Kinder- und Jugendpsychosomatik Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie haben wir euch ja
bereits vorgestellt, heute folgt ein Beitrag zur psychosomatischen
Station, die eine Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie
und Pädiatrie darstellt. Sie liegt im Hauptgebäude gemeinsam mit der
Kinderklinik und nicht im Gebäude der KJP.
Aufgenommen werden
Kinder und Jugendliche von ca. 6/7 Jahren - 18 Jahre. Es gibt 8
Behandlungsplätze. Behandelt werden die verschiedensten
psychosomatischen Störungen wie z.B Somatisierungsstörungen, chronische
Schmerzen, Psychische Störungen und Bewältigungskrisen bei chronischen
körperlichen Erkrankungen, Dissoziative Störungen (z.B dissoziative
Lähmungen), Essstörungen, Angststörungen oder Depressionen mit starker
körperlicher Symptomatik oder Ausscheidungsstörungen.
Die Einsenderin wurde aufgrund einer Ataxie und chronischen Schmerzen behandelt.
Es gibt 3 Doppelzimmer und ein Dreibettzimmer.
Im
Zimmer darf man keine Süßigkeiten haben. Zwischen den Therapien muss
man sich im Gruppenraum aufhalten, außer man nimmt sich einmal täglich
30 Minuten Zimmerzeit. Zwischendurch ist auch Mittagsruhe.
Das Behandlungskonzept der Station ist verhaltenstherapeutisch ausgerichtet.
Therapien:
Einzeltherapie, Gruppentherapie, Frühsport, Ergotherapie,
Kunsttherapie, Ernährungsberatung, Motopädie, Kreativtherapie,
Entspannungsverfahren, Physiotherapie, Budotherapie, Musiktherapie,
Reiten und Schwimmen
Außerdem besuchen alle Patienten die Klinikschule, ab 14 Jahren darf man auch manchmal die Außenschule besuchen.
Montags
ist Chefarztvisite. Mittwochs gibt es einen Kinoabend, bei dem ein Film
im Gruppenraum geschaut wird. Freitag Abend ist Selbstkochtag in der
Küche.
Ausgang gibt es erst ab 14 Jahren Dienstags, Mittwochs und
Donnerstag, jeweils für eine Stunde zur Besuchszeit. Am Wochenende gibt
es eine Belastungserprobung.
Auf der Station herrscht ein
striktes Handyverbot, abends gibt es aber 10 Minuten Telefonzeit mit den
Eltern. Das Handy darf nur im Ausgang benutzt werden.
Die Einsenderin schreibt:
Zu meinen Aufenthalten (einmal 2 Monate, nach Rückfall 4 Monate) war ich 17 Jahre alt. Oft wurde ich nicht ernst genommen, alle körperlichen
Beschwerden wurden auf die Psyche geschoben. Gut fand ich die Ergo-,
Kreativ- und Kunsttherapie, da man freie Auswahl hatte, was man machen
wollte. Auch die Selbstkochtage waren Super. Einige der Schwestern waren
super nett und man konnte sich gut unterhalten. Zwischendurch ist man
mit der Station auch mal spazieren gegangen.
Negativ fand ich, dass
ich durch das Handyverbot in der Schule nicht mehr mitgekommen bin, da
mir die Aufgaben per WhatsApp zugeschickt wurden und ich auch kein
Internet hatte, außer am Supermarkt 20 Minuten entfernt. Auch der
Kontakt zur neuen Klasse ist damit fast abgebrochen. Durch eine andere
Schulform war es auch für mich nicht möglich, in die Außenbeschulung zu
gehen, die Klinikschule war ein Witz. Als Elftklässlerin war ich bei den
neunt- und Zehntklässlern untergebracht und habe Aufgaben für
Fünftklässler bekommen. Unterricht gab es in Deutsch, Mathe und
Englisch.
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