Mittwoch, 29. September 2021

Klinikum Bamberg - Kinder- und Jugendpsychosomatik - Station Kolibri

 Klinikum Bamberg - Kinder- und Jugendpsychosomatik - Station Kolibri

(C) Elektro Bohn


Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren mit psychosomatischen Erkrankungen wie z.B Somatoforme Störungen, funktionelle Störungen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Angststörungen (z. B. Schulangst), Essstörungen oder chronische Schmerzsymptome.

Die Einsenderin wurde aufgrund Atypischer Anorexie und Depressionen behandelt.

Es gibt Einzel- sowie Doppelzimmer, einen Aufenthalts- und Essraum, eine Küche und ein Bad auf Station, außerdem gibt es ein Ergomether und einen Sportplatz.

Bei Essstörungen bekommt man einen individuellen Ernährungsplan, den die Ernährungsberaterin mit einem jede Woche abspricht. Wenn man nicht aufisst und untergewicht hat, muss man Fresubin trinken. Außerdem hat man im Untergewicht Ruhezeiten nach dem Essen/ den Zwischenmahlzeiten und einen Stufenplan, d.h man erarbeitet sich durch die Zunahme immer mehr Freiheiten.

Bei Selbstverletzungen und selbstschädigendem Verhalten muss man eine Verhaltensanalyse ausfüllen, die man dann mit dem Bezugstherapeuten bespricht.
Wenn man zu instabil ist (Suizidgedanken etc) wird man nach Bayreuth in die KJP verlegt.

Durchschnittlich bleiben die Patienten 5-12 Wochen auf Station. Die Behandlung erfolgt in einem gemischten Team aus Kinder- und Jugendtherapeuten / Psychiatern und Kinder- und Jugendärzten (Pädiater).

Therapien: 1 bis 2 × 50 min Einzeltherapie, Skillsgruppe, SKT, Ergotherapie, Entspannungsgruppe, Psychoedukationsgruppe, Kunsttherapie, Musiktherapie, Zieloffene Gruppe, Aktivierung (meistens ein Spaziergang oder Konzentrationsspiel), Visite & Kinderarztvisite, Ernährungsberatung und Kochgruppen

Außerdem gibt es jeden Tag nach dem Mittagessen eine Stunde Zeit, um zu lernen oder Schulaufgaben zu machen (Selbststudium). Jeden Mittwoch macht man einen Ausflug oä (Gruppenaktivität) und jeden Tag 30 min vor dem Abendessen Gruppenzeit, in der man gemeinsam Spiele spielt oder malt etc.
Es gibt eine Klinikschule, die in der Tagesklinik ist, die jeder besucht und individuelle Aufgaben bearbeitet oder auch eine Art Nachhilfe erhält. Es gibt auch ein Bezugspflegesystem, d.h. man hat einen Bezugspfleger, der
ein mal wöchentlich ein individuelles Gespräch mit dem Patienten führt.

Donnerstags kocht ein Teil der Gruppe immer ihr eigenes Mittagessen und nachmittags bäckt der andere Teil Brot und macht Aufstriche für das Abendessen für alle.
Freitags gibt es nachmittags immer selbstgemachten Kuchen aus der Lehrküche vom Vormittag, wo sich Patienten, die entlassen werden, von allen verabschieden können. Danach findet das Kolibri Forum statt, in dem die vergangene Woche und die kommende Woche besprochen wird. Daraufhin werden die Betten neu bezogen und die Station von den Patienten aufgeräumt. Normalerweise darf man am Wochenende von Samstag Vormittag bis Sonntag abend nach Hause, wie es aktuell geregelt ist, weiß ich leider nicht. Ausnahmen gibt es in Absprache mit den Einzeltherapeuten, man wird dann auf der normalen Kinderstation im Klinikum untergebracht.

Ca 2 Wochen vor der Entlassung macht man Schulversuche, die sich von 2 auf später 4 Stunden in der Schule steigern.

Ausgang hat man immer bis 19 Uhr außerhalb der Therapien, ab einem bestimmten Alter darf man auch das Klinikgelände verlassen. Man muss sich im Ausgangsbuch aus- und eintragen.

Sein Handy darf man bis zur Zimmerzeit abends haben, bis 14 Jahre bis 20:30 Uhr, bis 16 Jahre bis 21:15 Uhr und ab 16 Jahren bis 22:00 Uhr.

Pro: super liebe Pfleger und Erzieher, schöne und moderne Zimmer und Station, es wird vorsichtig mit Medikamenten umgegangen, vielfältiges Therapieangebot, gute medizinische Betreuung

Kontra: Einzeltherapeuten sind teilweise eher inkompetent (mein Therapeut wollte immer irgendwas in meine blauen Haare reininterpretieren, inzwischen arbeitet er dort aber auch nicht mehr), Meine Essstörung wurde kaum behandelt obwohl ich es mir mehrfach gewünscht habe, weil ich kein Untergewicht hatte und keine Bulimie habe.)

Die Einsenderin schreibt:

Mein persönliches Fazit: Für Depressionen und Ähnliches ist die Station sehr gut geeignet, bei Essstörungen ist sie leider nicht weiterzu empfehlen. Insgesamt hat sie mir aber sehr geholfen.


(C) Einsenderin

(C) Einsenderin


 

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