Psychosomatik Charité
- Station 34 / Essstörungsbehandlung
Am Campus Benjamin Franklin hat die Charité eine
psychosomatische Station für Erwachsene ab 18 Jahren, behandelt werden
verschiedene psychosomatische Erkrankungen wie somatoforme Störungen
oder Schmerzerkrankungen, es gibt einen besonderen
Behandlungsschwerpunkt auf Essstörungen (Bulimie, Binge-Eating und
Anorexie, meist sind dort hauptsächlich Anorexie Patienten).
Die Einsenderin wurde aufgrund einer Anorexie dort behandelt.
Die
Station befindet sich auf einer Etage mit der DBT Station. Es gibt
Zweibett und Dreibettzimmer, für privatversicherte Patienten auch
Einzelzimmer. Bei medizinischer Notwendigkeit kann man auch ein
Einzelzimmer bekommen.
Es gibt keinen Mindest BMI zur Aufnahme, daher werden dort oft Patienten mit einem sehr niedrigen BMI behandelt.
Bei
zu niedrigem BMI und/oder kritischem gesundheitlichen Zustand wird ggf.
auch mit Sonden gearbeitet, zunächst wird aber probiert das Gewicht /
den gesundheitlichen Zustand durch Fresubin zu verbessern. (nur bei
einem BMI von unter 10 wird auf jeden Fall sondiert). Man kann
Rollstuhlpflicht bekommen, diese richtet sich aber nicht nach dem BMI
sondern nach dem körperlichen Zustand.
Da die Station
Psychosomatisch orientiert arbeitet, werden auch begleitende körperliche
Erkrankungen sehr ernst genommen und untersucht und gerade bei
Essstörungen werden jegliche Folgen der Essstörung abgecheckt und
behandelt, es gibt vielfältige Untersuchungsmöglichkeiten.
Es
gibt eine begleitete Essgruppe mit festen Zeiten, wo aber nicht alle
Essstörungspatienten hin müssen, das richtet sich je nach Gewicht und
Essenszustand. Die die nicht in die Essgruppe müssen essen gemeinsam mit
den DBT Patienten, dort gibt es keine feste Esszeiten sondern eine
Zeitspanne. Man kann auch nach einer Weile ggf. in den freien Bereich
wechseln.
Es gibt insgesamt 6 Mahlzeiten. Zu Beginn sind die
komplett portioniert. Die Kalorien und der Aufbau des Essplans ist total
individuell und wird dem Alltag Zuhause angepasst, manche wollen lieber
Mittags warm essen, andere Abends, manche machen Morgens eine besonders
große ZMZ, andere Nachmittags oder Abends. Das Konzept basiert sehr
auf Eigenverantwortung. Wenn man Sport machen will dann
schützt die Klinik andere vor dir. Genauso wenn man erbrechen will oder
so. Einem wird klar gemacht was die Konsequenzen sind aber man selbst
muss dann Hilfe einfordern. Nur in äußersten Notfällen gibt es z.B einen
Beschluss zum Sondieren. Man soll 500g-1.5kg die Woche zunehmen das ist
auch individuell festgelegt. Manche müssen aber auch nur halten.
Ansonsten wird mit individuellen Verträgen gearbeitet. Wiegen ist in der
Regel bei Anorexie 3x die Woche, bei Bulimie 1x die Woche. Bei tiefen
Untergewicht täglich wiegen.
Man hat einen festen Therapeuten, eine feste Ernährungsberatung und eine feste Ärztin.
Therapien:
tägliche Visiten, 2x w. Einzeltherapie, Essstörungsspezifische
Gruppentherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Bewegungstherapie (auch
bei niedrigem BMI, dann halt sehr ruhig), Yoga Gruppe,
Entspannungsgruppe, Kochgruppe, Körperwahrnehmung
Die meisten Therapien finden in Kleingruppen mit bis zu 5 Patienten statt.
Man
hat am Wochenende freien Ausgang, außer zu den Mahlzeiten, dort muss
man anwesend sein (man kann im Verlauf aber auch Essbefreiungen
bekommen). Man hat am Wochenende nur keinen Ausgang wenn man Rollstuhl
oder Sonde hat oder nicht absprachefähig ist.
Handys sind immer erlaubt. Besuch bekommt man nach
Absprache. Ausgang unter der Woche individuell bei Bewegungsdrang. In
der Regel darf man aber immer raus zwischen den Therapien und
Mahlzeiten.
Die Einsenderin schreibt, dass wenn man
Selbstverletzendes Verhalten und/oder Dissoziationen hat, dass die
Station erwartet dass man dieses Verhalten in den Griff bekommt und es
während des Aufenthalts nicht auftritt. Dann muss man eher auf die DBT
Station, dort gibt es allerdings einen Mindest BMI von 17,5.
Positiv:
Die Eigenverantwortung im Konzept

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