeit beträgt etwa 6-8 Monate, wenn man aber angibt dass man auch kurzfristig anreisen kann (24 Stunden Liste) kann man oft auch schneller aufgenommen werden.

Die Aufenthaltsdauer ist individuell, aber beträgt etwa 12-16 Wochen.

Die Einsenderin schreibt:

Mir persönlich hat das Konzept der Klinik sehr gut gefallen. Nach mehreren anderen Klinikaufenthalten mit wenig Erfolgen konnte ich aus der Schönklinik viel mitnehmen. Durch das auf Zwangsstörungen spezialisierte Konzept, konnte ich nochmal viel mehr über die Erkrankung erfahren und es wurde sich auf Exposition fokussiert, welche anfangs auch therapeutisch begleitet wurden. Auch den Austausch mit Mitpatienten mit ähnlichem Krankheitsbild fand ich sehr hilfreich und spannend. Insgesamt ist das Therapieangebot breit gefächert und man hat deutlich mehr/spezifischere Therapien als z.B. in der Psychiatrie. Die Therapeuten/Ärte sowie die Oberärztin sind alle sehr freundlich und versuchen das bestmögliche zu tun um einem zu helfen. Wobei der Wille zur Veränderung natürlich von einem selbst aus kommen muss. Auch die Gespräche mit der Co-Therapie können hilfreich sein. Ein paar Mitarbeiterinnen der MZ (Medizinischen Zentrale) empfand ich und auch einige meiner Mitpatienten als unfreundlich, wobei man mit ihnen nur wenig zu tun hat. Nur zum Medikamente abholen oder bei medizinischen Untersuchungen. Alles in allem würde ich die Klinik auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man selbst den Willen zur Veränderung hat und relativ eigenverantwortlich seinen Alltag bestreiten kann.


(C) Schön Klinik


Montag, 16. Oktober 2023

ZIP Kiel - Psychosomatik - Station R1.31

 ZIP Kiel - Psychosomatik - Station R1.31

(C) Einsenderin

Die Station R1.31 ist eine psychosomatische Station mit 25 Behandlungsplätzen. Aufgenommen werden Patienten ab 18 Jahren mit Angststörungen, Depressionen, somatoforme Störungen sowie Essstörungen (Mindest BMI 13).


Es gibt Doppelzimmer mit eigenem Badezimmer.

Es wird nicht mit Sonden gearbeitet. Es wird ein Essstörungsbehandlungsvertrag geschlossen. Wenn man mehr als 1,5 kg abnimmt fliegt man von Station. Der Mindest BMI ist 13, wobei es aber auch auf den körperlichen Zustand ankommt. Es wird mit Trinknahrung als Unterstützung zur Zunahme gearbeitet.

Es gibt zwei verschiedene Essbereiche, einen Bereich wo alle Patienten ohne Essstörung essen sowie einen Essbereich, wo Patienten mit Essstörung essen und wo das Essen Morgens und Mittags begleitet wird.

Der Tag startet mit einer Morgenrunde, wo jeder Patient sagt wie seine Stimmung ist und was man sich für den Tag vorgenommen hat, Abends gibt es eine Abendrunde wo man sagt wie der Tag war.

Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch orientiert.

Therapien: EInzeltherapie, Kunsttherapie, Ergotherapie, Gruppentherapie, Essgruppe, Sport

Sein Handy darf man durchgängig haben. Ausgang und Beurlaubungen werden individuell geregelt, meistens geht man aber am Wochenende für eine Nacht nach Hause.

Durchschnittlich dauert die Behandlung 6 Wochen, es ist möglich anschließend in die Tagesklinik zu wechseln.

Die Einsenderin schreibt sie würde die Station weiterempfehlen, wenn man bereit ist es etwas ändern zu wollen, sie wird bald zum zweiten Mal auf die Station aufgenommen werden.


(C) Einsenderin


Montag, 4. September 2023

Ökumenisches Hainich Klinikum - Haus 16/Psychosomatik

Ökumenisches Hainich Klinikum - Haus 16/Psychosomatik

(C) Ökumenisches Hainich Klinikum

Das Ökumenische Hainich Klinikum in Mühlhausen, Thüringen verfügt über Angebote im Bereich Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik sowie Neurologie. Das Klinikgelände ist ein Parkartiges Gelände, die einzelnen Stationen sind auf verschiedene Häuser verteilt, viele Häuser haben ein eigenes kleines Außengelände / Terrassen. 

Die Einsenderin wurde in der Psychosomatik behandelt. Diese verfügt über 3 Stationen, die aufgeteilt sind ins Haus 16 und Haus 104 sowie die Station Psych N, welche einen Neuropsychosomatischen Schwerpunkt hat. Die Einsenderin wurde in Haus 16 behandelt.

Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit Krankheitsbildern wie Depressionen, Angststörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen oder Somatoforme Störungen.

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer mit jeweils eigenem Bad. Es gibt um die 20 Betten, die Patienten werden aufgeteilt in 3 Behandlungsgruppen. Es ist auch möglich als tagesklinischer Patient am Stationsprogramm teilzunehmen. 

Der Tagesablauf ist dem Therapieplan in den Fotos zu entnehmen.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Yoga, Hydrotherapie, Bewegungsbecken, SKT , Walken, Entspannung, Ergotherapie, Maltherapie, Kegeln, Schwimmen, Theatertherapie (auch als Einzel möglich), Kunsttherapie, Wirbelsäulengymnastik, Sport, Holzwerkstatt, textiles Gestalten, Rollenspiel, Körperwahrnehmung

Einmal wöchentlich gibt es eine Visite.

Man kann außerhalb der Therapien jederzeit in den Ausgang und darf auch in die Stadt etc., jedes zweite Wochenende ist außerhalb eine Wochenendbeurlaubung möglich.

Sein Handy kann man durchgängig haben.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: schöne Umgebung, gutes Essen (in einem extra Restaurant/Cafeteria), gutes Klinikprogramm (mit verschiedenen Therapien und Gruppenaktivitäten)

Kontra: Gruppen sind bunt gemischt von Alter und Diagnosen, was manchmal schwierig aber manchmal auch hilfreich ist

Ich kann die Station/das Haus definitiv weiter empfehlen, mir hat es sehr geholfen



 



(C) Fotos: Einsenderin