Posts mit dem Label Schematherapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schematherapie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 8. Januar 2024

Schönklinik Roseneck - Haus Rosenheim - Station R2

 Schönklinik Roseneck - Haus Rosenheim - Station R2

(C) Schön Klinik

Am Standort Rosenheim der Schönklinik Roseneck gibt es 5 Stationen für gesetzlich versicherte Erwachsene:

Station R1: Essstörungen
Station R2: Angst- und Zwangsstörungen
Station R3: Depressionen und Angststörungen bei jungen Erwachsenen (18-35 Jahre)
Station R4: Traumafolgestörungen sowie Depressionen (Schwerpunkt Depressionen ab 30 Jahren) 
Station R5: Essstörungen

(die Stationen wechseln immer mal wieder welchen Schwerpunkt sie aktuell haben)

Die Einsenderin wurde auf Station R2 behandelt. Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren, die gesetzlich versichert sind und unter einer Angststörungen und/oder Zwangsstörung und ggf. Begleiterkrankungen leiden. Es gibt 23 Behandlungsplätze, davon 4 Einzelzimmer, 8 Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer (hier werden meistens die jüngeren Patienten untergebracht), alle Zimmer haben ein eigenes Badezimmer.

Man hat etwa 2-4 Therapien pro Tag. Es basiert sehr auf Eigenverantwortung, sprich man muss morgens selbstständig aufstehen und zu den Therapien und Mahlzeiten rechtzeitig erscheinen. Es gibt 3 Essenszeiten, man kann zu einer beliebigen Zeit zwischen den genannten Zeiten zum Essen gehen:
Frühstück: 7:00-8:30 Uhr
Mittagessen: 11:30-13:00 Uhr
Abendessen: 17:00-19:00 Uhr

lle Mahlzeiten finden in Buffetform statt, welches 15 Minuten vor Ende der Essenszeit abgeräumt wird. Mittags gibt es jeweils ein Vollkost- und ein vegetarisches Menü sowie ein Salatbuffet.

Ab 23 Uhr ist Nachtruhe, Freitag und Samstag ab 23:30 Uhr. Dann müssen alle Patienten auf den Zimmern sein und die Co-Therapie aus dem Nachtdienst geht durch jedes Zimmer, um zu schauen, ob alle da sind.

Der Schwerpunkt auf der Station R2 liegt auf der Verhaltenstherapie in Form von Expositionen. Diese werden mit dem jeweiligen Bezugstherapeuten, der Co-Therapie, in einer stationsinternen Expositionsgruppe oder in Eigenregie durchgeführt. In Einzelfällen kann auch eine Behandlung in Form einer Schematherapie erfolgen.

Jeder Patient hat 1x wöchentlich 50 Minuten Einzeltherapie sowie jeweils 1x wöchentlich Gruppentherapien: ACT (50min.),Zwangsbewältigungtherapie -  ZBT (100min.), themenoffene Gruppe (100min.) und Zwangsprotokollgruppe (50min.). Alle weiteren Therapien werden individuell für jeden Patienten entschieden.

Mögliche Therapien: Gruppe sozialer Kompetenzen (GSK), Gestaltungstherapie, Sport- und Bewegungstherapie (z.B.: therapeutisches Klettern, Walking, Fitnessgymnastik, Ergometertraining, Entspannung und achtsames Körpererleben, etc.), tiergestützte Therapie mit einem Hund, Physikalische Therapie (Massagen, Physiotherapie, Reizstromtherapie, Ultraschall, Fango)

Samstags morgens gibt man in der Gruppe „Therapieziele Wochenende“ anhand eines zuvor ausgefüllten Blattes seine Ziele, Unternehmungen, etc. für das Wochenende an. Immer donnerstags findet die Stationsvisite statt. Dort trifft sich die gesamte Station, die Oberärztin, 1-2 Stationstherapeuten und ein Co-Therapeut ca. 50min lang, um wichtige Anliegen zu besprechen und Dienste zu verteilen. ca. alle 2 Wochen hat man eine Einzelvisite mit der Oberärztin, wo über den Therapieverlauf, Ziele, ggf. Medikation oder wichtige Anliegen gesprochen wird • zusätzlich gibt es immer wechselnde Freizeitangebote für die man sich in einer Liste wöchentlich neu eintragen kann. Z.B.: Yoga, Seelsorge, Tanzen, Filmabende, HandPan Workshops, Singen - alle diese Angebote sind freiwillig.

Im Haus sind immer Co-Therapeuten, bei denen man sich je nach Bedarf zwischen 8:00 und 20:00 Uhr für ca. 10 minütige Gespräche eintragen kann. Ab 20 Uhr übernimmt der Nachtdienst dringliche Gespräche.

Zwischen den Terminen darf man, wenn nicht anders mit dem Therapeuten besprochen, immer raus gehen. Abends muss man bis 22 Uhr wieder im Haus sein, denn da wird die Tür abgeschlossen. Morgens wird sie ab 6 Uhr wieder geöffnet. Sein Handy/Laptop/Tablet etc. darf man immer bei sich haben, es gibt WLAN.

Alle 2 Wochen darf man eine therapeutische Belastungserprobung (TBE) machen. Zwischen samstags 6 Uhr und sonntags 22 Uhr darf man dann nach Hause fahren.

Die Wartezeit beträgt etwa 6-8 Monate, wenn man aber angibt dass man auch kurzfristig anreisen kann (24 Stunden Liste) kann man oft auch schneller aufgenommen werden.

Die Aufenthaltsdauer ist individuell, aber beträgt etwa 12-16 Wochen.

Die Einsenderin schreibt:

Mir persönlich hat das Konzept der Klinik sehr gut gefallen. Nach mehreren anderen Klinikaufenthalten mit wenig Erfolgen konnte ich aus der Schönklinik viel mitnehmen. Durch das auf Zwangsstörungen spezialisierte Konzept, konnte ich nochmal viel mehr über die Erkrankung erfahren und es wurde sich auf Exposition fokussiert, welche anfangs auch therapeutisch begleitet wurden. Auch den Austausch mit Mitpatienten mit ähnlichem Krankheitsbild fand ich sehr hilfreich und spannend. Insgesamt ist das Therapieangebot breit gefächert und man hat deutlich mehr/spezifischere Therapien als z.B. in der Psychiatrie. Die Therapeuten/Ärte sowie die Oberärztin sind alle sehr freundlich und versuchen das bestmögliche zu tun um einem zu helfen. Wobei der Wille zur Veränderung natürlich von einem selbst aus kommen muss. Auch die Gespräche mit der Co-Therapie können hilfreich sein. Ein paar Mitarbeiterinnen der MZ (Medizinischen Zentrale) empfand ich und auch einige meiner Mitpatienten als unfreundlich, wobei man mit ihnen nur wenig zu tun hat. Nur zum Medikamente abholen oder bei medizinischen Untersuchungen. Alles in allem würde ich die Klinik auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man selbst den Willen zur Veränderung hat und relativ eigenverantwortlich seinen Alltag bestreiten kann.


(C) Schön Klinik


Dienstag, 18. Oktober 2022

EOS-Klinik - Essstörungsbereich

 EOS-Klinik - Essstörungsbereich

(C) Foto: EOS

Die EOS-Klinik ist eine Privatklinik in Münster und ist auf die intensive Psychotherapie komplexer psychischer Störungen spezialisiert. Behandelt werden 34 Patienten ab 16 Jahren. Da es eine Privatklinik ist, können im Regelfall nur Privatversicherte Patienten aufgenommen werden sowie teilweise mit privater Zusatzversicherung.

Die Klinik ist aufgeteilt in drei Behandlungsbereiche: Den DBT-Bereich (dazu gibt es bereits einen Post, es können aber auch z.B Patienten mit einer PTBS dort aufgenommen werden), einen allgemeinen Bereich (für z.B Zwangsstörungen, Ängste, Depressionen, ADHS) sowie den Essstörungsbereich (vorwiegend Patient:innen mit Anorexie).
Heute geht es um den Essstörungsbereich.

Aufgenommen werden dort Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren.
Alle Patienten haben ein Einzelzimmer.

Das Essstörungskonzept besteht aus 2 Phasen. Jeder mit Essstörung (und einem BMI unter 18) kommt bei Aufnahme in den Phase 1. Patienten mit Essstörung werden dienstags und freitags gewogen und anschließend gibt es eine Visite bei der besprochen wird ob man eine Planerhöhung braucht. Die Anzahl der Kalorien ist für jeden unterschiedlich. Wenn man mehr als 1,2 kg (Ziel sind 1200 g) in einer Woche zunimmt, bekommt man einen Punkt, den man z.B. für mehr Ausgang oder ein Wochenende Zuhause (ab BMI 16,5) einlösen kann. Es gibt 5 oder 6 Mahlzeiten (man darf es sich aussuchen). Bei den Zwischenmahlzeiten hat jeder eine bestimmte Menge, die man sich nehmen soll und darf dabei selbst aussuchen. Dienstags und freitags werden die Essenspläne für die nächsten Tage geschrieben.

Das begleitete Essen ist gestaffelt:
Begleitetes Essen: Man sitzt mit Therapeuten am Tisch.
Halbfreies Essen: Der Therapeut kontrolliert nur noch ob man sich alles geholt hat.
Freies Essen: Der Therapeut kontrolliert es nicht mehr.

Es gibt keinen Mindest-BMI, doch die Anzahl der Gruppen- und Einzeltherapien, sowie Regelungen richten sich nach dem BMI.

Bis zu einem BMI von 16,5 hat man 2x 25 Minuten Einzeltherapie, danach 2x 50 Minuten. Bei einem BMI von 18 kommt man in Phase 2 und hat jeden Tag 50 - 100 Minuten Einzeltherapie. Bis zu einem BMI von 18 liegt der Schwerpunkt der Therapie auf der Normalisierung des Essverhaltens sowie der Gewichtsstabilisierung

Gruppenangebote: 4x Morgenrunde, 2x Anorexiebewältigungstraining, 2x Skillsgruppe, 1x Körperbildgruppe, 1x CBASP-Gruppe, 1x Anorexiegruppe, 1x Kochgruppe, 1x Achtsamkeit, 1x KID-Gruppe, 1x Faszientraining, 1-2x Atemtherapie, 2x Visite

Nach dem Mittagessen gibt es immer einen gemeinsamen Spaziergang. Am Samstag und Sonntag, sowie nach dem Abendessen gibt es gemeinsame, verpflichtende Aktivitäten.

Ab einem BMI von 13 hat man 30 Minuten begleiteten Ausgang und mit Punkten kann man diesen verlängern oder unbegleitet haben. Das Handy hat man durchgängig und Beurlaubungen sind ab einem BMI von 16,5 mit 2 Punkten erlaubt. Zusätzlich hat man ab einem BMI von 12 Gartenzeit.

Ab einem BMI von 18 kann man theoretisch bei Bedarf z.B in den DBT-Bereich wechseln.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: sehr individuell, kein Fresubin, kompetentes Personal, Belohnungssystem

Kontra: Personalmangel in der Essgruppe, keine Allgemeine Gruppentherapie

Ich kann die Klinik definitiv weiterempfehlen!
 
(C) Foto: Einsenderin 
(C) Foto: EOS-Klinik


 

Montag, 18. April 2022

Schön Klinik Bad Bramstedt - Jugendstation B4

Schön Klinik Bad Bramstedt - Jugendstation B4

(C) Schön Klinik Bad Bramstedt

Die Schön Klinik Bad Bramstedt ist eine psychosomatische Klinik und hat neben verschiedenen Akut- und Rehastationen für Erwachsene auch eine Jugendstation, die Station B4.

Aufgenommen werden Jugendliche von 14-18 Jahren mit den verschiedensten psychosomatischen Erkrankungen wie Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating sowie Mischformen), Zwangsstörungen, Angststörungen, Depressionen, PTBS oder Borderline.

Momentan können überwiegend Privatversicherte Patienten oder Selbstzahler aufgenommen werden, es gibt allerdings Einzelfallentscheidungen wo auch die gesetzliche Krankenkasse einen Aufenthalt dort finanziert.

Es gibt 4 Einzelzimmer, ansonsten Doppelzimmer (manche Zimmer sind schon renoviert, manche nicht, das auf dem Foto ist eins der unrenovierten Zimmer), insgesamt gibt es ca. 14 Behandlungsplätze.

Der Tag startet um 07.30 Uhr mit dem Frühstück, um 09.00 Uhr ist eine gemeinsame Morgenrunde. Um 12.10 Uhr gibt es Mittagessen, um 17.30 Uhr Abendessen.

Es wird überwiegend mit kongnitiver Verhaltens- und Schematherapie gearbeitet.

Therapien: Einzeltherapie (1-2x die Woche), verschiedene Krankheitsspezifische Gruppen (Essstörungen, Depressionen, Traumagruppe, Zwangsgruppe), Kunsttherapie (in der Gruppe und Einzel), Skillsgruppe, SKT, Bewegungstherapie, Ernährungsberatung, Lehrküche, Entspannungsverfahren

Es wird das DBT-A Programm angeboten, für Jugendliche mit Emotionsregulationsschwierigkeiten und Selbstverletzenden Verhaltensweisen.

Bei Essstörungen gibt es begleitetes Essen an einem extra Tisch mit einem 3 Phasen-Konzept, jede Stufe bringt einem mehr Freiheiten und auch mehr Ausgang. Es gibt 2-3 Zwischenmahlzeiten, bei stärkerem Untergewicht wird auch mit Fresubin gearbeitet.
Essstörungspatienten werden 2x die Woche gewogen. In der extra Essstörungsgruppe geht es u.a um Themen wie : Diagnostik, innerer Kritiker, Perfektionismus, Körperbildübungen, schwarze Liste etc.
Jeden Freitag findet Lehrküche statt, wo 4 Patienten gemeinsam kochen. Es werden Foto/Video und Spiegelexpos angeboten.

Für PTBS Patienten wird Traumakonfrontation angeboten.

Sein Handy darf man 24/7 haben.

Ausgang hat man den ganzen Tag wenn man keine Gruppen hat bis 20:00 (man hat erst ab einem bestimmten Gewicht freien Ausgang, darunter gibt es individuelle Absprachen oder manchmal auch keinen Ausgang)

Beurlaubungen sind nach Absprache möglich, aber max. für 1 Nacht.

Die Einsenderin schreibt:

Mir persönlich hat die Klinik sehr gut weitergeholfen.

Pro: Viele Therapieangebote, hilfreiche Gruppen, liebe TherapeutInnen und BetreuerInnen, gutes Therapiekonzept, super schöne Umgebung, große Zimmer

Kontra: Kleiderordnung, strenge Regeln bei SV, bei manchen schnelle disziplinarische Entlassungen

(C) Schön Klinik

(C) Schön Klinik

(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

(C) Schön Klinik Bad Bramstedt

Dienstag, 12. Oktober 2021

Asklepios Klinik Ochsenzoll Hamburg - Station O53B - Spezialstation für Essstörungen

 Asklepios Klinik Ochsenzoll Hamburg
- Station O53B - Spezialstation für Essstörungen

(C) Christian Schmidtmann

Die Asklepios Klinik Ochsenzoll verfügt über die verschiedensten offenen und geschlossenen Stationen für Erwachsene ab 18 Jahren, mit unterschiedlichsten Schwerpunkten wie z.B Borderline-Sucht, Borderline, Trauma oder Angst- und Zwangsstörung.

Heute geht es um die Station O53B, die schwerpunktmäßig Essstörungen behandelt.

Aufgenommen werden Erwachsene ab 18 Jahren, behandelt werden alle Formen von Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating sowie Mischformen) sowie Begleiterkrankungen. Außerdem werden Patienten mit anderen stressbedingten psychischen Erkrankungen aufgenommen wie z.B Depressionen oder Zwänge.
Die Einsenderin schreibt, dass die Station auf junge Erwachsene spezialisiert ist und die Patienten meist um die 20 sind, in der ES Gruppe sind teilweise auch ältere Patienten.

Es gibt Doppelzimmer und wenige Einzelzimmer.

Es gibt keinen Mindest BMI, es wird nicht mit Sonden gearbeitet. Es wird EMU (Essen mit Unterstützung inkl. Vor- und Nachbereitung) angeboten, Stück für Stück kann man mehr Selbstständigkeit erlangen.

Für Essstörungen gibt es ein freieres und ein strengeres Phasenkonzept, je nachdem, wie auch die körperliche Verfassung und die Mitarbeit an der Therapie ist. Im Phasenprogramm ist man recht kontrolliert und bekommt beispielsweise auch die Brote geschmiert und sitzt nach den Mahlzeiten eine Stunde vor dem Stationszimmer.

Jeder kriegt bei Aufnahme einen individuellen Behandlungsplan. Die Station arbeitet verhaltenstherapeutisch orientiert, neben der klassischen VT u.a mit Schematherapie.

Therapieangebote: Einzeltherapie, Co-Gespräche, verschiedene Gruppentherapien (Essstörungsgruppe, Körpertherapiegruppe, Achtsamkeitstraining, Skillsgruppe, Entspannungsgruppe, Emotionsgruppe, SKT), Ernährungsberatung, Kunsttherapie, Musiktherapie

Mit seinem Therapiepass kann man außerdem an verschiedenen freiwilligen Therapien teilnehmen wie z.B Atelier, Ergotherapie oder Feldenkrais.

Außerdem werden in Kleingruppen am Wochenende positive Aktivitäten geplant.

Das Klinikgelände soll in der Behandlungszeit nicht verlassen werden

es gibt aber TEV und NEV, bei denen man für einen Tag oder eine Übernachtung „freigestellt“ wird und sich zu Hause erproben kann.

Positiv: die schnelle Aufnahme, die medizinische Überwachung, das teilweise familiäre Gefühl auf der Station, die Ernährungseinzel

Kontra: die starken Einschränkungen im Phasenprogramm, teilweise der schroffe Umgang des Teams mit den Patienten, der Gebäudekomplex ist sehr alt, die Zimmer sehr karg und in die Jahre gekommen


Universitätsklinik Ulm - Psychosomatik

 Universitätsklinik Ulm - Psychosomatik

(C) AKG Architekten


In der Psychosomatik Ulm werden Erwachsene ab 18 Jahren behandelt mit den verschiedenen psychosomatischen Krankheitsbildern wie Depressionen, Somatoforme Störungen, Essstörungen, chronische Schmerzstörungen, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Es gibt eine Station, wo verschiedene Settings angeboten werden. Aktuell werden zwei Settings angeboten: das Köpernahorientierte Setting (KN) sowie das Strukturorientiertes Setting.
Laut Homepage wird auch noch ein Ressourcenorientiertes Setting angeboten manchmal, welches nach der Schematherapie schwerpunktmäßig arbeitet sowie 1x jährlich ein 4 wöchiges Intensivsetting für Patienten mit chronischen Schmerzen.

Jeder Patient bekommt erstmal ein Einzelzimmer und zieht nach einiger Zeit (3-5 Wochen) in eins der 4 Doppelzimmer um. Man kann pro Tag einen gewissen Beitrag bezahlen, dann kann man das Einzelzimmer behalten. Als Privatpatient hat man Anspruch auf ein Einzelzimmer für die gesamte Zeit des Aufenthalts. Es gibt zwei Aufenthaltsräume, einen davon mit Fernseher. Im Bewegungsraum gibt es eine Tischtennisplatte und Bälle, die auch außerhalb der Therapien genutzt werden dürfen. Auch der Musikraum darf benutzt werden.

Das Körpernahe Setting ist tiefenpsychologisch orientiert und richtet sich schwerpunktmäßig an Patienten mit Krankheitsbildern die auch körperliche Beschwerden verursachen z.B Somatisierungsstörungen oder körperliche Symptomatik bei Depressionen oder Angststörungen. Auch Essstörungen werden in diesem Setting oft behandelt. Es gibt 4x die Woche konzentrative Bewegungstherapie in Gruppen, 2x die Woche Einzeltherapie (1x w. 50 Minuten, 1x w. 25 Minuten), 2x die Woche Gruppentherapie, Achtsamkeitstraining und PMR als Therapien. Außerdem gibt es individuelle Therapien wie Kunst- oder Musiktherapie.

Im Strukturorientierten Setting (MO) wird schwerpunktmäßig nach der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie gearbeitet, behandelt werden z.B Patienten mit Depressionen, Ängsten, Zwängen, Persönlichkeitsstörungen oder Essstörungen. Der Schwerpunkt liegt auf der Gruppentherapie, diese findet 4x die Woche statt. Feste Einzeltherapietermine hat man

nach der Aufnahme zwei, anschließend hat man keine festen, jeder hat aber einen zuständigen Einzeltherapietherapeuten bei dem man jederzeit Gespräche einfordern kann. Es gibt 2x die Woche Bewegungstherapie sowie 2x die Woche Musiktherapie. Kunsttherapie wird individuell verordnet. Außerdem gibt es auch ein PMR Angebot.

Für Essstörungspatienten gibt es zusätzlich unabhängig davon in welchem Setting sie sind 1x w. eine Essstörungsgruppe.Außerdem findet 1x Woche ein Essgespräch (30 min, einzeln) mit der zuständigen Pflegekraft statt. Die Patienten müssen dafür Protokoll schreiben. Wenn es so angeordnet wird, findet das Mittagessen in Essbegleitung statt, Frühstück und Abendessen wird selbst gegessen. Für Essstörungen ist sehr viel Eigeninitiative erforderlich, hier wird niemand kontrolliert oder gezwungen.

Für KN und MO gibt es außerhalb der normalen angestellen Pfleger zuständige Pflegekräfte die unter der Woche während der Therapiezeiten Ansprechpartner für die Patienten sind und jederzeit da sind, um Gespräche zu führen. Diese Pfleger führen auch jeden Morgen mit ihrer Gruppe eine Morgenrunde durch.

Man darf außerhalb der Klinik und nur am Wochenende oder Feiertag angemeldeten Besuch empfangen, sowie Alltagserprobungen nach Hause unternehmen.


Die Einsenderin schreibt:

Durch die kleinen Gruppengrößen entsteht ein enger Zusammenhalt zwischen den Patienten.
Für Essstörungen und Traumafolgestörungen mit wirklich starker, ausgeprägter Symptomatik würde ich die Klinik jedoch nicht empfehlen (also zb essgestörte, die die Kontrolle Zweiter benötigen, da sie sonst ihr Verhalten gar nicht verändern können oder Traumapatienten, die stark dissoziieren - hiermit ist das Personal leider häufig etwas überfordert). Alles in allem finde ich die Klinik aber sehr gut, man hat engen Kontakt zu Pflegern und ist eigentlich nie allein.


(C) AKG Architekten

(C) Einsenderin

(C) Einsenderin


(C) Video: Einsenderin

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Kinder- und Jugendpsychiatrie Uniklinik Köln

 Kinder- und Jugendpsychiatrie Uniklinik Köln

Versorgungsgebiet: Köln Stadtbezirke 2,3,4 (Rodenkirchen, Lindenthal, Ehrenfeld), Rhein-Erft Kreis

(C) medfacilities.de


In der KJP Köln gibt es verschiedene Stationen:

Eltern-Kind Station
Kinderstation (6-12 Jahre)
Jugendstation 1 (Akutversorgung kinder- und jugendpsychiatrische Notfälle)
Jugendstation 2 (Psychotherapie zur Verselbstständigung)
Jugendstation 3 (13-18 Jahre, Schwerpunkt Psychotherapie, z.B Angst- und Zwangsstörungen, Depressionen, Psychosomatische Störungen)
Jugendstation 4 (13-18 Jahre, Schwerpunkt Essstörungen)
Jugendstation 5 (12-18 Jahre, Schwerpunkt Schematherapie)

Außerdem gibt es zwei Tageskliniken, die Jugendtagesklinik mit dem Schwerpunkt beginnende Persönlichkeitsstörungen haben wir euch schon vorgestellt vor einigen Wochen.

Einsenderin 1 wurde auf der Jugendstation 1 und 2 behandelt. Einsenderin 2 wurde auf Station 1 behandelt. Die beiden Stationen befinden sich im Erdgeschoss der Klinik, Stationen 3 und 4 sind im 1.OG, Station 5 im 2. OG.

Die Jugendstation 1 nimmt Patienten in akuten Krisen (meist nur wenige Tage bis Wochen) auf sowie für Diagnostikaufenthalte (etwa 4 Wochen). Selten machen dort auch Patienten eine Art Therapie, meist Patienten mit einem Beschluss, die dem Beschluss entsprechend länger bleiben. Die Station wird geschlossen geführt.

Sobald die akute Eigen- und Fremdgefährdung ausgeschlossen ist kann man auf Station 2 wechseln, wo man einen Therapieaufenthalt machen kann zur weiteren Stabilisierung. Die Station wird offen geführt.

Die Therapie/Diagnostikpatienten sind in Doppelzimmern untergebracht, Krisenpatienten sind in Beobachtungszimmern untergebracht, die oft als Einzelzimmer belegt werden. Davon ist eins ein Doppelzimmer mit Fenster in der Tür, eins ein Einzelzimmer mit Fenster zum Stationszimmer. Es gibt Gemeinschaftsbäder auf dem Flur. Die geschlossene Station hat einen geschützten / geschlossenen Garten.

Station 1 arbeitet mit dem "Reitersystem". Je nach Zustand, Eigen- und Fremdgefährdung erhält man einen roten, gelben oder grünen Reiter.

Roter Reiter: Sichtkontakt mit PED, Badbegleitung, alle Sachen abgeben (auch Schnürsenkel etc)

Überwachungszimmer, kein Ausgang
Gelber Reiter: Sachen zurück, begleiteter Ausgang (PED oder Erziehungsberechtigte) in den stationseigenen Hof
Grüner Reiter: alleine Ausgang, Therapien außerhalb der Station, Schule (Johann-Christoph-Winter Schule für Kranke), Beurlaubung über Wochenende

Individuell wird mit Sachen wie Verhaltensanalysen, Verstärkerplänen (Störung des Sozialverhaltens), Stufenplänen (Essstörungen und andere) und Stimmungsprotokollen (affektive Störungen) gearbeitet.

Therapieangebote: 1x w. Einzeltherapie, 1x w. Gruppentherapie, Musik-, Kunst-, Sporttherapie, SKT, Klettern, Fitnessstudio, Aktionsgruppe (eigens ausgesuchte gemeinsame Gruppenaktivität außerhalb der Klinik für stabile Patienten)

Je nach Zustand kann man die Klinikschule besuchen.

Die Handys gibt es immer zum Ausgang, den hat man, je nach Verhalten und Gefährdung, mindestens 10min in 2:1 Betreuung auf dem geschlossenen Hof und maximal 3x20Einzel- und 3x30Gruppenausgang. Zu den Besuchszeiten und am Wochenende darf man auch raus oder nach Hause, wenn man für diese Belastungserprobung bereit ist.
Abends gibt es Telefonzeit, wo man angerufen werden kann.

Einsenderin 1 schreibt:
Die allermeisten Ärzte, Pfleger und Therapeuten waren nett und kompetent, klar gibt es überall fragwürdige Leute aber insgesamt war viel Fachkompetenz und Verständnis da. Es wurde auch nicht übermäßig medikamentös gearbeitet und fixiert wirklich nur in Ausnahmesituationen. Sobald man einen Behandlungsvertrag hatte waren die damit aber sehr konsequent und man kann recht schnell fliegen. Auch wurden sehr sehr oft Wohngruppen als das non plus ultra angepriesen, auch bei Patienten für die es gar nicht unbedingt nötig oder hilfreich ist.

ie Krisenaufenthalte sind wie so häufig langfristig wenig hilfreich aber notwendig, dafür haben mir die Therapien sehr viel gebracht, auch die poststationäre Nachsorge hat super funktioniert. Das ist natürlich nicht immer so und viele sind zeitweise (auch ich🤣) Drehtürpatienten gewesen aber letzendlich sind alle bei denen das der Fall war und zu denen ich noch Kontakt habe auch irgendwann in ein gut funktionierendes System entlassen worden.

Einsenderin 2 schreibt:
Ich habe mich dort absolut nicht wohl gefühlt. Manche PEDs waren ganz nett, aber viele total verständnislos und teilweise auch echt gemein. Sie wirkten total genervt von mir als Krisenaufnahme. Vor allem was meine Essstörung anging, was auch 2 mal der Grund für die Aufnahme war, wirkten alle überfordert und auch der Oberarzt war bei dem Thema zum Teil grenzüberschreitend, sodass ich mich sehr unwohl gefühlt habe. Mit rotem Reiter war es besonders unangenehm weil man z. B. Immer mit Licht an schlafen muss und immer einen Betreuer ansprechen muss wenn man auf Toilette will wovon die wieder total genervt waren. Mit gelbem Reiter war es insgesamt dann deutlich angenehmer, aber trotzdem keine tolle Erfahrung. Für einen geplanten Aufenthalt würde ich dort jedenfalls nicht hingehen, bei der Krisenintervention war es natürlich unvermeidbar, da dies die Klinik mit Versorgungsauftrag für meinen Wohnort ist.

(C) Einsenderin




Hemera Klinik - Privatklinik für Jugendliche und junge Erwachsene

 Hemera Klinik - Privatklinik für Jugendliche und junge Erwachsene

(C) Hemera Klinik

Die Hemera Klinik ist eine Privatklinik in Bad Kissingen für Jugendliche und junge Erwachsene von ca. 14-27 Jahren mit Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Asperger-Syndrom,
Posttraumatische Belastungsstörungen und Somatisierungsstörungen, es gibt einen besondere Behandlungsschwerpunkt auf Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Binge-Eating als auch Mischformen). Außerdem gibt es Behandlungsplätze für junge Mütter/Väter mit Kind. Da es eine Privatklinik ist können i.d.R nur privatversicherte Patienten aufgenommen werden.

Es gibt eine Station für alle Patienten (es gibt 40 Betten), es gibt Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem Bad. Die Zimmer sind hell, teilweise geräumiger und teils kleiner. Die ganze Klinik wird offen geführt, weshalb Patienten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht aufgenommen werden und bei Krisen wird dann ggf. in eine der umliegenden KJPs (KJP Schweinfurt) oder Erwachsenenpsychiatrie (Krankenhaus f.Psychiatrie Schloß Werneck) verlegt.


Zum Anorexie/Essstörungskonzept: Es gibt 3 Hauptmahlzeiten + 3 Zwischenmahlzeiten mit anschließenden Sitzzeiten im Gruppenraum. Es gibt eine Art Stufenplan, sprich man kriegt mit der Zeit und der Zunahme immer mehr Freiheiten. Man hat einmal wöchentlich somatische
Gespräche mit Fallführer und Bezugs-PED. Da geht’s so um Essensmenge, Ängste, Essverhalten und die verschiedenen Phasen. Bei Erreichen des Wochenziels (500-1000g Zunahme) bekommt man einen „Belohner“.
rote Phase: 30 min Gartenzeit täglich
gelbe Phase: PED-Spaziergang täglich
grüne Phase: 2 PED-Spaziergänge + 30 min Ausgang
Haltephase: wie alle anderen Patienten

Während der drei Phasen sitzt man am PED-Tisch und wird beim Essen begleitet. Zu Beginn darf man sich Essenspakete auswählen. Ab einem weiteren Zeitpunkt darf man dann Vorportionieren und irgendwann ist man frei. (für die anderen Patienten gibt es Büffett und man kann auch
Vegane Optionen bekommen) Wann dies jeweils ist, wird individuell
geregelt, ist aber an die Phasen angepasst. Ab wann man Sport machen
darf / in den Kraftraum darf ist individuell, die Einsenderin schreibt
bei ihr war es
ab der gelben Phase. Allgemein ist das Konzept aber sehr individuell, man kann je nach
Gewicht oder bei Abnahme in der roten Phase auch strenge Regeln bekommen usw.

Jeder Patient hat einen Fallführer (Therapeuten), bei dem man in der Regel einmal in der 50 Minuten Gesprächstherapie (Einzeltherapie) hat. Wenn es für sinnvoll angesehen wird kann man auch mehr Einzeltherapie haben. Ansonsten kriegt jeder je nach Krankheitsbild einen
individuellen Plan zusammen gestellt.

Die Aufenthaltsdauer ist total individuell, auch je nach Krankenkasse
oder Krankheitsbild.

Es kommen unterschiedliche Therapieverfahren zum Einsatz, neben der klassischen Verhaltenstherapie arbeitet die Klinik viel mit Schematherapie, ergänzt durch Verfahren wie z.B EMDR

Weitere mögliche Therapien: Musiktherapie, Kunsttherapie, Arbeitstherapie, Tanztherapie, Emotionstraining / Emotionstrainingsgruppe, Cranio Sacral Therapie, tiergestützte Pädagogik, Schema-Therapie Gruppe, SKT, Genussgruppe, Achtsamkeitsgruppe, Kochgruppe, Laufgruppe, Nordic Walking,
Bewegungstherapie, Eutoniegruppe, Intuitives Schreiben, Körperbildgruppe, Reittherapie, Kompetenztraining mit Hund, Yogagruppe, Offenes Atelier, Heilsames Singen, Jungsgruppe,
Mädchengruppe, Akupunktur

Man kann eine Klinikschule besuchen, für die älteren Patienten gibt es die Möglichkeit von Arbeitstherapie oder Praktika. In den Ferien gibt es verschiedene Freizeitangebote und gemeinsame Ausflüge.

Es gibt eine Pädagogik AG, was eine Art Stationsbesprechung /
Patientenbesprechung ist, wo die Patienten auch Rückmeldungen geben
können was z.B gerade positiv ist und was verbesserungswürdig ist an
Regeln etc.

Handyzeit ist immer nach dem Abendessen für 1h45 min. Außerdem eine halbe Stunde flexibel.

Ausgang haben in der Regel alle (außer Esspatienten) 4 Stunden täglich. Beurlaubungen sind derzeit coronabedingt nicht möglich außer, wenn es sich um therapeutische Belastungserprobungen handelt. Am WE kann man Besuch bekommen (max.2h IN der Klinik, außerhalb entsprechend der
Ausgangsregelung frei).

Es wird viel Wert auf Pünktlichkeit und Gründlichkeit gelegt.

Die Einsenderin schreibt: Ich kann die Klinik wirklich absolut empfehlen. Besonders die Altersspanne ist sehr passend. Das Team aus Therapeuten und PEDs ist Großteils recht jung – alle sind wirklich
motiviert und wenn man das selbst auch ist, kann einem dort auch
wirklich geholfen werden!! Die PEDs sind 24/7 für einen da, wenn man
Gesprächsbedarf hat und spielen auch gerne mal was mit.

Ich betrachte das Bezugsbetreuer-System als sehr wertvoll! Ich war
zufrieden mit dem Anorexie-Konzept. Es ist zwar anfangs strikt
geregelt, was man darf und was nicht, mit der Zeit und Zunahme werden
einem aber immer mehr Freiheiten zugestanden. Das Essen ist sehr gut
und vielfältig.






(C) Fotos: Hemera Klinik

Erwachsenenpsychiatrie Wilhelmshaven - Station PSY 7

 Erwachsenenpsychiatrie Wilhelmshaven - Station PSY 7 

(C) Klinikum Wilhelsmhaven

In der Psychiatrie Wilhelmshaven gibt es verschiedene Stationen:

PSY 1 (Akutaufnahmestation)
PSY2 (Gerontopsychiatrie)
PSY 3 (Privatstation mit dem Schwerpunkt Depressionen)
PSY 4 (Allgemeinpsychiatrie, Schwerpunkt junge Erwachsene)
PSY 7 (Psychotherapie und Psychosomatik, Schematherapie)

Außerdem gibt es zwei Tageskliniken (PSY 5 und PSY 6)

Die Einsenderin wurde aufgrund einer KPTBS und dissoziativen Störung auf der PSY7 behandelt.

Die Station hat 24 Plätze, es gibt nur Doppelzimmer, die Zimmer haben einen eigenen Fernseher sowie Toilette, Duschen sind auf dem Flur. Außerdem gibt es noch ein großes Badezimmer mit Badewanne. Die Station hat eine eigene Küche, die immer offen ist, man kann also jederzeit backen oder kochen und sich was zu Essen machen.

Aufgenommen werden schwerpunktmäßig Patienten mit Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen, Angststörungen und psychosomatischen Erkrankungen. Man kann sowohl geplant über die Warteliste als auch notfallmäßig kommen z.B von der Krisenstation als Verlegung (wenn man im Sektorgebiet wohnt).

Die Patienten sind in zwei Gruppen aufgeteilt. Es gibt die gelbe und die grüne Gruppe. In welche Gruppe man kommt, richtet sich danach, welche Bezugszherapeutin man hat. Es gibt vier Therapeuten, davon zwei Ärzte.

Die Station bietet schwerpunktmäßig Schematherapie an, was das ist haben wir euch ja schon in einem Post vorgestellt. Drei von den Vier Therapeuten arbeiten nach der Schematherapie.

Die Aufenthaltsdauer ist sehr individuell, bei einer Schematherapie sollte man aber mindestens 6-8 Wochen rechnen.

Zum Therapieablauf: Am Anfang fängt alles "normal" an, also es geht um die Gründe weshalb man nun in der Klinik ist, seine persönliche Biographie etc. Man bekommt dann verschiedene Fragebögen, auch spezielle zur Schematherapie. In diesen werden dann die verschiedene Schemata und Modi festgestellt. Diese geht man in der Therapie durch und man fängt an eine innere Landkarte zu erstellen, auf der die stärksten Persönlichkeitsanteile aufgemalt werden. Man führt immer wieder Stuhldialoge mit den einzelnen Anteilen

sodass die Therapeutin, aber auch man selbst versteht, wie man funktioniert und wie die verschiedenen Modi bzw. Schemata zu stande kommen. Daran arbeitet man. Es gibt in der Regel auch immer irgendwelche Hausaufgaben. Es geht viel darum, dass Bedürfnisse des inneren Kindes quasi nachgeholt und erfüllt werden. Die Einsenderin schreibt, dass es nicht nur darum geht stabil zu werden und zu verstehen weswegen man in der Klinik ist und was passiert ist, sondern auch um Zukunftsperspektive und wie man in der Zukunft stabil bleiben kann.

Für jeden Patienten wird ein individueller Therapieplan erstellt.

Therapieangebote: Einzeltherapie, 1x w. Oberarzt-Visite, Gruppentherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie, Entspannungstechniken, PMR, Depressionsgruppe, Suchtgruppe, Angstgruppe, SKT, Cog-Pack, verschiedene Sportangebote (z.B Joggen, Rückengymnastik), verschiedene Kunstangebote (z.B Häkelgruppe, Pappe und Papier), Autogenes Training, Traumastabilisierungsgruppe, Achtsamkeitsgruppe, Koch- und Backgruppe, Wachttherapie

Manche Therapien werden Stationsübergreifend angeboten (z.B Depressionsgruppen), manche Therapien finden stationsintern explizit für die PSY 7 statt (z.B Traumastabilisierungsgruppe).

Außerhalb von Corona gibt es 1x wöchentlich eine gemeinsame Außenaktivität und jeden Morgen einen gemeinsamen Spaziergang.

An den Mahlzeiten teilzunehmen ist Pflicht und Teil der Therapie.


Außerhalb der Therapien und Mahlzeiten kann man jederzeit in den Ausgang.

Die Einsenderin schreibt: Im Großen und Ganzen habe ich richtig gute Erfahrungen gemacht und würde immer wieder dahin gehen, vor allem seit dem eine neue Oberärztin auf Station ist. Außerdem empfand ich die Schematherapie als sehr hilfreich. Obwohl es teilweise echt schwer und heftig, sowie krass emotional war, würde ich es immer wieder machen. Durch all diesen Schmerz zu gehen lohnt sich. Ich habe richtig viele Fortschritte gemacht. Auch mein ambulantes Helfernetzwerk ist immer wieder davon begeistert, wie sehr ich mich positiv verändert habe. Für die war es so, als sei ein ganz neuer Mensch aus mit geworden (positiv gesehen). Das fühle und sehe ich genauso und löst in mir so viel positives aus. Ich konnte auf Station generell total viele neue positive Erfahrungen sammeln, die ich ansonsten noch nie sammeln konnte.
Ich finde die Schematherapie viel hilfreicher als DBT. Im DBT-Programm bekommt man Handwerkszeug für Symptome mit und in der Schematherapie wird am Kern der Probleme gearbeitet. Außerdem ist es viel "freier", also nicht mit so vielen Regeln bestückt. Eine Mischung aus beiden finde ich ganz sinvoll.
Der Blick von den Therapeutinnen ist sehr weitreichend. Es wurde eng mit meinem ambulanten Helfernetzwerk gearbeitet. Es gab viele gemeinsame Gespräche, was auch sehr gut geholfen hat. Das gesamte Team arbeitet eng miteinander. Sie haben regelmäßige Teamsitzungen. So ist jeder auf demselben Stand (Ergo- & Physiotherapeutin, Sozialpädagogin, alle Pflegekräfte der Station, die Therapeutinnen und die Oberärztin). Die Kommunikation unter einander funktioniert richtig gut. Die Therapeutinnen haben das "Hauptwort". Die Oberärztin ist eigentlich nur für die Medikamente da. Die Pflegefachkräfte tun ihr bestes, aber nicht jede Kraft ist mit der Schematherapie vertraut. Aber alle versuchen ihr Bestes. Von ihnen kann man immer ein offenes Ohr erwarten. Einige geben schnell Bedarf, andere wiederum nicht. Auf der Station habe ich mich richtig wohl gefühlt. Man hat sehr viele Freiheiten.

Auch werden außerklinische Dinge sehr befürwortet (wenn man z.B. in einem Verein Sport macht, kann man trotzdem zum Training, wenn es nicht während der Therapiezeit fällt). Also die Station zielt schon darauf ab, dass man sich nur zu sehr an das Kliniksetting gewöhnt und eben auch am "normalen" Leben teilnimmt bzw. sich wieder daran gewöhnt. Diese Schritte werden aber alle individuell geschaut. Nicht jeder bekommt sofort vollen Ausgang oder nicht jeder kann sofort ins Wochenendtraining. Es wird alles höchst individuell entschieden.









(C) Fotos: Einsenderin

Freitag, 1. Oktober 2021

Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe

 Kinder- und Jugendpsychiatrie Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe

Versorgungsgebiet: Kassel, Landkreis Kasel, Werra-Meißner Kreis, Schwalm Eder Kreis, Waldck-Frankenberg

(C) Foto: Einsenderin


In der KJP Kassel Bad Wilhelmshöhe gibt es 8 verschiedene Stationen:

Station Auenland (geschlossene Akutaufnahmestation)
Station Winkelgasse (Tagesklinik)
Station Narnia (Station für Schematherapie ab 12 Jahren, Schwerpunkt Persönlichkeitsstörungen und soziale Ängste)
Station Atlantis (Station für Abhängigkeitserkrankungen)
Stationen Felsenturm 1-4 (Therapiestationen)

Die Einsenderin wurde auf Auenland und Felsenturm 2 behandelt.

Die Station Auenland wird geschlossen geführt und nimmt Jugendliche bis 18 Jahren in akuten Krisensituationen z.B bei bestehender Eigen- und Fremdgefährdung auf. Es gibt ausschließlich Doppelzimmer, außerdem einen Time-Out Raum und ein Überwachungszimmer. Da die meisten Patienten nur kurz auf Station sind gibt es keine wirklichen Therapien außer Arzt/Therapeutengespräche und Abendrunde, wenn man länger bleibt kann man auch Ergotherapie bekommen oder Schulunterricht bekommen. In der Mittagsruhe bekommt man 1 Stunde sein Handy, wenn man Ausgang hat kann man es dort zusätzlich mitnehmen.

Auf Station Felsenturm werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, in Ausnahme auch bis 21 Jahren aufgenommen. Die Station behandelt sowohl Krisenpatienten als auch Therapiepatienten, bei Bedarf kann sie geschlossen werden und verfügt daher auch über ein Überwachungszimmer und Time-Out Raum.

Die Klinik arbeitet multimodal, die Einzeltherapie ist daher je nach Störungsbild entweder tiefenpsychologisch, verhaltenstherapeutisch oder systemisch orientiert.

Therapien: Einzeltherapie, Ergotherapie, Skillsgruppe, Sportangebote (Yoga, Work-Out), Entspannung, PMR, Theatergruppe, Musiktherapie, Mädchengruppe, Jungengruppe, Störungsspezifische Angebote

Jeder Patient besucht die Klinikschule.

Sein Handy hat man auf der Station 1,5 Stunden am Tag und 30 Minuten im Ausgang.

Die Einsenderin schreibt:

Ich würde die Klinik keinen empfehlen sie haben mich Werder ernst genommen noch haben sie mir geholfen.

(C) Foto: Einsenderin

(C) Vitos

(C) Vitos

(C) Vitos


Freitag, 24. September 2021

EOS Privatklinik für Psychotherapie Münster

 EOS Klinik Münster
Privatklinik für Psychotherapie

Die EOS-Klinik ist auf die intensive Psychotherapie komplexer psychischer Störungen spezialisiert. Behandelt werden 34 Patienten ab 16 Jahren. Da es eine Privatklinik ist, können im Regelfall nur Privatversicherte Patienten aufgenommen
Werden sowie teilweise mit privater Zusatzversicherung.

Es gibt keine wirklichen Stationen, alle Patienten leben in einem Haus, außerdem gibt es einige Apartments im Haus gegenüber wo man bei entsprechender Stabilität hinziehen kann. (Dort versorgt man sich selbst und kann auch Tiere halten). Es gibt drei Abteilungen, eine vorwiegend für Anorexie Patienten (diese haben eine eigene Etage unterm Dach), eine für DBT Patienten (oft bei einer Borderline Erkrankung angewandt) sowie eine Allgemeine für z.B Depressionen, Angst- und Zwangserkrankungen, ADHS und Traumafolgestörungen. Wenn man in der Essgruppe ist kann man ab einem bestimmten BMI in die DBT- oder Allgemeingruppe wechseln. Das Alter ist sehr durchmischt, wobei aber besonders in der Anorexie und DBT Gruppe eher jüngere Leute bis Mitte/Ende 20 sind.
Alle Patienten haben Einzelzimmer.

Therapien: täglich 100 Min. Einzeltherapie (Kern der Behandlung, schwerpunktmäßig Verhaltenstherapie und Schematherapie), es gibt viele Expos wie z.B Spiegelexpo bei Körperschemastörung

Im DBT Programm zusätzlich: 2x pro Woche Skillsgruppe, SKT, Mentalisierung, Atemtherapie, Morgenrunde, Visite, Somatikgruppe, Achtsamkeitsgruppe, Basisgruppe

Je nach Bedarf kann man bei Essstörungen auch zusätzlich Gruppen aus der Essgruppe besuchen. (z.B Kochgruppe oder Körperbildgruppe)

Die Patienten erarbeiten mit den Einzeltherapeuten am Anfang ein Modusmodell oder eine Verhaltensanalyse, die gemeinsam mit den Behandlungszielen im Team vorgestellt und besprochen wird, da ist der Patient auch dabei und ist eigentlich im Fokus des ganzen.
Behandlungsdauer im DBT sind 12 Wochen, man kann auch nochmal verlängern. Es gibt im DBT einige Regeln, die bespricht man aber am Anfang und man steigt da schnell durch.
Generell sind hier sehr viele junge, aber sehr kompetente und strenge Therapeuten.

Handy und alles kann man immer haben und man kann auch am
auch am Wochenende heim, im DBT muss man allerdings einen offiziellen Antrag stellen. Der geht aber in die Regel immer durch.

Pro: Therapien allgemein, vor allem der Fokus und die Effektivität der Einzeltherapie. Die Ärzte und Therapeuten sind extrem kompetent und arbeiten sehr eng zusammen. Das Essen ist super und die Lage ist perfekt. Mit dem Einzeltherapeuten hat man immer direkt einen Ansprechpartner, der einen sehr gut kennt und dementsprechend auch besser reagieren kann.

Contra: Das Programm ist sehr hart und man konfrontiert sich jeden Tag. Es ist nur für Leute was, die wirklich an sich arbeiten wollen. Die Klinik verschreibt außerdem generell sehr gerne ein bestimmtes Antidepressivum, allerdings wird eine Ablehnung in der Regel akzeptiert.
Einziger wirklicher Kritikpunkt ist das überlastete WLAN. 😂

Diese Klinik ist mit Abstand das beste, was mir hätte passieren können. Wenn man wirklich an seinen Problemen hart arbeiten will, ist man hier richtig.
Ich würde die Klinik definitiv weiterempfehlen und auch jederzeit wiederkommen.