Uniklinikum Dresden - Psychsomatik

(C) Schulz + Uhlemann Architekten
In der Uniklinik Dresden gibt es in der Abteilung für Psychosomatik (Haus 18) zwei Stationen:
Station PSO-S1: Schwerpunkt Krisenintervention sowie Traumafolgestörungen
Station PSO-S2: Allgemeine Psychosomatik (u.a Essstörungen)
Zur Station PSO-S1:
Auf
der Station PSO-S1 werden schwerpunktmäßig Traumafolgestörungen (PTBS,
komplexe PTBS, Dissoziative Störungen, traumaassoziierte Angst- oder
Persönlichkeitsstörungen), außerdem gibt es die Möglichkeit zu einer
allgemeinen psychosomatischen Krisenintervention.
Die Patienten
werden bei Aufnahme in 2 Gruppen eingeteilt, mit diesen zusammen hat man
die Gruppentherapien. Es ist Platz für ca. 17 Patienten, es gibt ein
Einzelzimmer, zwei Dreibettzimmer, ansonsten Doppelzimmer. Alle Zimmer
haben eigene Bäder. Die Zimmer sind recht groß, geräumig und hell. Das
gesamte Haus ist barrierefrei und somit auch für Rollstuhlfahrer
geeignet.
Ein Kriseninterventionsaufenthalt dauert genau 4
Wochen, ein regulärer Traumatherapieaufenthalt dauert 8-10 Wochen, man
kann um 2-3 Wochen verlängern.
Der Tag beginnt um 07:00Uhr mit
Frühsport, dann gibt es Frühstück im dafür vorgesehenen Essenssaal. Hier
essen Station PSO-S1 und Station PSO-S2 zusammen. Nach dem Frühstück
beginnen die ersten Therapien. Gegen 11:30Uhr gibt es Mittagessen,
danach stehen wieder Therapien an bis maximal 16:00Uhr. Gegen 17:30Uhr
gibt es dann das Abendessen. Zum Frühstück und Abendessen gibt es
Buffet. Für das Mittagessen kann man zwischen 4 Gerichten wählen:
Vollkost, leichte Vollkost, vegetarisch und Kindermenü. Bei Allergien
wird ein individuelles Menü zusammengestellt.
Die Pflege ist 24h
vor Ort und immer ansprechbar. Zu den Therapieangeboten gehört auch die
wöchentliche Pflegevisite. Hierbei hat man pro Woche ein ca 30min
Gespräch mit einer Person vom Pflegepersonal.
Nach Bedarf und
Krankheitsbild können Vereinbarungen wie Gewichtsvertrag,
Anti-Selbstverletzungsvertrag, Anti-Suizidvertrag usw. geschlossen
werden.
Alle angeordneten Therapien sowie die Mahlzeiten sind
Pflichtveranstaltungen, außer man hat es anders abgesprochen. Bei
mehrfachem Verstoß kann eine Entlassung folgen.
Es werden psychodynamische,kognitiv-verhaltenstherapeu-tische und systemische
Therapieansätze in Einzel- und Gruppenverfahren miteinander kombiniert.
Für jeden Patienten wird aus unterschiedlichen Therapeutischen Elementen
je nach Krankheitsbild ein individueller Therapieplan zusammen
gestellt.
Therapien: 2x wöchentlich Gruppentherapien (90 Min.),
2x Einzeltherapie (je 60 Min.), Kunsttherapie (auch als Einzel möglich),
Körpertherapie (auch als Einzel möglich), Walking, Skiltraining,
Genussgruppe, Psychoedukation, Imaginationsgruppe, Plenum, Pflegevisite,
ärztliche Visite.
Es wird mit verschiedenen Traumatherapeutischen Verfahren gearbeitet u.a EMDR oder IRRT. (je nach Krankheitsbild und Patient)
An
den Wochenenden ist therapiefreie Zeit. Bis auf Samstag Vormittag, da
gibt es für eingeteilte Pat. die Genussgruppe. Ab dem 4. Wochenende in
der Klinik darf man jedes 2.Wochenende zur Belastungserprobung nach
Hause (bedeutet mit Übernachtung). Ansonsten kann man noch für Samstag
und/oder Sonntag Tagesurlaub beantragen.
All diese Dinge werden Freitags im Plenum besprochen. Hierbei sind alle Patienten, die Pflege und Therapeuten und Ärzte dabei.
Während
der Therapien (also von 07:00Uhr bis 16:00Uhr) gibt es ein Handyverbot.
Außerhalb dessen darf man seine Geräte (Handy, Tablet, Laptop,...)
uneingeschränkt nutzen.
An dem Haus befindet sich ein kleiner
Park. Das gesamte Uniklinik-Gelände ist sehr groß mit vielen schön
angelegten Grünflächen. Auch gibt es direkt in Hausnähe einen Kiosk. Das
Gelände darf von Mo-Fr ab 16:00Uhr verlassen werden, am Wochenende den
gesamten Tag.
Zur Elbe sind es ca 10min Fußweg. Auch die Altstadt
oder andere Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß oder mit öffentlichen
Verkehrsmitteln schnell erreichbar.
Zur Station PSO-S2:
Auf der Station PSO-S2 werden
allgemein psychosomatische Erkrankungen behandelt z.B Essstörungen,
Angst- und Zwangserkrankungen, Depressionen, Somatoforme Störungen oder
Persönlichkeitsstörungen Das Konzept ist wie das auf der PSO-S1, es gibt 2
Gruppen, wo man in eine eingeteilt wird, die Therapieangebote sind sich
sehr ähnlich und unterscheiden sich nur an geringen Stellen (zum
Beispiel gibt es hier Musiktherapie). Der Tagesablauf ist ebenfalls der
selbe. Auch die Zimmeraufteilung und die Patientenanzahl sind auf beiden
Stationen identisch. Die Gruppentherapie ist hier tiefenpsychologisch
ausgerichtet.
Für essgestörte Patienten wird am Anfang des
Aufenthalts ein Ess- und Gewichtsvertrag ausgehandelt, welcher meist
recht streng ist. Man muss ab einem bestimmten BMI pro Woche ein
bestimmtes Gewicht zulegen und vorgegebene Mahlzeiten essen. Man muss
ein Esstagebuch führen. Es findet eine dauerhafte Essbegleitung durch
das Pflegepersonal statt. Erst ab Phase 3 darf man ohne Begleitung an
den normalen Tischen essen. Es wird jede Woche Dienstag und Freitag
gewogen. Wer mehrmals die vorgegebene Zunahme nicht erreicht, wird
entlassen.
Die Einsenderin schreibt:
Ich kann die
Uniklinik Dresden (Haus 18) und vor allem die PSO-S1 (Traumastation)
sehr empfehlen. Voraussetzung ist allerdings, dass man an sich und den
Krankheiten wirklich arbeiten will. Wer dazu nicht bereit ist, sollte
nicht dort hin gehen, da hier sehr viel auf Eigenverantwortung gesetzt
wird. ch war damals zur Behandlung meiner PTBS dort, nebenher wurde aber
auch an meiner Essstörung und meiner Borderline-Störung gearbeitet. Ich
habe das Konzept des EMDR kennengelernt, welches sehr hilfreich war.
Meine Bezugstherapeutin war sehr einfühlsam, aufgeschlossen und geduldig
mit mir, obwohl ich nur sehr langsam Fortschritte gemacht habe. Ich
habe mich stets wohl und unterstützt gefühlt, vom gesamten Team der
Station, egal ob Therapeuten, Ärzte oder Pflege.
Jedes meiner Probleme wurde ernst genommen und die
Behandlung und Therapien auf mich abgestimmt, so hatte ich zum Beispiel
die Körpertherapie zusätzlich als Einzeltherapie. Im Nachhinein kann ich
sagen, dass mir persönlich die beiden Aufenthalte auf der PSO-S1 gut
geholfen haben. Und wenn es um die Behandlung meiner Traumata geht,
würde ich jederzeit wieder hingehen.
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| (C) Einsenderin |

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