Donnerstag, 7. Oktober 2021

Kinder- und Jugendpsychiatrie Wilhelmshaven

Kinder- und Jugendpsychiatrie Wilhelmshaven

Versorgungsgebiet: Stadt Wilhelmshaven, Landkreise Friesland und Wittmund


(C) Klinikum Wilhelmshaven

Die KJP Wilhelmshaven besteht aus einer Station und einer Tagesklinik.

Die Station bietet 12 reguläre Behandlungsplätze, hat aber mehr Betten für Notfälle etc., es werden vorwiegend Jugendliche, teilweise aber auch Kinder aufgenommen mit sämtlichen Krankheitsbildern der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Die Station wird offen geführt, nur in seltenen Fällen wird sie kurzzeitig geschlossen geführt, die Einsenderin schreibt dass die Station probiert die Patienten so lange wie möglich auf Station zu behalten in Krisen, bei Suizidversuchen, richterlichem Beschluss o.ä wird man aber in der Regel in einer der umliegenden Kliniken verlegt (KJP Papenburg, KJP Wichernstift, Karl-Jaspers Klinik).

Es gibt Doppelzimmer sowie ein Einzelzimmer, welches für Patienten mit mehr Überwachung gedacht ist (kein direktes Überwachungszimmer, aber es liegt direkt neben dem Dienstzimmer).

Auf Station gibt es zwei Therapeuten, eine Ärztin und den Chefarzt. Jeder hat zwei Bezugsbetreuer, die Betreuer sowie Kunst- und Sporttherapeuten werden geduzt, der Rest gesiezt.

Die Einsenderin wurde u.a wegen Anorexie behandelt und schreibt über das Anorexie Konzept: es gibt einen individuellen Essensplan und täglich bis mehrfach wöchentliches Wiegen. In Krisen wird auch mit Fresubin gearbeitet, wenn das auch nicht hilft mit einer Magensonde. Wenn man nicht mitarbeitet oder sich der körperliche Zustand ändert gibt es Konsequenzen wie z.B kein Sport, Blind wiegen, keine Beurlaubung

Therapien: Einzeltherapie (1x die Woche), Familiengespräch (1x die Woche), Gruppentherapie, Sport und Bewegung, Theatergruppe, Kunsttherapie,

Einmal die Woche wird eine gemeinsame Stationsaktivität unternommen, einmal die Woche wird zusammen gekocht. Am Vormittag besucht man die Klinikschule.
In den Ferien werden Ferienaktivitäten unternommen wie z.B eine Musical-Projektwoche oder ein Ausflug an den See.

Die Klinik setzt mehr auf Therapie als auf Medikamente, aber wenn es anders nicht geht, können auch Medikamente verschrieben werden. Dadurch, dass dort auch ein Krankenhaus ist;

wird auch mit Ärzten gearbeitet und Physiotherapeuten. Es wird auch engmaschig mit dem Jugendamt gearbeitet.

Unter der Woche ist jeden Tag von 17.00 - 18.00 Uhr Besuchszeit, am Wochenende gibt es Tages- und Wochenendbeurlaubungen.

Unter der Woche ist jeden Tag von 17-18 Uhr Besuchszeit. Am Wochenende gibt es Tages- und Wochenendbeurlaubung (Sa-So).

Pro:
- Das Team ist bis auf Ausnah
men sehr nett
- Es ist ein familiäres Klima auf Station
- Sehr individuelle Behandlung & man wird bzgl Familiäre Situation sehr ernst genommen (Kontakt zu Jugendamt, Wünsche werden berücksichtigt)
- Es gibt viele Angebote

Kontra:
- Ich persönlich war viel zu lange dort und durch die lange Magensondenbehandlung hat sich meine Anorexie verfestigt -> dies ist keine Spezialklinik
- Manchmal zu intensiven/engen Kontakt zu Betreuern, manche können Arbeit & Privat nicht trennen
- Wenn man merkt, dass die Therapie nichts mehr bringt, sollte man sich Spezialkliniken oder eine andere Lösung überlegen, anstatt fast ein Jahr sein Kind dort zu lassen



(C) Fotos: Einsenderin



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