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Montag, 6. Januar 2025

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Sonnenhaus

 Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Sonnenhaus

(C) Einsenderin

Das Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn ist eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenenpsychiatrie. Es gibt unterschiedliche Stationen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten.

In diesem Beitrag wird es die Station Sonnenhaus gehen.

Aufgenommen werden dort Erwachsene ab 18 Jahren mit psychotischen Störungen, Zwangserkrankungen sowie komplexen psychischen Erkrankungen, die von der Station als eine eine Kombination aus ganz unterschiedlichen seelischen Störungen, die sich gegenseitig verstärken und ambulant kaum behandelbar sind definiert werden.

Es gibt 18 Behandlungsplätzen in Einzel- und Doppelzimmern. Gemeinschaftsbadezimmer gibt es auf dem Flur. Außerdem gibt es einen Gruppenraum mit integrierter Küche.
Die Mahlzeiten werden allerdings in einem stationsübergreifenden Speisesaal eingenommen.

Die Aufnahme besteht aus einer therapeutischen Aufnahme, einer oberärztlichen Aufnahe sowie einer pflegerischen Aufnahme. Nach ca. drei Wochen erfolgt eine Zweitsicht durch die Oberärztin, in der die finalen Behandlungsziele festgelegt werden und weitere Therapien angeordnet werden. Jeden Morgen findet eine Morgenrunde und zweimal pro Woche eine Abendrunde statt.

Das Behandlungskonzept ist psychodynamisch ausgerichtet.  Je nach Therapiezielen erhält man einen unterschiedlichen Therapieplan.

Therapieangebote: Einzeltherapie (2x wöchentlich), Ergotherapie, Körpertherapie, Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren wie PMR, Yoga oder QiGong, Stresstoleranzgruppe, Selbstregulation

Man hat jederzeit die Möglichkeit Kurzkontakte mit der Pflege wahrzunehmen.

Sein Handy darf man durchgängig haben.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: vielfältige Therapien, nettes Personal

Kontra: Badezimmer auf den Fluren, sehr viel Eigenverantwortung, strenger Umgang mit Problemverhalten, sehr schlechtes Internet auf den Zimmern

Eine weitere Einsenderin schreibt:

Mir hat es leider gar nicht gut auf der Station gefallen. Es gab nicht viel Programm, man musste sich die meiste Zeit selber beschäftigen. Leider waren viele Mitarbeiter recht unfreundlich und wenig empathisch. Für Gespräche war meist keine Zeit. Die Therapiegespräche waren sehr oberflächlich und wurden nur super kurz gehalten. Man hatte nicht wirklich die Möglichkeit über eigene Themen oder Probleme zu sprechen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass nicht richtig zugehört wurde. Generell gab es sehr viel Ausfall wegen Krankheit oder Urlaub und dann nie eine Vertretung. Einzelne Mitarbeiter haben sich stellenweise auch etwas unprofessionell benommen, haben z.B. bei Nachfragen gleich eingeschnappt oder sogar beleidigend reagiert. Als es mir während des Aufenthalts einmal sehr schlecht ging, wurde es ...leider auch überhaupt nicht aufgefangen und ich musste mich komplett alleine (also auch ohne Hilfestellung oder ähnliches) aus einer schweren Krise holen. Das hat mich am meisten enttäuscht, denn die Situation war wirklich brenzlich. Leider gab es auch keinerlei Nachsorge, z.B. war es am Ende des Aufenthaltes nicht möglich, einen Plan zu machen, wie es jetzt weitergeht. Generell hat einfach komplett der rote Faden gefehlt und man musste sich als Patient selbst um alles kümmern und allen hinterherrennen. Dennoch gibt es ein paar positive Aspekte z.B dass das Gelände mitten in der Natur liegt, mit viel Grün und einem kleinen Bach. Einzelne Mitarbeiter sind außerdem sehr freundlich und machen ihren Job gut. Nichtsdestotrotz würde ich insgesamt von der Station abraten, weil bei mir leider mehr kaputt gemacht wurde, als dass es geholfen hat. Ich hatte den Eindruck, die meisten haben mich nur als Nummer gesehen statt als Menschen. Und man hat einfach gemerkt, dass es letztlich Allen egal war, wie es einem geht. Wenn man also die Möglichkeit hat, woanders hinzugehen, kann ich jedem raten, sich lieber eine andere Klinik oder zumindest eine andere Station zu suchen


(C) Einsenderin

 

Montag, 2. Dezember 2024

Klinikum Wahrendorff Standort Sehnde - Station 8

Klinikum Wahrendorff Standort Sehnde  - Station 8
 
(C) Klinikum Wahrendorff

 
Das Klinikum Wahrendorff bietet verschiedene Psychiatrische Stationen für Erwachsene an verschiedenen Standorten als auch Wohnangebote.

Am Standort Sehnde gibt es folgende Stationen:

Station 1:
Klinik für Seelische Gesundheit in Krisen
Station 2 und 3: Klinik für Abhängigkeitserkrankungen
Station 4 und 5: Klinik für seelische Gesundheit im Alter  (Gerontopsychiatrie)
Starion 6: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Station 7: Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie
Station 8: Klinik für Kultursensible Psychotherapie
Station 9: Wahlleistungen
Station 10: Aufnahmestation
Station 11: Klinik und Station für Traumatherapie

Die Einsenderin wurde auf Station 8 behandelt.

Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren, die Station will ein kultur- und sprachsensibles Therapieangebot bieten für Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft. Alle Mitarbeiter auf Station sprechen zwei oder mehrere Sprachen und viele haben selbst eine Migrationsbiographie. Es wird Deutsch auf Station gesprochen, aber viel mit Dolmetschern koorperiert.

Die Station befindet sich im sehr modernen Neubau, wo u.a Roboter durch die Gegend laufen und einem den Weg zeigen. Es gibt Einzel- und Doppelzimmer, für Pflegebedürftige Patienten kann es Zimmer mit "Krankenhausbetten" geben, die restlichen Zimmer sind sehr wohnlich eingerichtet. Alle Zimmer haben auch ein eigenes helles Bad. Rund um die Klinik gibt es ein großes Klinikgelände, wo man auch schön spazieren gehen kann.

Behandelt werden alle allgemeinpsychiatrische Krankheitsbilder wie Depressionen, Ängste, PTBS, Persönlichkeitsstörungen, Somatoforme Störungen, Zwangsstörungen oder Psychosen.

Das Therapieprogramm ist sehr vielfältig und wird individuell für jeden Patienten festgelegt. Es kommen Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, systemische aber auch Verhaltenstherapeutische Methoden zum Einsatz.

(mögliche) Therapien: Einzeltherapie, verschiedene Gruppentherapien (u.a Depressionsgruppe, Stresstoleranzgruppe, Skillsgruppe, Training sozialer Kompetenzen, Achtsamkeitsgruppe, offene psychotherapeutische und themenzentrierte psychoedukative Gruppe), Ergotherapie, verschiedene Sportangebote, Yoga, Tanztherapie, Stockkampfkunst, Musiktherapie

Normalerweise erfolgt die Aufnahme auf Station über eine Warteliste, die Einsenderin schreibt zuletzt war die Wartezeit etwa 4-6 Monate. Manchmal kann man aber bei einem freien Platz wie die Einsenderin von der geschlossenen Station anschließend auch auf diese Station zur weiteren Therapie verlegt werden.

Sein Handy darf man durchgängig haben. Tages- und Wochenendbeurlaubungen sind möglich und muss man mit seinem Therapeuten absprechen.

Die Einsenderin schreibt:

Ich muss für mich persönlich sagen, dass es die beste Klinik war, in der ich war. Top Personal, top Therapeuten, die Klinik schaut super gut aus, behindertengerecht, man wurde als Mensch gesehen und nicht als Akte. Ich hatte gefühlt alle Therapeutinnen schon mindestens einmal im Gespräch und diese Menschen dort sind einfach herzlich und menschlich. Bei den Pflegekräften war es halt mal so, mal so, aber zu 80% auch nur nette Leute.

(C) Fotos: GärtnerMöbel, Klinikum Wahrendorff, Einsenderin









 

Montag, 15. Juli 2024

Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Oldenburg - Station 2

 Kinder- und Jugendpsychiatrie im Klinikum Oldenburg - Station 2

Versorgungsgebiet: Stadt Oldenburg, LK Ammerland 

In der KJP Oldenburg gibt es 3 Stationen mit insgesamt 32 Betten:

Station 1: Krisenstation
Station 2: Jugendstation (ca. 14-18 Jahre)
Station 3: Kinderstation (ca. 6-13 Jahre)

Außerdem gibt es eine Tagesklinik. Die Einsenderin wurde auf Station 2 behandelt.

Aufgenommen werden dort Jugendliche von ca. 14-18 Jahren mit jeglichen psychischen Erkrankungen, die in einem offenen Setting behandelbar sind wie Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen, AD(H)S, Zwangserkrankungen usw.

Es gibt zwei Einzelzimmer sowie 6 Doppelzimmer, davon haben 2 ein eigenes Badezimmer. Meistens sind davon 12 Betten fest belegt.

Der Tag startet um 07.45 Uhr mit dem Frühstück, anschließend muss jeder seinen Vormittag planen. Ab 08.30 Uhr hat man entweder Klinikschule, Therapie oder manchmal auch Freizeit. Um 12.00 Uhr ist Mittagessen. Um 14:30 muss man dann seinen Nachmittag planen und hat dann am Nachmittag wieder Freizeit (manchmal aber auch Therapie). Um 18:00 Uhr gibt es Abendessen und dann eine Wochenzielrunde in der die PED kontrollieren ob man an seinen Wochenzielen gearbeitet hat. Danach wieder Freizeit und um 20:30 Uhr ist Zimmerzeit. Für Essstörungspatienten gibt es um 10:00 Uhr um 15:00 Uhr und um 20:00 Uhr Zwischenmahlzeiten.

Jeder Patient hat Einzel- und Gruppentherapie, außerdem hat man zwei der folgenden Therapien: Kunsttherapie, Tanztherapie, Musiktherapie oder Ergotherapie. Es ist außerdem möglich individuelle Therapien verordnet zu bekommen wie Reittherapie, Ernährungsberatung, Achtsamkeitsgruppe oder Skillsgruppe.

Die Wartezeit ist sehr unterschiedlich, es findet aber i.d.R immer ein Vorgespräch statt wo die Aufnahme geplant wird. Gerade mit Essstörungen wird man oft sehr akut aufgenommen genauso wie mit Suizidgedanken, es wird also die Dringlichkeit berücksichtigt. Die Einsenderin hat nach ihrem Vorgespräch etwa 2 Wochen gewartet, schreibt aber dass andere Patient:innen auch mehrere Monate gewartet haben. Patienten die außerhalb vom Versorgungsgebiet wohnen können sich theroetisch auch auf die Warteliste der Station setzen lassen, aber warten länger.

Die Aufenthaltsdauer richtet sich je nach Krankheitsbild, beträgt aber ungefähr 3 Monate.

In den ersten 48 Stunden nach Aufnahme hat man eine Handysperre, anschließend kriegt man es aber zweimal am Tag, einmal von 15.30 Uhr - 16.30 Uhr und einmal von 19.00 - 20.00 Uhr.

Es gibt 5 verschieden Ausgangsstufen (A1 - A5), ab A3 darf man alleine in den Ausgang aufs Klinikgelände, ab A4 darf man auch das Klinikgelände im Ausgang verlassen. Die meisten Patienten auf Station 2 starten direkt bei A3, nur in Ausnahmen bekommt man A1 oder A2 (was begleiteten Ausgang darstellt).

Es ist möglich Tages- oder Wochenendbeuralubungen (genannt BÜN‘s), man beginnt meistens erstmal mit Tagesbeurlaubung (09.00 - 19.30 Uhr) und steigert sich dann von Wochenende zu Wochenende.

Die Einsenderin schreibt:

Mir persönlich hat die Klinik bei den Depressionen sehr geholfen aber bei meiner Anorexie garnicht. Ich war im Normalgewicht (Atypische Anorexie) und wurde von niemanden ernst genommen ich musste keine Zwischenmalzeiten essen und ausessen musste ist auch nicht. Die PED‘s haben teilweise auch sehr unsensible Dinge gesagt. Viele PED‘ sind wirklich sehr unfreundlich aber es gibt auch ein paar sehr nette mit denen man gut reden kann.








Montag, 18. September 2023

Burghof Klinik Rinteln - Haus 1

 Burghof Klinik Rinteln - Haus 1

Versorgungsgebiet: Landkreis Schaumburg (südlicher Teil und westlicher inkl. Stadthagen)

(C) Burghof Klinik

Die Burghof Klinik besteht aus Haus 3 (geschlossene Station), Haus 1 (die Burg) Haus 2 (Berghaus) und Haus 4 ( offen geführte allgemein-psychiatrische Station mit dem Schwerpunkt Psychotherapie, die auch älteren Menschen geeignete Angebote bietet). Außerdem gibt es 2 Tageskliniken in Rinteln und Stadthagen.

Haus 3 und die Tagesklinik behandeln ausschließlich Patienten aus dem oben genannten Versorgungsgebiet, Haus 1, Haus 2 und Haus 4 nehmen Patienten aus ganz Deutschland auf.

Die Einsenderin wurde in Haus 1 "Die Burg" behandelt.

In Haus 1 gibt es ca. 76 Behandlungsplätze. Aufgenommen werden Patienten ab 18 Jahren mit jeglichen psychischen Krankheitsbildern wie Angststörungen, Bipolare Störungen, Borderline-Störungen sowie sonstige Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Essstörungen, Psychosomatischen Beschwerden wie z.B chronische Schmerzen oder somatoforme Störungen, Schizophrenien, Traumafolgestörungen (auch komplexe Traumafolgestörungen und Dissoziative Störungen), Suchterkrankungen oder Zwangserkrankungen.

Es gibt keine Stationen, die Zimmer sind in einem weitläufigen Gebäude verteilt. Es gibt Ein- und Zweibettzimmer sowie ein Dreierzimmer. Als gesetzlich versicherter kommt man fast immer in ein Doppelzimmer. Als Privatversicherter oder Selbstzahler kommt man in ein Einzelzimmer. Die Zimmer sind insgesamt wirklich schön. Die meisten haben auch eine eigenes Badezimmer mit Dusche oder Toilette. Falls nicht dann zumindest eines von beidem. Einige Zimmer sind frisch renoviert bzw. werden es gerade. Die Patienten sind dem Pflegeteam 1 und Team 2 zugeordnet. Pro Schicht sind pro Team jeweils 1-2 Pfleger da.

Es gibt einen großen Aufenthaltsraum, in welchem sich Sitzgelegenheiten und Spiele befinden. Angrenzend gibt es eine Teeküche mit Wasserkocher und auch einem Patientenkühlschrank.

Beim Essen kann man zwischen Vollkost und Vegetarisch entscheiden. Die Einsenderin schreibt das Essen sei wirklich gut. Mittags gibt es ein warmes Gericht und dazu dann noch einen Nachtisch und teilweise auch noch Salat. Morgens kann man zwischen Brötchen, Joghurt, Müsli und verschiedenen Aufstrichen bzw. Käse/Aufschnitt auswählen. Auch gibt es Obst. Abends ist es ähnlich wie morgens: verschiedene Brotsorten (2-3), eine Auswahl aus Käse/Wurst/Frischkäse/veg. Aufstrich, Rohkost(Tomate, Gurke etc.) und dann oft auch noch Salat und Obst. Nachmittags gibt es auch noch das Angebot von Kaffetrinken. Dort gibt es dann Kuchen,Kekse oder Gebäck sowie Kaffee/Tee/Kakao.

Wenn man wegen einer Essstörung dort ist, kann einen Essplan bekommen mit min. den 3 Hauptmahlzeiten. Es gibt teilweise fest angesetzte Zwischenmahlzeiten. Es wird nicht mit Sonden gearbeitet, allerdings ziemlich schnell und teilweise auch viel mit Fresubin. Das Essen wird nicht betreut. Es gibt die Möglichkeit gestelltes Essen zu bekommen und dies evtl. auch außerhalb des Speisesaals einzunehmen. Dabei ist allerdings dann kein Pfleger/Therapeut/oä. anwesend.

Für jeden Patient wird ein komplett individueller Behandlungsplan erstellt. Es ein wirklich großes und vielfältiges Therapieangebot. Verglichen mit anderen Klinik hat man auch viele Therapien. Das ist aber auch immer von Person zu Person unterschiedlich wie viele genau. Man kann immer ansprechen, wenn man das Gefühl hat zu viele oder auch zu wenige Therapien zu haben. Oder wenn man den Eindruck hat, dass eine Therapie einem nicht weiterhilft oder man sich für eine Therapie/Gruppe interessiert. Da wird dann auch darauf eingegangen und gemeinsam geschaut. Bei der Therapieplanung wird individuell auf jeden eingegangen. Jeder Patient hat 2x wöchentlich Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min.) sowie jede Woche Oberarztvisite. Es kommen verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz wie Elemente der Verhaltenstherapie, aber auch Tiefenpsychologisch / Psychodynamisch sowie Traumatherapeutische Verfahren wie z.B EMDR.

Mögliche Therapien:  Psychodynamische Gruppenpsychotherapie, Psychodrama, Schematherapie-Gruppe, Emotionsgruppe, Interaktionelle Problembewältigungsgruppe, Depressionsgruppe nach IPT, Depressionsinfogruppe, DBT-Fertigkeitentraining, DBT-Körpertherapie, Trauma-Stabilisierungsgruppe, Trauma-Körperwahrnehmung, Gruppe für somatoforme Störungen, Sucht-Gruppe, Psychoedukationsgruppe Schizophrenie, verhaltenstherapeutisch orientierte Angstbewältigungsgruppe, Musiktherapie, Tanztherapie, Körperwahrnehmung, Feldenkrais, Kreativtherapie, Gestaltungstherapie, SKT, Pferdegestützte Therapie, Ergotherapie, PMR, Achtsamkeitsgruppe, Autogenes Training, Koch- und Backgruppe, Bewegungstherapie, Ergometer, Laufgruppe, Morgengymnastik, Walkinggruppe, Wassertreten

Wenn man ausschließlich oder hauptsächlich wegen eine Essstörung behandelt wird kommt man in die Anorexie-Bulimie-Gruppe. Diese setzt sich aus verschiedenen Einzelgruppen zusammen:
•2x pro Woche Gruppentherapie(60min)
•1x pro Woche Körperwahrnehmung
•1x pro Woche Kochgruppe (gemeinsames Planen Kochen und Essen einer Mahlzeit mit einer Ernährungsberatung; einer der Gruppe kauft im Vorfeld dafür ein)
•min. 2x pro Woche wiegen
•Essprotokolle führen
•Wochenkonfrontation (Besprechen der Protokolle/ wie die letzte Woche bezüglich der ES gelaufen ist)

Außerhalb der Therapien und Mahlzeiten darf man i.d.R immer die Klinik verlassen. Es gibt eine Liste in die man sich einträgt wie lange man weg ist und wohin man geht. Bei Patienten mit Essstörungen und sehr niedrigem Gewicht oder in anderen Sonderfällen kann es Ausgangsbeschränkungen / Ausgangssperren geben.

Sein Handy darf man durchgängig haben. Im Aufenthaltsraum gibt es kostenloses WLAN. Auf den Zimmern gibt es kein WLAN, aber Handyempfang.

Die Einsenderin schreibt:

Insgesamt finde ich, dass es sich bei der Burghofklinik um ein wirklich gutes Angebot handelt. Sofern man dazu bereit ist mitzuarbeiten kann man von den vielfältigen Angeboten wirklich profitieren. Grundsätzlich würde ich die Klinik daher empfehlen. Wenn man sich allerdings wegen einer Essstörung behandeln lassen möchte (sofern diese akute bzw. die "Hauptdiagnose" ist) würde ich die Klinik nur bedingt empfehlen. Sofern man ein schon stabiles Essverhalten hat ist sie sicherlich super geeignet. Ansonsten finde ich, dass man diesbezüglich wenig unterstützt wird bzw. krankhaftes/essgestörtes Verhalten teilweise ignoriert bzw. toleriert wird. Es gibt eine große Eigenverantwortung (bezüglich Essverhalten, Zunahme/Gewicht halten). Da sollte man ehrlich zu sich sein, ob man dies leisten kann oder ob man in dem Moment ein Angebot mit einem etwas "festeren" Rahmen braucht.





(C) Fotos: Burghof Klinik

Montag, 28. August 2023

St.-Vinzenz-Hospital Haselünne - Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychosomatik

 St.-Vinzenz-Hospital Haselünne - Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychosomatik

(C) Architektengruppe Schweitzer

 In Haselünne gibt es eine psychosomatische Station mit 20 Betten, aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit Essstörungen, Traumafolgestörungen, Somatoformen Störungen, Angststörungen, Depressionen, Burn-Out sowie Corona-Pandemie bezogene Überlastungsreaktionen.

Es gibt 20 Betten. Für Privatpatienten gibt es Einzelzimmer, ansonsten Doppelzimmer.

Die Einsenderin wurde im Essstörungssetting behandelt.

Es gibt einen Mindest BMI von 11. Es wird mit 3 Behandlungsstufen gearbeitet. Jede Stufe geht mindestens 4 Wochen. Die ersten 4 Wochen gelten als "Probezeit", wo mindestens 2 kg zugenommen werden müssen und gemeinsam geguckt wird ob das Behandlungskonzept geeignet ist, erreicht man das nicht muss man gehen. Nach den ersten 4 Wochen muss man pro Woche mindestens 700 g zunehmen. Es gibt 3 Hauptmahlzeiten, 2 Zwischenmahlzeiten. Jeder Patient muss 2500 kcal am Tag zu sich nehmen. Die Essenszeit beträgt 20 Minuten, anschließend gibt es eine 30 minütige Nachruhe. Es gibt ein Kartensystem. Bei Patienten die Probleme mit Erbrechen haben können die Badezimmer abgeschlossen werden. Vegane Ernährung ist im ES-Setting nicht möglich. Je nach körperlichem Zustand hat man Rollstuhlpflicht.

Stufe 1:
Innerhalb der ersten 4 Wochen mindestens 2 kg zunehmen, anschließend je 700 g die Woche, 2x wöchentliches Wiegen, Mittagessen sowie Nachruhe wird durch die Pflege begleitet ( in Einzel oder Zweier-Betreuung), als "Bedarf" kann man 2x täglich Fresubin trinken. Jegliche körperliche Aktivität ist verboten, auch Treppen steigen. 4x 30 Minuten Ausgang am Tag, kein Verlassen des Klinikgeländes, keine Wochenendbeurlaubungen.

Stufe 2:
700 g die Woche zunehmen, 2x wöchentliches Wiegen, keine Trinknahrung, keine Mahlzeiten Begleitung. Teilnahme an der Koch- und Einkaufsgruppe möglich. Sportliche Betätigung nach Absprache mit dem Arzt möglich. Unbegrenzter Ausgang abseits der Therapien und Essenszeiten, auch außerhalb des Geländes. Wochenendbeurlaubungen möglich.

Stufe 3:
keine besonderen Behandlungsregeln mehr, 1x wöchentliches Wiegen, eigenverantwortliches Essen, Kartensystem entfällt

Therapien: Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min. bzw am Anfang 3x 25 Min.), Gruppentherapie, Mentalisierung, Körpertherapie, Kunst/Ergotherapie, offenes Atelier, Musiktherapie, Ressourcengruppe, körperorientierte Kunsttherapie, verschiedene Sportangebote (man darf je nach bmi zB dann auch am Yoga teilnehmen), Sportgruppen gezielt für adipöse Patienten, verschiedene Entspannungsverfahren

Natürlich gibt es auch Medizinische Behandlung, aber eher wenig psychiatrische (dann wird man verlegt), gerade bei ES Patienten* wird in Kooperation mit der Internistische Klinik im selben Haus gearbeitet, auf der Inneren wird auch mit Sonden gearbeitet, in der PSM eher nicht.

Sein Handy und Laptop darf man durchgängig haben, es gibt WLAN.

Die Einsenderin hat mit einer Anorexie etwa 10 Wochen gewartet. Bei Patienten mit einer PTBS war die Wartezeit deutlich länger (6-8 Monate), bei Depressionen oder Somatoformen Störungen deutlich kürzer.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: schönes Gelände, sehr ruhig, alles sehr modern und neu, Internist in der Nähe

Kontra: wenig Ahnung von ptbs, wenn man in den ersten 4 Wochen die 2 kg nicht zunimmt fliegt man raus (so wie ich), Die Therapeuten sind ein total Reinfall.

Würde jedem nur von der Einrichtung abraten

(C) St.-Vinzenz-Hospital Haselünne


Montag, 17. Juli 2023

Klinikum Emden - Erwachsenenpsychiatrie - Station P08

 Klinikum Emden - Erwachsenenpsychiatrie - Station P08

Versorgungsgebiet:
Stadt Emden, Landkreis Leer, Gemeinden Hinte und Krummhörn des Landkreises Aurich 

(C) Foto: Klinikum Emden

Zur Erwachsenenpsychiatrie in Emden gehört eine Insitutsambulanz, zwei Tageskliniken in Emden und Leer sowie den stationären Bereich mit 90 Betten auf 5 Stationen:

Station P08: Schwerpunkt Persönlichkeitsstörungen/Borderline, kann bei Bedarf geschlossen geführt werden
Station P09: Schwerpunkt Psychosen, kann bei Bedarf geschlossen geführt werden
Station P09a: geschlossene Akutstation
Station P28: Suchtstation, offene Station
Station P29: Schwerpunkt Depressionen, offene Station

Die Einsenderin wurde auf der Station P08 behandelt.
Aufgenommen werden dort Erwachsene ab 18 Jahren, der Schwerpunkt liegt auf Persönlichkeitsstörungen, insbesondere Borderline, wobei die Einsenderin schreibt, dass die Schwerpunkte nicht wirklich eingehalten werden und die Station meist sehr durchmischt ist von den Krankheitsbildern der Patienten her. Man kann sowohl als Krise aufgenommen werden, als auch geplant, daher ist auch die Aufenthaltsdauer sind unterschiedlich, von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten, die Einsenderin war 3,5 Wochen zur Krisenintervention und Stabilisierung dort. Die Station wird offen geführt, kann aber bei Bedarf auch geschlossen werden, wenn sich Patienten mit Eigen- und/oder Fremdgefährdung auf Station befinden.

Es gibt Einzel-, Doppel- und Vierbettzimmer.

Der Tag startet um 08.00 Uhr mit dem Frühstück, um 12.00 Uhr gibt es Mittagessen, um 16.00 Uhr eine Teerunde und um 18.00 Uhr Abendessen.

Jeder Patient erhält einen individuellen Therapieplan, dieser wird Montags in der Stationsversammlung individuell zusammengestellt.

Therapieangebote: Einzeltherapie (aber sehr unregelmäßig), Gruppen für verschiedene Themen (Abstinenzgruppe, Emotionsregulationstraining, ACT-Gruppe, MKT), Kunst- und Ergotherapie, PMR, Gymnastik und Entspannung, Sitzgymnastik, Tanz und Bewegung, Kleingruppe, Schreibwerkstatt, Außenaktivität, Gartengruppe, Musiktherapie, Laufgruppe, Frühstücks-, Koch- und Backgruppe

Jeden Dienstag ist Chefarztvisite

Ab der zweiten Woche ist es möglich je nach Zustand in die Belastungserprobung am Wochenende zu gehen, sprich von Samstag auf Sonntag Zuhause zu übernachten, es gibt aber auch die Möglichkeit einer Tagesbeurlaubung von 08.30 - 20.00 Uhr.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: relativ viel Programm (2-3 Termine pro Tag), z.B Ergotherapie und die Gruppen sind sehr hilfreich, man ist relativ selbstständig und flexibel (wenn man z.B zwischenzeitlich Termine außerhalb der Klinik hat und dafür raus muss ist das kein Problem), es gibt eine kleine Terrasse/kleinen Garten zum Rauchen (sofern die Station gerade offen ist, ansonsten nur ein Raucherraum), eigenes Bad + WC im Zimmer

Kontra: zu wenig Essen (man kann sich allerdings selber Sachen dazu kaufen), viel (!) zu wenig Einzelgespräche, Pflege hat oft keine Zeit für einen, bunt gemischte Patienten (auch welche die aufgrund ihrer Symptomatik/Krankheitsbild für andere sehr anstrengend werden können), Vier-Bett Zimmer





(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 1. Mai 2023

Seepark Klinik Bad Bodenteich - Rehabereich - Kinder- und Jugendpsychosomatik

 Seepark Klinik Bad Bodenteich - Rehabereich - Kinder- und Jugendpsychosomatik

(C) MediClin

Die Seepark Klinik Bad Bodenteich ist eine psychosomatische Klinik, aufgeteilt in einen Akutbereich für Essstörungen (da haben wir euch bereits sowohl den Jugend- als auch den Erwachsenenbereich vorgestellt) sowie eine Rehaklinik, aufgeteilt in den Erwachsenenbereich, Jugendbereich sowie Kinder- und Elternbereich.

In der Kinder- und Jugendpsychosomatik im Rehabereich werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren aufgenommen mit den verschiedensten psychosomatischen Krankheitsbildern wie Depressionen, Schulangst, Somatoforme Störungen  (z.B. Kopf – und Bauchschmerzen), Zwangsstörungen, Angststörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens sowie Adipositas.

Bei jüngeren Kindern, die gemeinsam mit ihren Eltern anreisen werden außerdem ADHS, Interaktionsstörungen zwischen Eltern und Kind und Probleme mit Einnässen behandelt.

Es gibt etwa 40 Betten. Die Patienten sind aufgeteilt in 3 Gruppen: J1 (alle bis 14 Jahre), J3 (Essstörungen), J4 (Patienten ab 14 Jahren mit allen anderen Krankheitsbildern.)
Die Einsenderin wurde in der Gruppe J3 behandelt.

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem Bad. Die medizinische Zentrale teilen sich die Jugendlichen mit den Erwachsenen.

Bei Essstörungen wird wie im Akutbereich auch mit einem Stufenplan gearbeitet, wo der Ausgang, die Bewegung, eventuelle Fahrstuhlbenutzungsplicht etc. geregelt wird.
Die Mahlzeiten sind begleitet. Es gibt 6 Mahlzeiten am Tag. Das Ziel ist es 500-700 g die Woche zuzunehmen, schafft man das nicht wird der Essplan erhöht. Jeden Dienstag ist wiegen, anschließend "Wiegerunde" , da muss man vor allen aus der Gruppe sein Gewicht sagen, die Stufe in der man sich befindet, wie der Bewegungsdrang dran ist etc.

Die Klinik arbeitet Verhaltenstherapeutisch.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Ergotherapie, Kunsttherapie, Ernährungsberatung, Einkaufstraining, Lehrküche, Tanztherapie, Entspannungsverfahren, Sport- und Bewegungstherapie

Es ist möglich Schulunterricht in der Klinik zu bekommen.

Man hat sein Handy durchgängig und kann jederzeit raus außerhalb der Therapien. (außer man Ausgangsbeschränken aufgrund der Gewichtsstufe)

Die Einsenderin schreibt:

Pro: man hat viele Freiheiten und dauerhaft sein Handy, die Reinigungskräfte waren sehr süß

Kontra: die Pflege war selten verfügbar (oft in der Übergabe oder beschäftigt), bei Krisen haben wir Patienten uns viel untereinander helfen müssen weil die Pflege überfordert schien, das Eiweißbrot war oft schimmelig, der Therapeut der J3 war nicht wirklich hilfreich, zu wenig Pflege Personal für viel zu viele Patienten, habe als minderjährige Medikamente bekommen ohne dass meine Eltern informiert wurden, Ärzte sprechen oft schlechtes Deutsch, im Bad waren Silberfische

Ich würde die Klinik bzw. den Rehabereich nicht empfehlen, es hat bei mir alles viel schlimmer gemacht. Haben uns original gegenseitig selber mehr therapiert als der Therapeut es gemacht hat. Der hat nur mehr Wunden aufgerissen.






(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 2. Januar 2023

Medizinische Hochschule Hannover - Station 51a

 Medizinische Hochschule Hannover - Station 51a

Versorgungsgebiet: Teile der Stadt Hannover

(C) MHH

In der MHH gibt es in der Erwachsenenpsychiatrie verschiedene Stationen:


Station 50b: geschlossene Station
Station 53a und 53b: allgemeinpsychiatrische Krisenstationen
Station 51a: Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen
Station 52: Persönlichkeitsstörungen, DBT Behandlung

Außerdem gibt es Stationen in der Gerontopsychiatrie und im Suchtbereich.

Die Einsenderin wurde auf der Station 51a behandelt.

Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren, schwerpunktmäßig mit Depressionen, Angst- oder Zwangserkrankungen.

Es gibt Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbädern auf dem Flur, es sind maximal 12 Patienten gleichzeitig auf Station. Die Station hat einen kleinen eigenen Außenbereich, wo man z.B Rauchen kann.

Teilnahme am Frühstück und Abendessen ist Pflicht, einmal die Woche kann man sich zum Abendessen entschuldigen lassen.

Jeder Patient erhält einen individuellen Therapieplan. Die Station arbeitet Verhaltenstherapeutisch.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapien (z.B Depressionsgruppe, SKT), Ernährungsberatung, Genuss- und Aktivitätstraining, PMR, Stresspräventionstraining, Ergotherapie, Spazieren gehen, Bewegungstherapeutische Angebote

Es werden gemeinsame Ausflüge unternommen z.B in den Zoo.

Außerhalb der Therapien kann man jederzeit in den Ausgang. Um 22.00 Uhr muss man zurück auf Station sein. Am Wochenende muss man eine Nacht zuhause übernachten.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: die Patienten waren zum großen Teil jung, die Pfleger und Therapeuten waren alle recht nett

Contra: Abendbrot Pflicht, dass man jedes Wochenende nachhause musste


(C) MHH



Dienstag, 27. Dezember 2022

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Birkenhaus A

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn - Station Birkenhaus A


Im Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn gibt es mehrere Stationen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Erwachsenenpsychiatrie sowie Psychosomatik. Die Privatstation der Klinik sowie die Jugendstation der KJP und die psychosomatische Station haben wir euch bereits vorgestellt. Heute geht es um die Station Birkenhaus A.

Aufgenommen werden dort Patienten ab 18 Jahren mit Traumafolgestörungen (wie z.B Borderline-Persönlichkeitsstörung, (komplexe) Posttraumatische Belastungsstörung, dissoziative Störungen bis hin zur dissoziativen Identitätsstörung). Es gibt 22 Behandlungsplätze, es gibt 4 Doppelzimmer sowie 14 Einzelzimmer, davon befinden sich zwei Einzelzimmer in einem Nebengebäude (Haus am Kirschberg). Die Zimmer haben alle ein Waschbecken, Toiletten und Duschen befinden sich auf dem Flur. Während die Einsenderin dort war war die jüngste Patienten 19 Jahre alt, die älteste über 60.

Auf der Station gibt es einen großen Gruppenraum, einen kleinen, den Lichthof, wo man sich aufhalten kann, einen Fernsehraum und einen zur Station gehörigen Garten.
Ansonsten gibt es auf dem parkähnlich angelegten Gelände noch, neben weiteren Gebäuden, die andere Stationen beherbergen, einen Tennisplatz, einen Fußballplatz, ein Beachvolleyballfeld, ein Basketballfeld, eine Kegelbahn und Tischtennisplatten. Die Turnhalle und der MTT-Raum, sowie der Plenarsaal, in dem ein Klavier steht, und die Kegelbahn können nach Voranmeldung bei der Pflege in der Freizeit genutzt werden. Auf der Station gibt es zudem eine Patientenküche mit Herd, Backofen, Wasserkocher und Kaffeemaschine.

Jeder ist selber verantwortlich, morgens aufzustehen. Morgens holt sich jede*r die Medikamente für den Tag im Dienstzimmer, es sei denn, es gibt eine individuelle Absprache.
ontags früh ist immer eine Stationsversammlung, die therapeutisch geleitet wird, Dienstag bis Samstag früh gibt es eine kurze Morgenrunde mit der Pflege für organisatorische Absprachen.
Essen gibt es im Speisesaal im Hauptgebäude.

Es gibt in den ersten Tagen nach der Aufnahme eine pflegerische, eine therapeutische und eine medizinische Aufnahme, sowie die sogenannte Erstsicht durch den zuständigen Chefarzt. Dies dient einem kurzen Kennenlernen. Nach ca. 2 Wochen ist dann die Zweitsicht. In dieser wird mit der Therapeutin/ dem Therapeuten und dem Chefarzt die weitere Therapie geplant.

Die Station arbeitet psychodynamisch mit dem Schwerpunkt auf Gruppentherapie. Es werden verschiedene Traumatherapieformen angeboten, wie z.B die Bildschirmtechnik, narrative Expositionstherapie (NET) oder Imagery Rehearsal Therapy (IRT).

Die Therapiepläne sind sehr individuell. Freitags nachmittags werden die Pläne für die nächste Woche verteilt.

Mögliche Therapien: Einzeltherapie (2x 25 Min. oder während der Expophase 1x 50 Min.), 3x pro Woche Gruppentherapie, diverse körpertherapeutische Gruppen, 2x pro Woche Imaginationsgruppe, 1x pro Woche Stresstoleranzgruppe, Yoga, Nordic Walking, Tanztherapie, Qigong, HWS-Gruppe, therapeutisches Boxen, Ergotherapie, Musiktherapie und ggf. physiotherapeutische Einzelbehandlungen

Alle 2 Wochen ist Chefarztvisite, einmal wöchentlich ist medizinische Sprechstunde, wofür man sich anmelden kann bei Bedarf. Bei Krisen kann man sich über die Pflege für einen Kurzkontakt bei seinem Therapeuten anmelden.

Handy und Tablet/Laptop können genutzt werden außerhalb der Therapien, es sei denn, es gibt eine individuelle Absprache.

Ausgang ist nach Absprache mit der Therapeutin/ dem Therapeuten möglich, z.B. zum Spazierengehen in der Umgebung, nach Rosdorf mit den nächsten Einkaufsmöglichkeiten oder nach Göttingen. Beurlaubungen bzw. Belastungserprobungen gibt es im Einzelfall, aber in der Regel nicht jedes Wochenende.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt 12 Wochen, viele Patient*innen kommen auch mehrmals wieder zur Intervallbehandlung.

Die Einsenderin schreibt:

Das Gelände ist sehr schön. In einem großen Park sind einzelne Gebäude verstreut, die die Stationen, aber auch Funktionen beherbergen. Auf dem Gelände entspringt der Bach Rase. Dies wird genutzt, indem eine Wassertretstelle im Bachlauf angelegt ist. Diese wird gerne als Skill zur Anspannungsregulation genutzt.
Sehr positiv finde ich, dass weder SVV noch Suizidgedanken noch schwere dissoziative Zustände ein Hinderungsgrund für die Aufnahme sind. Sollte man sich im Verlauf der Behandlung selber verletzen, werden die Wunden versorgt, chirurgisch in einer Klinik in Göttingen, und man muss eine Verhaltensanalyse schreiben. Sollte es nötig sein, wird man für kurze Zeit ins Asklepios Fachklinikum Göttingen auf eine geschützte Station verlegt. Ich hatte von Anfang ein gutes Bauchgefühl. Das hat im Verlauf der Behandlung immer gehalten. Jetzt, nach 14 Wochen, gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause. Aber es ist auch eine erneute Aufnahme im nächsten Jahr geplant. Allgemein ist die Behandlung sehr am Patienten orientiert und individuell. Und es wird sich Zeit genommen. Wenn man bereit ist, aktiv mitzuarbeiten, kann man viel mitnehmen aus der Behandlung.




(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 24. Oktober 2022

Medizinische Hochschule Hannover - Psychosomatik und Psychotherapie

 Medizinische Hochschule Hannover
- Psychosomatik und Psychotherapie

(vor einiger Zeit gab es bereits einen Post zur Station, heute gibt es eine Ergänzung/Aktualisierung)

(C) MHH

Zur Psychosomatik und Psychotherapie gehört die Station 58.
Behandelt werden dort 22 Patienten ab 18 Jahren mit Psychosomatischen Erkrankungen aller Art wie z.B Depressionen, Angsterkrankungen, somatoforme Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Traumatisierungen (bis hin zu einer Dissoziativen Identitätsstörung), Essstörungen oder psychische Belastungen infolge schwerer körperlicher Erkrankung. Die einzigen Ausschlusskriterien sind Psychosen oder akute Suizidalität. Bei einer bestehenden oder ehemaligen Suchterkrankung wird individuell geguckt, man muss auf jeden Fall einen gewissen Zeitraum vor der Aufnahme abstinenz sein. Man kann auch als Tagesklinischer Patient aufgenommen werden, hierfür gibt es weitere 11 Plätze, ein Wechsel zwischen TK und Vollstationär ist problemlos möglich.

Vor Aufnahme gibt es ein Vorgespräch, anschließend gibt es einen Termin wo man schon mal das Team der Station kennenlernen kann und Fragen stellen kann.

Die Station befindet sich in einem extra Gebäude auf dem Klinik Campus, es gibt Einzel- und Doppelzimmer sowie einige 3-Bett-Zimmer, fast alle mit eigenem Bad und Balkon. Die Station verfügt über 3 Etagen und einen Keller. Die Einzelzimmer werden überwiegend an Privatpatienten vergeben und Patienten die eine medizinische/therapeutische Indikation dafür haben.

Die Patienten sind aufgeteilt in die Settings A1, A2 und A3. (geordnet nach Farben, Setting A2 z.B ist = grüner Raum) Diese Settings sind vom Alter und den Diagnosen her gemischt. In jedem Setting sind je 11 Patienten, zwei Settings sind mit vollstationären Patienten, ein Setting mit teilstationären Patienten.

Zum Essstörungskonzept: Es gibt keinen Mindest-BMI. Solange keine Behandlung auf der Inneren oder Intensivstation aufgrund kritischer Werte notwendig ist, werden alle aufgenommen. Es wird ohne Sonden gearbeitet, teilweise gibt es zu Beginn Rollstuhlpflicht. Es gibt 5 Phasen - gestaffelt nach BMI. Wie viel man die Woche zunehmen muss, was die Mindest-Anforderungen ans Essen sind, welche Therapien man hat, wie viel Ausgang man hat etc. richtet sich nach diesen Stufen. In Stufe 1 und 2 sind z.B neben den Mahlzeiten 2-3 Fortimel Pflicht. In Stufe 1 muss man mind. 400 g die Woche zunehmen, in Stufe 2 mind. 500 g, ab Stufe mind. 700 g. Den genauen Phasenplan findet ihr in den Fotos. Gewogen werden alle Essstörungspatienten 2x die Woche. Schafft man die Zunahme nicht, wird man eine Stufe runtergestuft, behält aber die Essensmengen der höheren Stufe. Schafft man die Zunahme 2x nicht kann man ggf. entlassen werden. Die Angaben der Essensmengen in den Stunfen sind nur Mindest-Mengen. Die meisten Patienten essen im Verlauf deutlich mehr, um die Zunahme zu erreichen. Wer nicht aufisst hat für 24 Stunden die Regeln der Stufe 1. Wenn man im Normalgewicht kommt, kommt es drauf an ob man einen Zunahmevertrag hat ob man auch die Essensmenge einhalten muss. Alle drei Hauptmahlzeiten werden unter der Woche therapeutisch begleitet. Diese findet  in einem extra Raum im Keller statt und ist immer begleitet von einer Person des therapeutischen Teams und geht 30 min. Es geht viel darum sich bewusst zu machen, okay mit wie viel Hunger sitze ich jetzt hier, habe ich überhaupt welchen? Wie viel habe ich am Ende gegessen, und wie ist mein Sättigungsgefühl jetzt eigentlich? Das wird am Ende von jedem einmal dem Therapeuten erzählt. Zu Beginn wird in der Sportmedizin Abteilung eine Analyse des Körpers durchgeführt wird so wie viel Fett Anteil und wie viel Muskelmasse hat man eigentlich und dies wird dann am Ende der Therapie wenn man sein Entlassdatum weiß noch mal kontrolliert um zu sehen was für ein Erfolg die Therapie hatte. Bei einer Überdosierung der Abführmittel über einen längeren Zeitraum vor Aufnahme werden diese nicht von jetzt auf gleich abgesetzt werden sondern langsam runter reguliert werden so dass der Körper sich langsam wieder daran gewöhnen kann ohne diese Mittel aus zu kommen. Es wird also ein Baustein nicht direkt weggenommen sondern man wird langsam abgewöhnt sozusagen. Das Essen wird aus der Küche geliefert aus der Zentralküche dort gibt es viele Auswahlmöglichkeiten man kann sein Essen sich aber im Grunde recht individuell zusammenstellen.

Bei Essanfällen oder Erbrechen ist eine Verhaltensanalyse zu schreiben. Ebenso bei jeglichen Formen von Selbstschädigendem Verhalten. Es wird am Anfang gesagt, dass es nicht schlimm ist wenn eines der Problem Verhaltensweisen vorfällt, es ist bloß wichtig offen zu sein und auch ehrlich und dies dem Personal zu melden dann auch. Damit man ins Gespräch dazu kommt und eben mögliche Auslöser dazu kennenlernt.

Wenn Selbstverletzungen chirurgisch versorgt werden müssen oder ähnliches wird die Nähe zu Somatik und Chirurgie der MHH genutzt.

Das integrierte Behandlungskonzept beinhaltet sowohl verhaltenstherapeutische als auch tiefenpsychologische, systemische und traumatherapeutische Elemente. Es wird intensivtherapeutisch gearbeitet und auch komplexere Krankheitsbilder werden behandelt.

Für Leute die vielleicht wegen einem Trauma hier behandelt werden es gibt spezielle eine Psychoedukationsgruppe zum Thema Trauma zudem gibt es die Therapeuten hier kennen Dissoziation und unterstützen ein auch dabei dort raus zu kommen es wird hier sehr viel geredet

Ansonsten gibt es 2x Einzeltherapie (1x 50 Min., 1x 25 Min.), verschiedene Gruppentherapien (Gesprächs- und Themengruppe, Elektivgruppen, ART, SKT, Interaktionsgruppe, Achtsamkeit, Körperschemagruppe, Aktivgruppe), Bezugspflegegespräch (1x 25 Min.), Sport und Entspannung

Jeder erhält einen individuellen Therapieplan

Ab Abends gibt es nur noch eine Rufbereitschaft, d.h jemand vom Personal schläft über Nacht in der Klinik und ist per Handy zu erreichen, was für einige ungewohnt sein könnte sagt die Einsenderin. Ingesamt sind aber alle super freundlich und man kann jederzeit mit jemandem reden.

Wie auf dem Therapieplan zu sehen ist gibt es einen festen Tag für eine Medikamentengabe es ist in der Regel so das man seine Medikamente mit aufs Zimmer bekommt Ausnahme sind zum Beispiel Tavor, wenn man Tavor einnimmt darf man anschließend die Station nicht verlassen da davon ausgegangen wird, dass man in einer Krise steckt.

Belastungserprobungen sind ab dem 3.Wochenende möglich und dann i.d.R alle 2 Wochen, bei Essstörungspatienten ist das nach einem Stufenplan geregelt. Generell darf man jederzeit in den Ausgang gehen außerhalb der Therapien, außer es gibt individuelle Regelungen wie z.B bei Essstörungen.

Wie lange der Aufenthalt dauert ist sehr individuell. Viele Patienten kommen auch zu einer Intervall Therapie wieder.







Donnerstag, 6. Oktober 2022

Erwachsenenpsychiatrie Euregio Klinik Nordhorn - Station 52

 Erwachsenenpsychiatrie Euregio Klinik Nordhorn - Station 52

Versorgungsgebiet: Landkreis Graftschaft Bentheim

(C) Einsenderin

In der Euregio Klinik gibt es 4 Stationen:

Station 53: Akut- und Intensivstation - geschlossen geführte Station
Station 52: Allgemeinpsychiatrie
Station 51: Schwerpunkt Sucht
Station 50: Schwerpunktbehandlung Traumafolgestörungen und Persönlichkeitsstörungen

Die Einsenderin wurde auf Station 52 behandelt.

Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren mit jeglichen psychischen Erkrankungen, die in einem offenen Setting behandelbar sind. Es gibt besondere Therapieangebote für Depressionen sowie Psychosen / Schizophrenie.

Es gibt 20 Betten in Doppel- und Dreibettzimmern. Es gibt einen großen Park rund um die Klinik, in den man in der Therapiefreien Zeit von 06.00-22.00 Uhr jeder Zeit nutzen kann.

Der Tag startet jeden Tag (außer Mittwoch) mit Frühsport um 08.30 Uhr.

Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch.

Therapieangebote: Einzeltherapie, Gruppentherapien (z.B Depressionsbewältigungsgruppe, Psychosegruppe), Ergotherapie, Bewegungstherapie, Nordic-Walking, Sitzgymnastik und Sporttherapie, lebenspraktisches Training, Sozialberatung, biologische Therapieformen (z.B. Wachtherapie), Gedächtnis- und Konzentrationstraining, Entspannungsübungen, Ohr-Akupunktur und Aromatherapie.

Die Einsenderin schreibt die Patienten sind meistens eher älter (ab 40).

Beurlaubungen etc. werden individuell mit dem Behandlungsteam abgesprochen.

Die Einsenderin schreibt:

Die Ärzte sind total nett und mega kompetent. Die Pflege kümmert sich auch lieb um einen.
Ich kann diese Klinik auf jeden Fall empfehlen, wenn man eigene Motivation mitbringt und sich bewusst FÜR‘S Leben entscheidet.






(C) Fotos: Einsenderin