Kinder- und Jugendpsychiatrie Karlsruhe
Versorgungsgebiet: Karlsruhe, Landkreis Karlsruhe
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In der KJP Karlsruhe gibt es drei Stationen:
Station 19A: Kinderstation bis 12 Jahre
Station 19B: Jugendstation mit Kriseninterventionseinheit
Station P29A: Psychosomatische Station für Kinder und Jugendliche von 6-17 Jahren
Außerdem gibt es eine Tagesklinik und Spezialsprechstunden für Psychosen und das Tourette Syndrom.
Auf
der Jugendstation werden Jugendliche ab 13 Jahren behandelt mit
sämtlichen Krankheitsbildern des Jugendalters mit der Ausnahme von
Suchterkrankungen. Es gibt 12 reguläre Behandlungsplätze sowie zwei
Kriseninterventionsplätze. Für Krisen gibt es außerdem einen Time-Out
Raum. Die Station wird meist geschlossen geführt aufgrund der
Krisenintervention Patienten. Die Station grenzt an einen großen
Gartenbereich. Es gibt 6 Einzelzimmer, 1 Doppelzimmer, 2 Dreibettzimmer
und 2 Krisenzimmer. (+ Time-Out Raum) Es gibt Gemeinschaftsbäder auf dem
Flur.
Auf der Psychosomatischen Station werden Kinder und
Jugendliche von 6-17 Jahren behandelt, der Schwerpunkt liegt auf
Essstörungen, Somatoformen Störungen und Dissoziativen Störungen. Es
gibt 10 Behandlungsplätze. Es gibt 3 Einzelzimmer, 2 Doppelzimmer und 1
3-Bett Zimmer mit eigenem Bad auf dem Zimmer.
Essenszeiten:
7:40-8:10 Frühstück
10:00-10:15 ZM
12:00-12:30 Mittag
15:00-15:15 ZM
18:00-18:30 Abend
20:00-20:15 ZM
Für alle sind die Hauptmahlzeiten verpflichtend, ZM sind freiwillig außer für die Esspatienten
Essstörungskonzept:
Wenn man eine ES hat, bekommt man einen Essensplan, welcher individuell
gestaltet werden kann. Einmal in der Woche kann man ihn ändern. Bei
einer ausgeprägten Anorexie bekommt man einen Stufenplan und mit jeder
neuen Stufe bekommt man mehr Freiheiten (Ausgang, Essen selber richten,
keine Sitzzeiten). Nach jedem essen gibt es Sitzzeiten (HM 30min, ZM
15min), bei Bulimie zusätzlich Beobachtungszeiten.
Meistens sind die ES-Patienten auf der PSM, in Ausnahmefällen (Beschluss, Suizidalität,...) auch auf der Jugendstation.
Die
Klinik arbeitetet schwerpunktmäßig verhaltenstherapeutisch, es kommen
aber teilweise auch tiefenpsychologische oder systemische Verfahren zum
Einsatz.
Therapien: 1-2x wöchentlich Einzeltherapie, alle 2 Wochen
Familiengespräch, verschiedene Gruppentherapien, Sport- und
Bewegungstherapie, Ergotherapie, Musiktherapie, Gestaltungstherapie,
therapeutisches Holzwerken, Spiegeltraining für essgestörte
Patientinnen, Snoezeln, Kochgruppe, PSM-Gruppe (nur auf PSM)
Außerdem
besuchen alle Kinder und Jugendlichen die Klinikschule. Es wird Mathe,
Deutsch und Englisch unterrichtet und alle Schulformen.
Auf der Jugend- und Psychosomatikstation gibt es jeden Morgen Frühsport.
Bettruhe für Jugendliche ist um 21.30 Uhr.
Mittwoch, Samstag und Sonntag ist Besuchszeit.
Je nach Zustand können Tages- und Wochenendbeurlaubungen erfolgen.
Die Ausgangsregelungen werden individuell festgelegt und gliedern sich in 5 Stufen:
- Kein Ausgang
- Ausgang A: Haus + Garten
- Ausgang B: Klinikgelände (max. 2x 15 Min. am Tag möglich)
- Ausgang C: Nahbereich (max. 2x 30 Min. am Tag möglich)
- Ausgang D: Stadtausgang ab 14 Jahren (2x pro Woche)
Handys dürfen ab 13 Jahren in den Handyzeiten benutzt werden.
(Jugendstation: Mo-Fr: 13.45 - 15.00 Uhr und 19.45 - 20.45 Uhr, Samstag und Sonntag: 08.30 - 10.00 Uhr und 13.00 - 19.00 Uhr)
(Psychosomatik:
Mo: 13.00 - 14.00 Uhr
Di, Do und Fr: 14.00 - 15.00 Uhr, 19.00 - 20.30 Uhr
Mi: 13.00 - 19.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 08.30 - 10.00 Uhr, 13.00 - 19.00 Uhr)
Einsenderin
1 schreibt: Die Klinik ist relativ zentral gelegen und man ist schnell
in der Stadt. Bei Essstörungen (insbesondere Anorexie) i.d.R. nur
Auffüttern, bei anderen Störungen auch eher ein "Zuflicken" statt
"Aufarbeiten". Die Therapeut*innen waren damals nicht so wirklich
hilfreich. Es gibt einen häufigen Wechsel des Ärzte- und
Therapeutenpersonals und einige aus der Pflege sind nicht wirklich
kompetent. Ich habe mich oft alleine und missverstanden gefühlt und mehr
aufbewahrt. Allerdings hat sich seitdem auch viel getan dort. Insgesamt
würde ich aber eher sagen, dass die Klinik nur für wirklich leichte
Verläufe von Erkrankungen gedacht ist, da sie schnell an ihren Grenzen
sind, wenn es schwerere Verläufe sind. Da es wirklich lange her ist,
dass ich dort war, möchte ich keine klare Empfehlung oder ein Abraten
abgeben.
Einsenderin 2 schreibt:
Pro:
- PSM: super PEDs und Psychologen, relativ offenes Konzept, eigenes Bad, Mitpatienten
- Jugendstation: PEDs, geschützter Rahmen, schöne Zimmer
- Kinderstation: PEDs, schöne Zimmer, Tischkicker;), Psychologen
Contra:
-
PSM: Gefühl von „Man wird nur vollgestopft, alles andere ist egal“,
Ausgang, schnelle Verlegung in die Krise, wenig hilfreiche Tipps
- Jugendstation: Ausgang, Psychologen (bis auf einen), teilweise die Stimmung,
viel gegenseitiges triggern, Essstörungskonzept
- Kinderstation: ziemlich laut, strenge Regeln, Handyzeiten
Ich
würde die Klinik nur weiterempfehlen, wenn man wirklich bereit ist,
etwas zu ändern. Da dies eine KJP ist, kann man auch mit Beschluss
aufgenommen werden und wird dementsprechend auch behandelt. (Kaum
Ausgang, bei Bedarf Fixierung, Zwangsernährung, 1 zu 1 Betreuung). Die
PEDs sind fast alle sehr nett und Verständnisvoll, allerdings wird
erwartet, dass man mitmacht. Wenn man das nicht will, wird einem auch
nicht wirklich geholfen. Bei mir wurde kaum an meinen Problemen
gearbeitet, es ging nur ums Gewicht...die Einzeltherapie hat mir leider
auch nicht viel gebracht, da ich in 17 Wochen 5 verschiedene Therapeuten
hatte. Allerdings waren die Therapeuten von den Spezialtherapien sehr
gut. Mit ihnen konnte man wirklich über die Probleme reden. (Danke an
Herrn H.🦈 und Frau S.). . Teilweise wird man auch viel mit Medikamenten
zugepumpt. An Skills wird kaum gearbeitet. Auch am Bewegungsdrang
nicht. Trotzdem würde ich sagen, dass der Aufenthalt dort mich
weiter gebracht und wachgerüttelt hat. (Habe mich dann selbst entlassen,
um in eine Spezialklinik zu gehen) Für manche Menschen ist die KJP
wirklich geeignet, denn dann wird einem bewusst gemacht, wie viel
scheiße man baut und man wird selbst bereit, was zu ändern. Allerdings
wird einem dabei nicht geholfen, da würde ich eine Spezialklinik
empfehlen.
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