Montag, 17. Juli 2023

Klinikum Emden - Erwachsenenpsychiatrie - Station P08

 Klinikum Emden - Erwachsenenpsychiatrie - Station P08

Versorgungsgebiet:
Stadt Emden, Landkreis Leer, Gemeinden Hinte und Krummhörn des Landkreises Aurich 

(C) Foto: Klinikum Emden

Zur Erwachsenenpsychiatrie in Emden gehört eine Insitutsambulanz, zwei Tageskliniken in Emden und Leer sowie den stationären Bereich mit 90 Betten auf 5 Stationen:

Station P08: Schwerpunkt Persönlichkeitsstörungen/Borderline, kann bei Bedarf geschlossen geführt werden
Station P09: Schwerpunkt Psychosen, kann bei Bedarf geschlossen geführt werden
Station P09a: geschlossene Akutstation
Station P28: Suchtstation, offene Station
Station P29: Schwerpunkt Depressionen, offene Station

Die Einsenderin wurde auf der Station P08 behandelt.
Aufgenommen werden dort Erwachsene ab 18 Jahren, der Schwerpunkt liegt auf Persönlichkeitsstörungen, insbesondere Borderline, wobei die Einsenderin schreibt, dass die Schwerpunkte nicht wirklich eingehalten werden und die Station meist sehr durchmischt ist von den Krankheitsbildern der Patienten her. Man kann sowohl als Krise aufgenommen werden, als auch geplant, daher ist auch die Aufenthaltsdauer sind unterschiedlich, von wenigen Tagen bis hin zu mehreren Monaten, die Einsenderin war 3,5 Wochen zur Krisenintervention und Stabilisierung dort. Die Station wird offen geführt, kann aber bei Bedarf auch geschlossen werden, wenn sich Patienten mit Eigen- und/oder Fremdgefährdung auf Station befinden.

Es gibt Einzel-, Doppel- und Vierbettzimmer.

Der Tag startet um 08.00 Uhr mit dem Frühstück, um 12.00 Uhr gibt es Mittagessen, um 16.00 Uhr eine Teerunde und um 18.00 Uhr Abendessen.

Jeder Patient erhält einen individuellen Therapieplan, dieser wird Montags in der Stationsversammlung individuell zusammengestellt.

Therapieangebote: Einzeltherapie (aber sehr unregelmäßig), Gruppen für verschiedene Themen (Abstinenzgruppe, Emotionsregulationstraining, ACT-Gruppe, MKT), Kunst- und Ergotherapie, PMR, Gymnastik und Entspannung, Sitzgymnastik, Tanz und Bewegung, Kleingruppe, Schreibwerkstatt, Außenaktivität, Gartengruppe, Musiktherapie, Laufgruppe, Frühstücks-, Koch- und Backgruppe

Jeden Dienstag ist Chefarztvisite

Ab der zweiten Woche ist es möglich je nach Zustand in die Belastungserprobung am Wochenende zu gehen, sprich von Samstag auf Sonntag Zuhause zu übernachten, es gibt aber auch die Möglichkeit einer Tagesbeurlaubung von 08.30 - 20.00 Uhr.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: relativ viel Programm (2-3 Termine pro Tag), z.B Ergotherapie und die Gruppen sind sehr hilfreich, man ist relativ selbstständig und flexibel (wenn man z.B zwischenzeitlich Termine außerhalb der Klinik hat und dafür raus muss ist das kein Problem), es gibt eine kleine Terrasse/kleinen Garten zum Rauchen (sofern die Station gerade offen ist, ansonsten nur ein Raucherraum), eigenes Bad + WC im Zimmer

Kontra: zu wenig Essen (man kann sich allerdings selber Sachen dazu kaufen), viel (!) zu wenig Einzelgespräche, Pflege hat oft keine Zeit für einen, bunt gemischte Patienten (auch welche die aufgrund ihrer Symptomatik/Krankheitsbild für andere sehr anstrengend werden können), Vier-Bett Zimmer





(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 3. Juli 2023

Asklepios Westklinikum Hamburg - Psychosomatik - Station 7

 Asklepios Westklinikum Hamburg - Psychosomatik - Station 7

(C) Einsenderin

In der Psychosomatik vom Asklepios Westklinikum in Hamburg gibt es 3 Stationen:


Station 7: Junge Erwachsene bis 30 Jahre sowie Essstörungen
Station 16: Chronische Schmerzerkrankungen, somatoforme Störungen und Depressionen
Station 17: Ängste, Depressionen, Krankheitsverarbeitung

Die Einsenderin wurde auf Station 7 behandelt. Station 7 liegt abseits der anderen psychosomatischen Stationen in einem Gebäude, wo ansonsten somatische Stationen untergrbacht sind. Die Station ist aufgeteilt in den Essstörungsbereich (es wird sowohl Anorexie, Bulimie als auch Binge-Eating/Adipositas und Mischformen behandelt) sowie die allgemeine Gruppe, in der allgemeinen Gruppen sind die Patienten alle zwischen ca. 18-30 Jahren, im Essstörungsbereich gibt es manchmal Ausnahmen und auch ältere Patienten werden aufgenommen, da es keine andere Station innerhalb der Klinik gibt die Essstörungen behandelt. Im allgemeinen Bereich werden verschiedenste psychosomatische Krankheitsbilder behandelt wie Angststörungen, Panikstörungen, Depressionen, chronische Schmerzen, Somatisierungsstörungen, funktionelle Störungen, körperliche Erkrankungen mit seelischen Begleitfaktoren sowie Adoleszenzkrisen.

Es gibt 3-4 Einzelzimmer, ansonsten Doppelzimmer, alle Zimmer haben ein eigenes Bad. Einzelzimmer werden meist nur vergeben an Privatpatienten, manchmal gibt es Ausnahmen z.B für Patienten, die eine Sonde haben oder wenn es von der Geschlechterverteilung anders gerade nicht aufgeht. Es gibt einen Aufenthaltsraum mit Billard-Tisch, ein Wohnzimmer mit Fernseher, eine Küche (wo man auch selber kochen kann wenn man möchte), einen seperater Essraum für die Essstörungspatienten (E-Patienten), die A-Patienten haben Tische zum Essen im Flur.

Zum Essstörungskonzept: Alle Essstörungspatienten werden 2x wöchentlich gewogen, bei einem BMI<14 3x wöchentlich. Bei der Aufnahme wird mit jedem Patienten ein Gewichtsvertrag geschlossen: bei Untergewicht verpflichtet man sich jede Woche mind. 500g die Woche zuzunehmen (bei einem BMI<14 gibt es Sonderregeln) bis zu einem Zielgewicht von BMI 18,5 + 2 kg, im Normalgewicht verpflichtet man sich sein Gewicht +/- 2kg zu halten sowie nicht unter einen BMI von 18,5 zu rutschen, ab einem BMI von über 25 sprich Übergewicht ist es das Ziel jede Woche mindestens 500 g abzunehmen bis zu einem Zielgewicht von BMI 25 - 2 kg.
Bei einem sehr niedrigen Gewicht und/oder schlechtem körperlichen Zustand wird mit Sonden gearbeitet, dafür gibt es Sonderregeln. Teilweise stellt die Station als Voraussetzung zur Aufnahme, dass ein Stabilisierungsaufenthalt in der Somatik voraus geht.
Es gibt 5 feste Mahlzeiten (3 Hauptmahlzeiten, 2 Zwischenmahlzeiten), sowie eine freiwillige Spätmahlzeit, die Hauptmahlzeiten dauern jeweils 30 Minuten, die Zwischenmahlzeiten je 25 Minuten, es ist Pflicht zu erscheinen und die volle Zeit am Tisch sitzen zu bleiben, Handys etc. sind während der Mahlzeiten verboten. Manchmal werden einige Mahlzeiten auch durch die Pflege begleitet (meistens eher das Mittagessen und die Zwischenmahlzeiten), das ist aber sehr individuell, je nach dem wie gut die Pflege besetzt ist. Es gibt keinen festen Essplan, jeder Patient bestellt seine Mahlzeiten jeweils am Wochenende für die ganze Woche vor und kann frei wählen was er haben möchte (wie viele Brötchen, Brot, Obst, Gemüse, Aufstriche etc.), mittags gibt es die Auswahl zwischen 3 Gerichten, welche aber selber (unter Aufsicht) geschöpft werden (Ausnahmen bei BMI<14). Man führt ein Ess- und Trinktagebuch, wo alle Mahlzeiten notiert werden inklusive Gefühle und Gedanken, die einen dabei begleitet haben. Dieses Tagebuch soll einmal die Woche mit der Pflege besprochen werden, wo dann geguckt wird wo man z.B sein Essen erhöhen könnte oder was man verbessern könnte (je nach Zunahme). Bei mangelnder Gewichtszunahme und/oder schlechtem körperlichen Zustand kann man festes Fortimel als Zwischenmahlzeit bekommen. Als Essstörungspatient darf man im Gegensatz zu den A-Patienten keine eigenen Lebensmittel mitbringen und auch außerhalb nichts Essen, einmal die Woche machen die Essstörungspatienten aber einen gemeinsamen Ausflug in die Klinik-Cafeteria, wo ein Snack für die Zwischenmahlzeit gekauft werden darf wie z.B eine Brezel, Franzbrötchen, Croissant, Eis, Kuchen, Mufffn etc. (auf Kosten der Klinik) und man hat die Möglichkeit sich etwas aus der Naschkiste der Station (z.B ein Schokoriegel) zur Zwischenmahlzeit zu holen.
Eine vegetarische Ernährung ist erlaubt, aber keine vegane. Bis zu einem BMI von 15 ist Sport komplett verboten, ab einem BMI von 15 kann der Arzt Sportanwendungen verordnen oder physikalische Anwendungen wie z.B Massagen oder Physiotherapie, das wird individuell entschieden. Nach dem Mittagessen gibt es für alle Patienten im Unter- und Normalgewicht eine Nachruhe von 30 Min. (man geht zusammen in einen Raum und kann dort entspannen, Musik hören, Lesen etc.), für Patienten im Übergewicht gibt es einen gemeinsamen 30 minütigen Spaziergang.

Alle Patienten werden in 3 Gruppen eingeteilt, durchmischt mit A und E Patienten (Blau, Gelb, Orange), nach diesen Gruppen richten sich die Gruppentherapien, jede Gruppe hat 3x wöchentlich Gesprächsgruppentherapie gemeinsam sowie je nach Gruppe entweder Kunsttherapie oder Tanz- und Bewegungstherapie (auch 3-4x die Woche). Es sind ca. 7-8 Patienten in einer Gruppe. Jeder Patient hat also fest 3x wöchentlich Gesprächsgruppentherapie, 3-4x wöchentlich Fachtherapie sowie 1x wöchentlich 50 Min. Einzeltherapie. Die Einzel- und Gruppentherapien sind meistens tiefenpsychologisch orientiert. Die Essstörungspatienten haben zusätzlich noch eine feste Ernährungsgruppe (dort wird manchmal was theoretisches gemacht, manchmal zusammen gekocht/gebacken) sowie eine Symptomzentrierte Gruppe, wo man über die Symptome und Probleme der Essstörung sprechen kann. (Vor Corona gab es auch noch eine Kochgruppe/Lehrküche, die Einsenderin weiß nicht genau ob es diese inzwischen wieder gibt).  Alle anderen Therapien werden individuell verteilt. Es gibt z.B verschiedene Sportangebote, Entspannung, Skills-Training sowie Reittherapie (für je 3-4 Patienten, meistens eher aus dem A-Bereich). Einmal wöchentlich ist eine Oberarztvisite, einmal wöchentlich eine Stationskonferenz, wo alle Patienten zusammen kommen, Dienste verteilt werden, Probleme im Zusammenleben angesprochen werden können etc.

Für alle Patienten gibt es innerhalb der ersten Woche eine Art Sperre nach Außen, man darf kein Besuch bekommen, das Klinikgelände nicht verlassen und hat eingeschränkten Ausgang. Anschließend können die A-Patienten außerhalb der Therapien jederzeit in den Ausgang und gehen am Wochenende i.d.R auch in die Belastungserprobung für 1 Nacht oder in die Tagesbeurlaubung.
Bei Essstörungspatienten wird mit einem Stufenplan gearbeitet nach dem sich der Ausgang richtet. Bis zu einem BMI von 15 darf z.B das Klinikgelände nicht verlassen werden, ab einem BMI von 15 darf 1 Stunde Ausgang genommen werden, wo auch das Klinikgelände verlassen werden darf. (der genaue Stufenplan darf aus Datenschutzgründen nicht veröffentlicht werden). Bei Patienten mit Bulimie und Normalgewicht gibt es einen seperaten Stufenplan, wo es nicht nach Gewicht geht, sondern der Ausgang unabhängig vom Gewicht langsam gesteigert wird je nach Woche. Beurlaubungen am Wochenende werden bei E-Patienten individuell entschieden.

Sein Handy darf man durchgängig haben, es gibt kostenloses WLAN.

Die Aufenthaltsdauert ist sehr unterschiedlich, durchschnittlich etwa 6-8 Wochen, während die Einsenderin dort war war im A-Bereich die längste Patientin 13 Wochen dort, im Essstörungsbereich 5 Monate. Es wird eng mit der Tagesklinik koorperiert, die ebenfalls ein Angebote für junge Erwachsene und Essstörungen hat sowie mit Intervallbehandlungen gearbeitet. Auch Essstörungspatienten werden oft noch vor Erreichen des Normal oder Zielgewichts entlassen.

Die Wartezeiten sind relativ individuell, gerade aber im Essstörungsbereich oft nur bei etwa 2-6 Wochen (nach Vorgespräch).

Pro:
- tiefenpsychologischer Ansatz, gerade bei Essstörungen geht es sehr um das dahinter
- es werden Essstörungen bei jedem Gewicht ernst genommen und es ist auch meistens ganz durchmischt auf Station von den Essstörungsformen her
- einige von der Pflege sowie von den Therapeuten
- alle Patienten sind in einem ähnlichen Alter
- die Klinik liegt schön umgeben von Wald und ist trotzdem gut zu erreichen
- durch die Einteilung in die Therapie-Gruppen kann auch in den Gruppentherapien intensiv an individuellen Themen gearbeitet werden
- relativ gut gefüllter Therapieplan
- die Fachtherapeuten
- da das Essstörungskonzept relativ frei ist und wenn man nicht zunimmt oder nicht mitmacht relativ schnell gehen muss, bringen die meisten Essstörungspatienten Motivation mit wirklich was ändern zu wollen

Kontra:
- einige von der Pflege sowie den Ärzten (gerade auch von den leitenden Menschen)
- das Essen ist wirklich katastrophal und auch die Essensbestellungen funktionieren oft gar nicht
- man merkt, dass Asklepios als Konzern sparen muss wo es nur geht (und einen riesen Unterschied zwischen Privat und Gesetzlichversichert macht, z.B gibt es für gesetzliche Patienten keine Butter, keine Säfte und kein Salat)
- das Essstörungskonzept ist ziemlich alltagsfern (unter Umständen ist man mehrere Monate da ohne je auch nur einmal auswärts oder woanders gegessen zu haben) und allgemein verbesserungswürdig
- Personalmangel
- die Ernährungsberatung
- bei allem komplexeren wie Probleme mit (schwererem) Selbstverletzenden Verhalten, Traumatisierung, Persönlichkeitsstörungen, Dissoziationen, schweren Zwangsstörungen ist die Station schnell überfordert
- es wird nicht respektiert wenn man als Frau sich nicht von einem männlichen Arzt untersuchen lassen möchte
- medizinische Anliegen werden oft aus den Augen verloren und/oder nicht wirklich ernst genommen
- im Entlassbereicht waren einige Fehler, die echt nicht hätten passieren müssen/dürfen





(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 26. Juni 2023

SHG-Kliniken Sonnenberg - Station P5

SHG-Kliniken Sonnenberg - Station P5

 

(C) Einsenderin

 

In der Erwachsenenpsychiatrie auf dem Sonnenberg in Saarbrücken gibt es 6 Stationen:

Station P 1 - Akut- und Aufnahmestation
Station P2 - Menschen mit psychotischen Erkrankungen
Station P3 - Station für Patienten mit Wahlleistung sowie (chronische) Depressionen
Station P4 - Patienten mit einer Abhängigkeit von legalen Drogen
Station P5 - Allgemeine Psychotherapie-Station mit DBT-Programm
Station D1 - Entgiftung von illegalen Drogen (geschlossen geführt)

Außerdem gibt es in Koorperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Adoleszentenstation (dazu haben wir bereits einen Beitrag) sowie eine Mutter-KInd Station.

Insgesamt befinden sich auf dem Sonnenberg mehrere Gebäude und Abteilungen der Psychiatrie. Das Gelände ist am Waldrand gelegen und außer der Psychiatrie ist nichts auf dem Berg- es ist also ziemlich abgeschieden (jedoch gibt es eine Bushaltestelle und es fährt jede Stunde ein Bus in die Stadt).

Die Einsenderin wurde auf der Station P5 behandelt. Die Station wird offen geführt und ist eine psychotherapeutische Station. Aufgenommen werden Patienten mit Krankheitsbildern wie z.B Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Traumafolgestörungen oder ADHS.

Die Unterbringung erfolgt in Doppelzimmern mit Dusche/Waschbecken, die Toiletten sind auf dem Flur. Für spezifische therapeutische Zwecke gibt es 2 Einzelzimmer und es gibt auch ein 3er-Zimmer mit eigener Toilette.

Die Patient:innen waren zwar im Alter von 18- bis ca. 60 Jahren, aber es gab meistens viele Patient:innen Mitte 20.

Man wird jeden Morgen um 6:30 geweckt und ab 7:15 gibt es Frühstück. Die Mahlzeiten sind aber eher ungezwungen, es ist keine Pflege anwesend und man kann auch etwas später kommen. Vegetarisches Essen ist möglich und die Station hat auch eine eigene Küche mit Spüle, Kühlschrank, Mikrowelle und Wasserkocher. Man darf eigenes Essen mitbringen und es gibt Tee, Kaffee, Milch, Saft, Müsli usw. für alle immer verfügbar. Oft wurde abends auch (auf eigene Kosten) Essen aus der Stadt bestellt, z.B. Pizza).
Jeden Morgen machen alle 15 Minuten lang Gehirnjogging. Täglich abwechselnd gibt es eine Morgen-oder Abendrunde mit einer Achtsamkeitsübung und einer Befindlichkeits-Runde.
Montags gibt man einen Reflexions-Bericht über die vergangene Woche und die persönlichen Ziele für die kommende Woche ab. Am Montagmorgen wird außerdem bei allen Fieber und Blutdruck gemessen und man wird gewogen.

Innerhalb der Station werden die Patient*innen in verschiedene (Therapie-)Gruppen eingeteilt. Es gibt ein spezielle DBT-Gruppe für Borderline- diese Patient:innen haben ihr „eigenes“ Therapieprogramm und z.B. auch andere Therapeut*innen. (Da die Einsenderin nicht im DBT-Programm war, kann sie nichts weiter darüber sagen). Die beiden anderen Gruppen sind einmal die „Fertigkeitengruppe“ und zweitens die „Psychotherapie-Gruppe“. Man wird am Anfang nach Ermessen von Einzeltherapeut*in in diese Gruppe eingeteilt. In der Fertigkeiten-Gruppe lernt man viele Skills und hat mehr psychoedukative Gruppen als in der Psychotherapie-Gruppe. In dieser hat man stattdessen z.B. die typische Gruppentherapie und Musik-Therapie. Welche weiteren Therapien man auf dem Therapie-Plan hat wird individuell entschieden.

 

Therapie-Angebote: 1-2x wöchentlich Einzeltherapie (etwa 30 Min., ist aber auch individuell), Gruppentherapien je nach Therapie-Gruppe, Ergotherapie, Achtsamkeitsgruppe, Spielegruppe, Jonglier-Gruppe, Sport-Therapie (sehr viele Angebote z.B: Tischtennis, Badminton, Ergometer, Krafttraining, Yoga, Wandern)

Da man beliebig viele Sporttermine pro Woche ausmachen kann, ist dies ein guter Weg, „den Tag zu füllen“, da der Therapieplan ansonsten auch sehr viel Leerlauf enthalten kann. Ansonsten kann man auch selbstständig gut im Wald spazieren gehen.

gut im Wald spazieren gehen. Man darf außerhalb der Therapizeiten immer raus, aber nur auf das Klinikgelände (es gibt auch ein Café) oder in den Wald. In die Stadt darf man nur, wenn man ein Belastungstraining mit dem Einzeltherapeuten anmeldet (geht nur 1x/Woche). Am Wochenende darf man normalerweise für 1 Nacht nach Hause gehen (am 1.Wochenende muss man aber in der Klinik bleiben).

Sein Handy darf man immer dabei haben, aber während Therapien nicht nutzen. Es gibt kostenloses WLAN.

Die Aufenthaltsdauer liegt durchschnittlich bei 6-8 Wochen.

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
+ grundsätzlich sehr freundliche und kompetente Pflege
+ freundliche und kompetente Therapeut*innen
+ manche haben 2x Einzeltherapie/Woche
+ schöner Wald zum Spazieren/Natur
+ großes Sportangebot
+ es wird indivduell auf jede*n eingegangen und entsprechend flexibel gehandelt/Therapien angepasst etc.
+ Küche und eigene Lebensmittel
+ Zimmer darf dekoriert werden, eigene Bettwäsche etc.
+ WLAN & Waschmaschine (kostenlos) vorhanden


Kontra:

 - abgelegen (man kann “nicht mal eben” was kaufen)
- psychosomatische Beschwerden werden nicht ernstgenommen, außer 1xEKG und 1x Blutabnahme erfolgen keine Untersuchungen (trotz Beschwerden)
- Stationsarzt nimmt einen nicht ernst, war zu mir unfreundlich, machte mich lächerlich
- teils schlechte Kommunikation zwischen Arzt/Pflege/Therapeut
- Toiletten auf dem Flur
- Essen naja und oft zu spät
- viel Leerlauf im Tag, wenig Beschäftigungsmöglichkeiten

Ich würde die Station grundsätzlich empfehlen, (wenn man nicht wegen psychosomatischen Symptomen herkommt). Man braucht eine ausreichende Stabilität, denn wenn man zu viele Therapien (unentschuldigt) verpasst, oft zu spät kommt oder andere Regeln missachtet, wird man nach Hause geschickt. Im besten Fall ist man offen für den Kontakt zu Mitpatient*innen, da kann man auf dieser Station nämlich auch einiges von mitnehmen, da es eine angenehme Atmosphäre ist (es ist nicht so wie im Krankenhaus, eher wie in einer Jugendherberge). Ich würde euch raten, (gerade für das erste Wochenende) etwas Beschäftigung mitzunehmen.

Bei weiteren Fragen, schreibt gerne einen Kommentar und ich versuche euch weiterzuhelfen.


(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

Montag, 19. Juni 2023

LVR Klinik Bonn - Behandlungszentrum Meckenheim - Tagesklinik

 LVR Klinik Bonn - Behandlungszentrum Meckenheim - Tagesklinik

(C) Einsenderin

 
Die LVR Klinik Bonn hat eine Außenstelle in Meckenheim, wo eine Tagesklinik und Ambulanz betrieben wird. Die Tagesklinik bietet 18 Behandlungsplätze für Erwachsene ab 18 Jahren. Die Tagesklinik ist aufgeteilt in zwei Bereiche, es gibt 9 Plätze für eine DBT Behandlung für Patienten mit einer Emotional-Instabilen Persönlichkeitsstörung sowie 9 Allgemeinpsychiatrische Plätze für Patienten mit u.a Psychosen, Depressionen, Angststörungen, somatoformen Störungen wobei der Schwerpunkt auf Depressionen liegt.

Die Klinik ist gut mit dem ÖPNV erreichbar, Parkplätze kostenlos direkt vor der Tür. Taxischeine sind eher unüblich.


Die Einsenderin wurde in der DBT-Gruppe behandelt. Die Gruppe ist fortlaufend, man stößt immer einfach dazu, wenn ein Platz frei wird. Therapiezeiten sind Mo-Fr von 8:30 Uhr bis auf dem Papier 16 Uhr, meistens ist aber schon gegen 14 Uhr Schluss. Es wird viel Wert auf Pünktlichkeit und Anwesenheit gelegt!

Das Gebäude ist etwas abgelegen und durch einen Garten begrenzt, das Zentrum fußläufig erreichbar. Man hat einen eigenen kleinen abschließbaren Schrank.

Frühstücken soll man vor der Tagesklinik noch Zuhause, das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen, Ernährungsformen wie vegan, laktosefrei usw kann man angeben.

Jeder Patient in der DBT-Gruppe schließt bei der Aufnahme einen Therapie-Vertrag ab wo z.B der Umgang mit Selbstverletzungen oder Suizidalität geregelt ist. Bei Verstoß darf man nicht an Therapien teilnehmen oder muss 3 Monate Pause machen.

Therapien: Einzeltherapie (1x die Woche 50 Minuten, man kann aber jederzeit jemanden ansprechen und alle Pflegekräfte und Therapeuten sind sehr kompetent in der DBT), 1x Bezugspflegegespräch, 2x wöchentlich DBT-Gruppe (davon 1x Achtsamkeitsgruppe), Ergo- und Kunsttherapie, Bewegungstherapie (z.B Badminton oder ein gemeinsamer Spaziergang), Sporttherapie, Körpertherapie, Imagination, 2x eine Gruppe in der man eigenverantwortlich zb Therapiehausaufgaben gemeinsam bearbeitet

(in der allgemeinpsychiatrischen "Gruppe" ist der Therapieplan etwas anders aufgebaut)

1x pro Woche ist Oberarztvisite, wo auch Therapeut und Pflege anwesend ist. Es wird erwartet, dass man vernünftig vorbereitet ist und man auch eigene Ideen hat.
1x Woche findet Blutdruck- und Gewichtskontrolle statt.

Medikamentenausgabe erfolgt immer für 1 Woche, auch Bedarfsmedikation. Regelmäßig finden Labor- und EKG Untersuchungen statt. Manchmal auch Drogentests im Urin unangekündigt.

Die Klinik hat ein eigenes Einzugsgebiet, man muss also aus Bonn/Rhein-Sieg-Kreis kommen/wohnen.

Die Einsenderin schreibt:

Pro:
-Personal sehr kompetent, ansprechbar, empathisch aber auch streng
-Therapieplan gut gefüllt, man hat aber auch viele Pausen zum erholen, es gibt dafür auch einen Ruheraum
-Der Garten kann alleine oder für gemeinsame Aktivitäten nutzen
-individuelle Absprachen waren immer möglich

Kontra:

-Therapieschädigendes Verhalten wird nur bis zu einem gewissen Punkt geduldet, man sollte sich also gut überlegen, ob man stabil genug ist
-meine Gruppe hatte viele unterschiedliche Stationsärzte, das muss aber nicht immer so sein
-Im Sommer heiß wie im Brutschrank
-Pflege war nicht immer verfügbar, sodass man auch mal eine halbe Stunde warten muss

Ich würde die Klinik jedem weiterempfehlen, der DBT auffrischen möchte oder auch zum ersten mal macht.



(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 12. Juni 2023

Helios Klinikum Aue - Station E4

 Helios Klinikum Aue - Station E4

(C) Einsenderin

Im Helios Klinikum Aue werden in der Psychiatrie Erwachsene ab 18 Jahren behandelt.

Es gibt 4 Stationen:

Station E3:  Allgemeine psychiatrische geschützte Station
Station E4: Allgemeine psychiatrische offene Station mit Schwerpunkt affektive Erkrankungen
Station E5: Suchtstation
Station für Psychotherapie

Die Einsenderin wurde auf der Station E4 behandelt aufgrund einer PTBS und Depressionen. Aufgenommen werden dort Erwachsene ab 18 Jahren, der Schwerpunkt liegt auf affektiven Erkrankungen wie Depressionen, es werden aber auch Patienten mit Krankheitsbildern wie Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, PTBS, Psychosen oder Zwangsstörungen behandelt. Die Station wird offen geführt, alle Patienten müssen also soweit absprachefähig sein, dass sie keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung mitbringen. Man kann sowohl geplant auf der Station aufgenommen werden, als auch im Notfall über die Vorstellung in der Notaufnahme.

Jeder Patient erhält einen individuell zusammen gestellten Therapieplan.

Mögliche Therapien: Einzeltherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Skills-Training, Psychoedukation, Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie, Sporttherapie, Rückentraining, Gartentherapie

Für Patienten mit einer therapieresistenten Depression wird EKT angeboten.

Die Einsenderin schreibt:

Bin akut vor ein paar Tagen hier gelandet weil ich nicht wusste wie ich weiter machen sollte. Hatte massive Symptome von Depressivität bis hin zu Suizidgedanken auch Versuchen. Bis jetzt habe ich nur sehr gute Erfahrungen gemacht, die wollen mir hier wirklich helfen und ich muss dazu sagen das ich echt bereit bin mir helfen zu lassen.

 



(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 5. Juni 2023

RWTH Aachen - Station PS03

 RWTH Aachen - Station PS03 

(C) Foto: dpa

In der Erwachsenenpsychiatrie des Universitätsklinikums Aaachens gibt es 8 Stationen:

Station A / PS08: Psychiatrische Intensivstation
Station B / PS09: Psychiatrische Intensivstation
Station C / PS01: allgemeinpsychiatrische Station
Station D / PS02: Depressionen sowie Privatpatienten
Station E / PS03: Patienten mit Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Essstörungen und affektiven Störungen
Station F / PS04: Alkoholabhängigkeit
Station G / PS05: Psychotische Erkrankungen
Station H / PS06: Psychosomatik

Die Einsenderin wurde auf der Station PS03 behandelt.

Aufgenommen werden dort Patienten ab 18 Jahren, die unter eine Borderline-Persönlichkeitsstörung und/oder Essstörung leiden sowie ggf. affektiven Störungen wie Depressionen oder Ängste. Die Einsenderin wurde aufgrund einer Borderline-Erkrankung sowie einer Anorexie behandelt.

Es gibt Doppelzimmer mit eigenem Bad. Insgesamt gibt es 16 Behandlungsplätze.

Zum Essstörungskonzept: Es gibt Frühstück, Mittag- und Abendessen nach Tablettsystem, man kann eigene Lebensmittel im Kühlschrank lagern. Essstörungspatienten müssen zu jeder Mahlzeit ihr Tablett vor und nach der Mahlzeit vorzeigen bei der Pflege, auch die Zwischenmahlzeiten. Es gibt drei Hauptmahlzeiten und drei Zwischenmahlzeiten. Eine Essbegleitung gibt es nicht. Montags findet ein Kontakt mit dem Ernährungsteam statt, wo die Essenspläne angepasst werden. Alle Essstörungspatienten werden 2x die Woche gewogen in Unterwäsche (auch Brillen, Schmuck etc. muss dafür abgelegt werden). Vor Beginn der Therapie unterschreibt man einen Essvertrag, wenn man im Untergewicht ist wird eine Mindest-Zunahme von 500g die Woche vereinbart, bei Normalgewicht verpflichtet man sich sein Gewicht zu halten. Wenn man die Zunahme nicht schafft, gibt es ein Gespräch, im Verlauf kann es z.B zu Fresubin, einer transnasale Magensonde, Verlegung auf die geschützte Station etc. kommen, wenn die Zunahme von "alleine" gar nicht funktioniert. Nachruhe für Esspatienten ist nach jeder Mahlzeit verpflichtend, wird aber selten kontrolliert und es sitzt auch niemand von der Pflege dabei. Jeder Patient soll ein Essprotokoll führen.

Um aufgenommen zu werden muss man einen festen Wohnsitz haben. Während des Aufenthalts dürfen keine Drogen oder Alkohol konsumiert werden. Wenn es zu Selbstverletzendem oder therapieschädlichem Verhalten kommt muss eine Verhaltensanalyse geschrieben werden.

Die Station arbeitet nach dem Konzept der DBT.

Therapien: Einzeltherapie (2x 50 Min.), Bezugspflegegespräch (1x 50 Min.), DBT-Gruppe (2x die Woche), SKT-Gruppe, Sporttherapie (2x die Woche), Achtsamkeitsgruppe, Musiktherapie, Körpertherapie, Ergotherapie

Zusätzlich gibt es Küchen- und Einkaufsdienste, die von den Patienten selbst organisiert werden zu festgelegten Zeiten in der Woche.

Der durchschnittliche Aufenthalt auf Station beträgt etwa 6-8 Wochen.

Besuch ist nach den Therapien möglich, genauso wie Ausgang. Das Handy kann man durchgehend haben. An den Wochenenden sind Beurlaubungen möglich.

Die Einsenderin schreibt:

Pro: sehr schöne Umgebung, nahe der holländischen Grenze, DBT fand ich sehr gut

Kontra: ich würde nicht mehr wegen der Komorbidität Essstörung dorthin gehen. Es war deutlich zu wenig Unterstützung da, Pflegepersonal hing primär am Laptop und schaute Filme, es gab aber auch tolles und engagiertes Pflegepersonal. Ärzte waren häufig überfordert, Medikamente oft falsch gestellt. Handtücher manchmal 1 Woche lang nicht vorhanden.

Mir wurde die Klinik empfohlen, weil gleichzeitig Borderline und Anorexie behandelt werden könne, ich würde diese Empfehlung nicht weitergeben.


(C) Heinze 

 
(C) Einsenderin

Montag, 22. Mai 2023

Sonnenberg Klinik in Stuttgart - Gruppe Junge Erwachsene

 Sonnenberg Klinik in Stuttgart - Gruppe Junge Erwachsene

(C) Sonnenberg Klinik

Die Sonnenberg Klinik in Stuttgart ist eine psychosomatische Klinik und behandelt Erwachsene ab 18 Jahren. Die Klinik arbeitet nicht mit Stationen sondern in Behandlungsteams, manche Teams sind geordnet nach Alter, manche nach Krankheitsbildern. Die Abteilung für Essstörungen sowie die Gruppe für Spätadoleszenz und junge Erwachsene (18-25 Jahre) haben wir euch bereits vorgestellt. Heute geht es um die Gruppe der jungen Erwachsenen, wo Patienten von etwa 25-30 Jahren behandelt werden. Im Aufnahmegespräch vor Aufnahme bespricht man gemeinsam mit dem Team welche Gruppe für einen als bestes passt.

Aufgenommen werden kann mit Krankheitsbildern wie Depressionen, Angststörungen Zwangsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen, Dissoziative Störungen, Somatoforme Störungen oder chronischen Schmerzstörungen. Ausschlusskriterien sind Suchterkrankungen, akute Suizidalität, psychotische Symptome, gleichzeitiges Vorliegen schwerer somatischer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit.

Wenn man aufgenommen wird kommt man zunächst in ein Doppelzimmer, kann aber etwa nach 2-3 Wochen in ein Einzelzimmer wechseln. In den Zimmern gibt es eine kleine Badecke mit einem Waschbecken und einer Dusche und manche haben auch eine Toilette im Zimmer, aber das ist nicht in jedem Zimmer so.

Bei der Aufnahme kriegt man einen Paten aus seiner Gruppe und die Person zeigt einem dann alles wichtige und kann im besten Fall auch deine Fragen beantworten.

Morgens und Abends gibt es Essen in Büffetform, mittags kann man sich zwischen drei Mahlzeiten entscheiden, es gibt meistens zwei normale Essen und ein vegetarisches, komplett vegane Ernährung ist etwas schwierig.

Therapien: Psychodynamisch orientierte Einzeltherapie (1x 50 Min.), Psychodynamisch orientierte Gruppentherapie (4x 100 Min.),  Konzentrative Körper- und Bewegungstherapie (2x 100 Min.), Musiktherapie (2x 90 Min.), Sporttherapie (1x 60 Min.)

Die Therapien sind von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Alle Therapien abseits der Einzeltherapie finden im Behandlungsteam statt, auch die wöchentliche Visite ist mit den anderen Patientinnen im Team gemeinsam. Nur einmal im Monat gibt es eine Zimmervisite und da ist man dann alleine mit seinem Behandlerteam im Zimmer. Es gibt auch noch freiwillige Angebote, wie z.B Bogenschießen, Yoga und Pilates, offene Gestaltung etc.
Man kann auch vom Arzt individuelle Physio- oder Physikalische Therapiemaßnahmen verordnet bekommen wie z.B Sauna oder Aromabäder.

Außerdem muss man morgens, eventuell mittags und abends wenn man da auch Medikamente einnehmen muss und Nachts zum Kontakten gehen. Morgens und Mittags ist es bei der Bezugspflege und Abends/Nachts ist es bei einer Pflegezentrale, es gibt mehrere Zimmer davon.

Die Einsenderin sagt, Therapieplan ist jetzt nicht voll gepackt mit Therapien, was aber auch gut ist, weil Therapie kann sehr anstrengend sein, vorallem KBT.

Man darf sein Handy dauerhaft haben in der Klinik, es ist nur verboten das man in der Klinik Videoaufnahmen oder ähnliches macht und es sind andere Patienten oder Mitarbeiter darauf klar zu erkennen. In manchen Zimmern hat man auch gratis WLAN wenn in der Nähe ein Router ist, ansonsten gibt es in der Klinik aber auch bestimmte Plätze bei denen man gratis WLAN hat.

Es gibt drei Waschmaschinen und zwei Trockner dort, kostet aber beides 1€. Aber man kann es natürlich auch aufhängen, gibt entweder im Zimmer Wäscheständer oder in der Waschküche.

Die Einsenderin schreibt:

Ich war 2 1/2 Monate dort und mir hat der Aufenthalt in gewissen Dingen auch ziemlich geholfen, die Gruppentherapie hat mir unter anderem geholfen das meine Sozialphobie etwas besser geworden ist und das ich auch mal meine Meinung sagen sollte wenn mich was stört. Ich fand es auch echt gut das man ein Einzelzimmer bekommen hat, so konnte man sich auch mal zurück ziehen wenn man wirklich Ruhe gebraucht hat und alleine sein wollte. Und das Essen dort war einfach toll, ohne zu übertreiben, aber für mich persönlich war es vom Essen wirklich die beste Klinik in der ich war. Es wird auch alles selbst gekocht dort und bei Feiertagen gibt es auch nochmal besondere Buffets, ich war über Weihnachten und Silvester dort.Es lief aber nicht alles immer gut dort, zB wegen meinen Selbstverletzungen, es wurde oft nicht richtig ernstgenommen, das in meinem Fall irgwas im Arm nicht stimmt. Es wurde immer gesagt das die Schmerzen nur psychosomatisch sind, was sie aber nicht waren bzw sind. In dem Punkt Selbstverletzung muss ich auch ehrlich sagen das die Klinik nicht ganz so gut weiter empfehlen würde. Es kommt aber auch drauf an wie „schlimm“ die Verletzungen sind. Jede Art von Selbstverletzung ist schlimm!! Aber bei eher oberflächlichen Verletzungen ist die Klinik wahrscheinlich besser geeignet. Sie kümmern sich schon um die Wunden, aber ich persönlich hab mich nicht so gut aufgehoben gefühlt mit meinen Verletzungen. Aber ich kann die Klinik an sich trotzdem weiter empfehlen, sie geben ihr bestes um einem weiterzuhelfen. Und ich konnte ja auch einige gute Sachen mitnehmen, auch wenn ich eine schlechte Erfahrung gemacht hab. Deswegen ist nicht gleich die ganze Klinik schlecht. Und in der Nähe der Klinik wohnt auch eine Familie mit Katzen, die Katzen kommen manchmal zu Besuch vorbei. Die Klinik an sich hat auch einen schönen Standort, es liegt direkt an einem Waldgebiet und es ist ziemlich ruhig dort. Degerloch ist ungefähr eine halbe Stunde zu Fuß entfernt und dort kann man auch mal bei DM einkaufen gehen wenn einem das Shampoo oder so ausgeht.






(C) Fotos: Einsenderin

Montag, 15. Mai 2023

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Böblingen

 Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Böblingen

Versorgungsgebiet: Enzkreis, westlicher Teil Ludwigsburg-West, Pforzheim, Calw, Böblingen (ohne Böblingen-Süd und Sindelfingen)

(C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

In der KJP Böblingen gibt es zwei Stationen:

Kinderstation (ca. 4-14 Jahre, 13 Betten)
Jugendstation (ca. 14-18 Jahre, 14 Betten)

Beide Stationen werden offen geführt, können aber bei Bedarf wenn sich Patienten mit akuter Eigen- und/oder Fremdgefährdung auf Station befinden auch geschlossen geführt werden.

Es gibt Doppelzimmer, sowie wenige Einzelzimmer, in die Einzelzimmer kommen überwiegend die Krisenpatienten. Auf beiden Stationen gibt es jeweils ein Isozimmer/Krisenzimmer.

Behandelt werden jegliche Krankheitsbilder des Kindes- und Jugendalters wie z.B Essstörungen, PTBS, ADHS, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen, Depressionen oder Angststörungen.

Wenn man als Kriseninterventionspatient in einem Notfall auf Station kommt hat man zunächst 48 Stunden "Zimmerzeit", wo man sein Zimmer nicht verlassen darf und keinen Kontakt zu Mitpatienten haben darf um zur Ruhe zu kommen.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapien wie z.B SKT oder START-Gruppe (Emotionsregulationsgruppe), Bewegungstherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie

Es gibt eine Klinikschule.

Wenn man als Krisenpatient da ist bekommt man kein Handy, als Therapiepatient hat man eine Art Stufenplan und kann sich mehr und mehr Handyzeit erarbeiten. Wenn man noch kein Handy hat hat man die Möglichkeit 2x am Tag für 10 Minuten über das Stationstelefon zu telefonieren.

Beurlaubungen wie z.B am Wochenende sind möglich, das wird aber alles individuell entschieden.

Die Einsenderin schreibt:

Diese Klinik ist für mich persönlich eine der schlimmsten Kliniken in den ich je war, ich hatte das Gefühl man wird behandelt als wäre man Dreck und als Interesse es die nicht wirklich wenn es dir scheiße geht. Es wurde viel mit Fixierungen gearbeitet, schon bei Kleinigkeiten kam man in die Fixierung, anschließend ins Isozimmer und dort wird wenig bis gar nicht nach einem geschaut, trotz Durchgangsfenster. Wenn ich Hilfe gebraucht habe wurde ich nicht beachtet und es hieß nur "ja stell dich nicht so an oder du musst auch immer ein Drama machen", dann bekommt man Medikamente wie Tavor oder was anderes beruhigendes und wenn ich Redebedarf hatte war keiner da. Man ist in dieser Klinik völlig auf sich allein gestellt du gehst gefühlt rein mit Depressionen und kommst mit einem Trauma wieder raus, man wusste nie wie lange du noch da bleiben musste und einem wird nichts gesagt und man bekam auch keine Antworten auf deine Fragen
Wenn man ein Gespräch mit der Chefärztin will, dann muss man erstmal Tage lang warten bis sie dann kommt dann ist sie 5 min im Zimmer bekommt einen Anruf und sagt dir ja sie kommt in 10 min wieder am Ende siehst du sie 3 Tage später wieder. Würde niemandem empfehlen in diese Klinik zu gehen.

(C) Einsenderin

(C) Einsenderin

C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

(C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

C) Foto: Calw Klinikum Nordschwarzwald

(C) Foto: Rubner Objektbau

Montag, 8. Mai 2023

Danuvius Tagesklinik in Ingolstadt

 Danuvius Tagesklinik in Ingolstadt


 In der Danuvius Tagesklinik in Ingolstadt werden Erwachsene ab 18 Jahren mit den verschiedensten Krankheitsbildern aufgenommen wie Angsterkrankungen, Depressionen, Essstörungen, PTBS, Persönlichkeitsstörungen, psychosomatische Erkrankungen, Schizophrene Erkrankungen sowie Suchterkrankungen nach Entgiftung.

Es gibt zwei Behandlungsteams, die offene-allgemeinpsychiatrische Gruppe (die Patienten "kommen und gehen", verschiedene Krankheitsbilder) sowie die geschlossene-Essstörungsgruppe (alle Patienten werden am selben Tag aufgenommen und entlassen, daurrt 10 Wochen, behandelt werden alle Formen von Essstörungen wie Anorexie, Bulimie, Binge-Eating). Es gibt max. 8 Behandlungsplätze in der Essstörungsgruppe. Der Mindest-BMI für die Essstörungsgruppe liegt bei 15.
Die Einsenderin wurde aufgrund einer kPTBS, Bulimie sowie Depressionen in der Essstörungsgruppe behandelt.

Das Programm wird individuell auf die Patienten abgestimmt, vor Beginn der 10 Wöchigen Therapie wird mit jedem Patientein ein Vertrag abgeschlossen, bei der Einsenderin z.B wurde ein Vertrag über das Halten des Gewichts vereinbart. Bei anderen Patienten ist es je nach Gewicht zuzunehmen, oder bei Adipositas Patienten abnehmen. Es gibt eine Gewichtskurve und man wird immer 1x in der Woche gewogen, um das Gewicht dort einzutragen dann wird gesehen ob man sich an den Vertrag gehalten hat. Erfüllt man 3x dem Vertrag nicht dann gibt es eine so genannte Therapiepause von 3 Tagen. Dannach darf man wieder im die Therapie kommen.

Die Therapie beginnt um 8 Uhr und Endet um 16 Uhr. Die Patienten aus der Essstörungsgruppe frühstücken gemeinsam (ohne Aufsicht, ohne Richtmenge), die anderen Patienten frühstücken noch Zuhause. Dann gibt es um 11 Uhr eine Zwischenmahlzeit die auch eigenverantwortlich in der Gruppe zusammen gegessen wird. Das Mittagessen ist um 12:30 Uhr und wird von Therpeuten oder der Pflege begleitet, hier wird anfangs das Essen von der Essbegleitung das Essen gereicht und hier gilt es sollte alles aufgegessen werden. Anschließend gibt es noch einen Nachtisch  der auch aufgegessen werden sollte.
Nach dem Mittagessen gibt es eine Befindlichkeitsrunde in der jeder Patient die Möglichkeit hat zu erzählen was ihm schwer oder leicht gefallen ist. Und um 14 Uhr gibt es eine erneute Zwischenmahlzeit, Abends wird dann eigenständig zu Hause gegessen, und um 21 Uhr soll man ein kleines Betthupferl zu sich nehmen, das kann ein Apfel, Banane, Joghurt etc sein.
Jeder schreibt ein Essprotokoll, was man gemeinsam mit seinem Therapeuten bespricht. Montags, Mittwochs und Freitags wird gemeinsam gekocht (mit der Pflege), man entscheidet in der Gruppe gemeinsam was gekocht wird, sucht ein Rezept raus und geht dafür einkaufen.
Morgens gibt es eine Morgenrunde und vor dem Heimgehen eine Abendrunde mit der Pflege wo auch Probleme Belastungen etc. angesprochen werden können.

Therapien: Einzeltherapie (1x w. 50 Min.), Gruppentherapie, Musiktherapie, Ergotherapie, Entspannungstherapie, Bewegungstherapie

Es sind jederzeit etwa 2-3 Pfleger auf Station, die für Gespräche oder sonstiges ansprechbar sind. Einmal wöchentlich gibt es Visite mit dem Chefarzt und dem Team wo man Dinge wie Medikation, Therapieerfolg eigentlich alles ansprechen kann. Die Klinik bietet einen Sozialdienst an der bei der Bürokratie hilft.

Der Therapieplan ist nicht so eng gesetzt, das heißt man hat zwischendurch auch mal 1-2 Stunden Zeit in denen man sich frei bewegen und die Klinik auch verlassen kann.
Die Fußgängerzone mit Einkaufsmöglichkeiten ist zu Fuß in 10 Minuten erreichbar.

Bei der Essstörungsgruppe besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Therapienetz Essstörung.

Sein Handy darf man behalten, während der Therapien soll es ausgeschalten sein.

Die Einsenderin schreibt:

Ich würde die Tagesklinik auf jeden Fall weiter empfehlen und werde bald auch erneut aufgenommen. Zumal die Klinik die einzige Tagesklinik in der Region ist die ein Angebot für Essstörungen hat. Alle sind wirklich nett, von den Therapeuten, Pflegern, Ärzten bis hin zu den Reinigungskräften. Zur allgemeinen Gruppe kann ich nicht viel sagen.

Montag, 1. Mai 2023

Seepark Klinik Bad Bodenteich - Rehabereich - Kinder- und Jugendpsychosomatik

 Seepark Klinik Bad Bodenteich - Rehabereich - Kinder- und Jugendpsychosomatik

(C) MediClin

Die Seepark Klinik Bad Bodenteich ist eine psychosomatische Klinik, aufgeteilt in einen Akutbereich für Essstörungen (da haben wir euch bereits sowohl den Jugend- als auch den Erwachsenenbereich vorgestellt) sowie eine Rehaklinik, aufgeteilt in den Erwachsenenbereich, Jugendbereich sowie Kinder- und Elternbereich.

In der Kinder- und Jugendpsychosomatik im Rehabereich werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren aufgenommen mit den verschiedensten psychosomatischen Krankheitsbildern wie Depressionen, Schulangst, Somatoforme Störungen  (z.B. Kopf – und Bauchschmerzen), Zwangsstörungen, Angststörungen, Essstörungen, Störungen des Sozialverhaltens sowie Adipositas.

Bei jüngeren Kindern, die gemeinsam mit ihren Eltern anreisen werden außerdem ADHS, Interaktionsstörungen zwischen Eltern und Kind und Probleme mit Einnässen behandelt.

Es gibt etwa 40 Betten. Die Patienten sind aufgeteilt in 3 Gruppen: J1 (alle bis 14 Jahre), J3 (Essstörungen), J4 (Patienten ab 14 Jahren mit allen anderen Krankheitsbildern.)
Die Einsenderin wurde in der Gruppe J3 behandelt.

Es gibt Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem Bad. Die medizinische Zentrale teilen sich die Jugendlichen mit den Erwachsenen.

Bei Essstörungen wird wie im Akutbereich auch mit einem Stufenplan gearbeitet, wo der Ausgang, die Bewegung, eventuelle Fahrstuhlbenutzungsplicht etc. geregelt wird.
Die Mahlzeiten sind begleitet. Es gibt 6 Mahlzeiten am Tag. Das Ziel ist es 500-700 g die Woche zuzunehmen, schafft man das nicht wird der Essplan erhöht. Jeden Dienstag ist wiegen, anschließend "Wiegerunde" , da muss man vor allen aus der Gruppe sein Gewicht sagen, die Stufe in der man sich befindet, wie der Bewegungsdrang dran ist etc.

Die Klinik arbeitet Verhaltenstherapeutisch.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Ergotherapie, Kunsttherapie, Ernährungsberatung, Einkaufstraining, Lehrküche, Tanztherapie, Entspannungsverfahren, Sport- und Bewegungstherapie

Es ist möglich Schulunterricht in der Klinik zu bekommen.

Man hat sein Handy durchgängig und kann jederzeit raus außerhalb der Therapien. (außer man Ausgangsbeschränken aufgrund der Gewichtsstufe)

Die Einsenderin schreibt:

Pro: man hat viele Freiheiten und dauerhaft sein Handy, die Reinigungskräfte waren sehr süß

Kontra: die Pflege war selten verfügbar (oft in der Übergabe oder beschäftigt), bei Krisen haben wir Patienten uns viel untereinander helfen müssen weil die Pflege überfordert schien, das Eiweißbrot war oft schimmelig, der Therapeut der J3 war nicht wirklich hilfreich, zu wenig Pflege Personal für viel zu viele Patienten, habe als minderjährige Medikamente bekommen ohne dass meine Eltern informiert wurden, Ärzte sprechen oft schlechtes Deutsch, im Bad waren Silberfische

Ich würde die Klinik bzw. den Rehabereich nicht empfehlen, es hat bei mir alles viel schlimmer gemacht. Haben uns original gegenseitig selber mehr therapiert als der Therapeut es gemacht hat. Der hat nur mehr Wunden aufgerissen.






(C) Fotos: Einsenderin