Dienstag, 12. Oktober 2021

Kinder- und Jugendpsychosomatik Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis

Kinder- und Jugendpsychosomatik Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis

(C) Stadt Merseburg

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie haben wir euch ja bereits vorgestellt, heute folgt ein Beitrag zur psychosomatischen Station, die eine Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und Pädiatrie darstellt. Sie liegt im Hauptgebäude gemeinsam mit der Kinderklinik und nicht im Gebäude der KJP.

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche von ca. 6/7 Jahren - 18 Jahre. Es gibt 8 Behandlungsplätze. Behandelt werden die verschiedensten psychosomatischen Störungen wie z.B Somatisierungsstörungen, chronische Schmerzen, Psychische Störungen und Bewältigungskrisen bei chronischen körperlichen Erkrankungen, Dissoziative Störungen (z.B dissoziative Lähmungen), Essstörungen, Angststörungen oder Depressionen mit starker körperlicher Symptomatik oder Ausscheidungsstörungen.

Die Einsenderin wurde aufgrund einer Ataxie und chronischen Schmerzen behandelt.

Es gibt 3 Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer.

Im Zimmer darf man keine Süßigkeiten haben. Zwischen den Therapien muss man sich im Gruppenraum aufhalten, außer man nimmt sich einmal täglich 30 Minuten Zimmerzeit. Zwischendurch ist auch Mittagsruhe.

Das Behandlungskonzept der Station ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet.

Therapien: Einzeltherapie, Gruppentherapie, Frühsport, Ergotherapie, Kunsttherapie, Ernährungsberatung, Motopädie, Kreativtherapie, Entspannungsverfahren, Physiotherapie, Budotherapie, Musiktherapie, Reiten und Schwimmen

Außerdem besuchen alle Patienten die Klinikschule, ab 14 Jahren darf man auch manchmal die Außenschule besuchen.

Montags ist Chefarztvisite. Mittwochs gibt es einen Kinoabend, bei dem ein Film im Gruppenraum geschaut wird. Freitag Abend ist Selbstkochtag in der Küche.

Ausgang gibt es erst ab 14 Jahren Dienstags, Mittwochs und Donnerstag, jeweils für eine Stunde zur Besuchszeit. Am Wochenende gibt es eine Belastungserprobung.

Auf der Station herrscht ein striktes Handyverbot, abends gibt es aber 10 Minuten Telefonzeit mit den Eltern. Das Handy darf nur im Ausgang benutzt werden.

Die Einsenderin schreibt:

Zu meinen Aufenthalten (einmal 2 Monate, nach Rückfall 4 Monate) war ich 17 Jahre alt. 
Oft wurde ich nicht ernst genommen, alle körperlichen Beschwerden wurden auf die Psyche geschoben. Gut fand ich die Ergo-, Kreativ- und Kunsttherapie, da man freie Auswahl hatte, was man machen wollte. Auch die Selbstkochtage waren Super. Einige der Schwestern waren super nett und man konnte sich gut unterhalten. Zwischendurch ist man mit der Station auch mal spazieren gegangen.
Negativ fand ich, dass ich durch das Handyverbot in der Schule nicht mehr mitgekommen bin, da mir die Aufgaben per WhatsApp zugeschickt wurden und ich auch kein Internet hatte, außer am Supermarkt 20 Minuten entfernt. Auch der Kontakt zur neuen Klasse ist damit fast abgebrochen. Durch eine andere Schulform war es auch für mich nicht möglich, in die Außenbeschulung zu gehen, die Klinikschule war ein Witz. Als Elftklässlerin war ich bei den neunt- und Zehntklässlern untergebracht und habe Aufgaben für Fünftklässler bekommen. Unterricht gab es in Deutsch, Mathe und Englisch.

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