Rheinhessen Fachklinik Mainz
- Kinder- und Jugendpsychiatrie
Versorgungsgebiet: Stadt Mainz
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| (C) Einsenderin |
In der KJP Mainz gibt es 3 Stationen:
Kinderstation (bis 12 Jahren)
Station 1b (offen geführte Station für Jugendliche)
Station 1a (geschlossen geführte Station für Jugendliche)
Die Einsenderin wurde auf der 1a und 1b behandelt aufgrund einer Essstörung.
Behandelt
werden alle Krankheitsbilder des Kindes und Jugendalters, ein
besonderer Schwerpunkt der Klinik liegt auf Essstörungen.
Auf
Station 1b gibt es zwei 3-Bett Zimmer und zwei Doppelzimmer mit Bädern
auf dem Flur. Auf der 1a gibt es drei Kamerazimmer und eins ohne
Kameras. Es gibt einen Gruppenraum.
Bei Anorexie wird mit einem 5
Phasen gearbeitet, die Phasen sind ans Gewicht gekoppelt. Du bekommst
nach und nach mehr Freiheiten, bist in den ersten beiden Phasen jedoch
sehr eingeschränkt. Es gibt Sitz -und Liegezeiten (je nach Schweregrad)
nach den Mahlzeiten. Außerdem ist einem anfangs nur Besuch auf Station
gestattet. Ab Therapiephase 2 darf man über Zwischenmahlzeiten und in
manchen Fällen auch über eine Hauptmahlzeit die Station verlassen bzw
nachhause. Ab der Stabilisierungsphase darf man auch von Samstag -
Sonntag zuhause schlafen. Auf der Geschlossenen Station wird bei
Anorexie auch mit Sonden und Rollstuhl gearbeitet.
Auf der geschlossenen wird mit Setting Phasen gearbeitet:
Setting
1: permanente Sichtkontrolle (Dusch/Toilettenbegleitung, durchgehend
bei den Betreuern sitzen oder im Zimmer sein mit Kameraüberwachung,
manchmal bekommt man auch ein Flurbett vor dem Pflegestützpunkt).
Gruppenraum nur wenn ein Betreuer anwesend ist.)
Setting 2: alle 15min beim Pflegepersonal melden (in manchen Fällen noch Dusch/Toilettenbegleitung)
Setting 3: alle 30min melden
Setting 4: alle 60min melden
Manchmal
ist ein Setting auch auf der offenen möglich. Jedoch ohne Permanente
Sichtkontrolle, weil es dort nicht geleistet werden kann, denn die
Zimmer sind nicht mit Kameras ausgestattet. Auf der offenen findet man
lediglich das Meldesetting.
Geweckt wird man auf Station 1b um
6:45 Uhr (auf der 1a immer unterschiedlich, aber meistens gegen 7:30
Uhr). Dann wird sich fertig gemacht, gewogen, Vitalzeichen gemessen und dann gibt es eine Morgenaktivität (z.b spazieren
gehen, etwas spielen, oder wenn lustige Betreuer im Dienst sind, wird
auch mal eine Klopapierrolle ausgemessen) um 08:00 findet dann im
Anschluss das Frühstück statt. Die Esspatienten haben 30min Zeit für die
Hauptmahlzeiten. Was nicht geschafft wird, wird nachgetrunken mit
Fortimel. Dann finden Therapien und Kliniksschule statt. Montags findet
mittags die sog. JuKo statt (Jugendkonferenz), dort wird der Verlauf der
Woche bestimmt (z.B die Gruppenaktivität am Freitag, oder der Tv Tag in
der Woche), im Anschluss findet der Stationsputz statt. Abendessen gibt
es um 18 Uhr. Die Zwischenmahlzeiten finden jeweils um 10 Uhr, um 15
Uhr und um 20:30 statt.
Um 21:30 sollte man fertig im Bett liegen. Ab 22 Uhr das Licht aus sein.
Die Klinik arbeitet verhaltenstherapeutisch.
Therapien:
Einzeltherapie, Gruppengesprächstherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie,
Sporttherapie, Ergotherapie, Psychoedukation, Körperbildgruppe,
Ernährungstherapie, Kochgruppe, SKT, Reittherapie, Skillsgruppe.
Morgens
besuchen die Kinder und Jugendlichen i.d.R die Klinikschule. Im Verlauf
ist es möglich, auch stundenweise in seine Aussenschule zu gehen.
Je nach Krankheitsverlauf kann man am Wochenende Zuhause schlafen.
Die
Handyregelung ist auf beiden Stationen streng. Auf der offenen Station
darf man (je nach Betreuer) abends ca 20-30min eine Handyzeit machen.
Ansonsten wird das Handy nur mit in den Ausgang gegeben (wenn man
Ausgang hat). Auf der geschlossenen hat man sein Handy gar nicht, nur im
Ausgang (den die wenigstens haben) oder eben in Beurlaubungen
(ebenfalls selten). Ansonsten gibt es auf beiden Stationen eine
Telefonzeit, dort kann man täglich von 19-20 Uhr angerufen werden. Auf
der geschlossen geht die Telefonzeit sogar von 19-21:15 Uhr.
Die Einsenderin schreibt:
Das Pflegepersonal ist
größtenteils super, sehr lieb, kompetent und fürsorglich. Bei den
Ärzten/Psychologen, ist es Personenabhängig. Ich hatte keine besonders
gute Therapeutin. Ein weiterer Nachteil ist, dass häufig Bulimie/Binge
Eating Erkrankte nicht ernst genommen werde, weil kein Untergewicht
besteht. Meiner Meinung nach sehr toxisch für diese Patienten.
Ein
weiterer Nachteil ist, das ein paar (aber wirklich nicht viele)
Therapeuten einem oft Vorwürfe und einen regelrecht fertig machen.
Therapeutenwechsel sind nicht gestattet. zur Station 1a:Das
Pflegepersonal ist ebenfalls sehr gut und versteht zum Größtenteil viel
Humor. Da es eben die geschlossen geführte Station ist, wird sie
natürlich durch zwei Schleusentüren verschlossen. Es gibt nur wenig
Therapien auf dieser Station, was ein Nachteil ist. Einmal die Woche
kommt die Kunst Therapeutin auf die Station und macht ca 1,5 h Therapie.
Manchmal kommt auch die Musiktherapeutin zum Singen auf die Station.
Wenn keine Eigen/Fremdgefährdung und keine Settingstufe besteht, darfst
du mit zur regulären Kunst/Musiktherapie. Bei der Kliniksschule ist es
ähnlich geregelt. Wenn du aufgrund oben genannter Einschränkungen nicht
mit zur Schule darfst, kommt nachmittags die Klinikslehrerin auf Station
und macht Einzelunterricht Ausgang zu bekommen ist möglich, aber
eher selten.Es ist jedoch möglich, dass einer der Betreuer mit einem
oder mehreren in den Innenhof geht, oder eine Runde spazieren. ch finde die Klinik an sich gut. Wie jede andere auch,
hat sie Vor-und Nachteile. Aber größtenteils habe ich doch eher positive
Erfahrungen gesammelt. Man findet sehr schnell in die Gruppe rein, es
herrscht meistens eine ruhige Gruppendynamik und keiner wird
ausgeschlossen. Es ist immer ein sehr familiäres Gefühl und jeder ist
für jeden da, was ich persönlich sehr schön finde. Die
Kreativtherapeuten sind meiner Meinung nach die Besten im Haus (vor
allem auf Kunst bezogen, Frau G.). Die Klinikslehrerin ist ebenfalls
sehr sehr lieb und nimmt auf alles sehr viel Rücksicht, macht keine
Druck und bearbeitet mit einem Schritt für Schritt, im individuellen
Tempo, den Unterrichtsstoff. Außerdem ist sie sehr engagiert Gespräche
mit den Aussenschulen zu organisieren und sich ggf um Schulwechsel zu
kümmern.
Man fühlt sich meistens sehr gut aufgehoben, auf beiden Stationen.
Das sind allerdings auch nur meine Erfahrungen, ich denke jeder tritt dem anders gegenüber.

(C) Einsenderin 
(C) Rheinhessen Klinik

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