Klinikum Bamberg - Kinder- und Jugendpsychosomatik - Station Kolibri
Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren
mit psychosomatischen Erkrankungen wie z.B Somatoforme Störungen,
funktionelle Störungen, Anpassungsstörungen, Depressionen,
Angststörungen (z. B. Schulangst), Essstörungen oder chronische
Schmerzsymptome.
Die Einsenderin wurde aufgrund Atypischer Anorexie und Depressionen behandelt.
Es
gibt Einzel- sowie Doppelzimmer, einen Aufenthalts- und Essraum, eine
Küche und ein Bad auf Station, außerdem gibt es ein Ergomether und einen
Sportplatz.
Bei Essstörungen bekommt man einen individuellen
Ernährungsplan, den die Ernährungsberaterin mit einem jede Woche
abspricht. Wenn man nicht aufisst und untergewicht hat, muss man
Fresubin trinken. Außerdem hat man im Untergewicht Ruhezeiten nach dem
Essen/ den Zwischenmahlzeiten und einen Stufenplan, d.h man erarbeitet
sich durch die Zunahme immer mehr Freiheiten.
Bei
Selbstverletzungen und selbstschädigendem Verhalten muss man eine
Verhaltensanalyse ausfüllen, die man dann mit dem Bezugstherapeuten
bespricht.
Wenn man zu instabil ist (Suizidgedanken etc) wird man nach Bayreuth in die KJP verlegt.
Durchschnittlich
bleiben die Patienten 5-12 Wochen auf Station. Die Behandlung erfolgt
in einem gemischten Team aus Kinder- und Jugendtherapeuten / Psychiatern
und Kinder- und Jugendärzten (Pädiater).
Therapien: 1 bis 2 × 50
min Einzeltherapie, Skillsgruppe, SKT, Ergotherapie,
Entspannungsgruppe, Psychoedukationsgruppe, Kunsttherapie,
Musiktherapie, Zieloffene Gruppe, Aktivierung (meistens ein Spaziergang
oder Konzentrationsspiel), Visite & Kinderarztvisite,
Ernährungsberatung und Kochgruppen
Außerdem gibt es jeden Tag
nach dem Mittagessen eine Stunde Zeit, um zu lernen oder Schulaufgaben
zu machen (Selbststudium). Jeden Mittwoch macht man einen Ausflug oä
(Gruppenaktivität) und jeden Tag 30 min vor dem Abendessen Gruppenzeit,
in der man gemeinsam Spiele spielt oder malt etc.
Es gibt eine
Klinikschule, die in der Tagesklinik ist, die jeder besucht und
individuelle Aufgaben bearbeitet oder auch eine Art Nachhilfe erhält. Es
gibt auch ein Bezugspflegesystem, d.h. man hat einen Bezugspfleger, der
ein mal wöchentlich ein individuelles Gespräch mit dem Patienten führt.
Donnerstags
kocht ein Teil der Gruppe immer ihr eigenes Mittagessen und nachmittags
bäckt der andere Teil Brot und macht Aufstriche für das Abendessen für
alle.
Freitags gibt es nachmittags immer selbstgemachten Kuchen aus
der Lehrküche vom Vormittag, wo sich Patienten, die entlassen werden,
von allen verabschieden können. Danach findet das Kolibri Forum statt,
in dem die vergangene Woche und die kommende Woche besprochen wird.
Daraufhin werden die Betten neu bezogen und die Station von den
Patienten aufgeräumt. Normalerweise darf man am Wochenende von Samstag
Vormittag bis Sonntag abend nach Hause, wie es aktuell geregelt ist,
weiß ich leider nicht. Ausnahmen gibt es in Absprache mit den
Einzeltherapeuten, man wird dann auf der normalen Kinderstation im
Klinikum untergebracht.
Ca 2 Wochen vor der Entlassung macht man Schulversuche, die sich von 2 auf später 4 Stunden in der Schule steigern.
Ausgang
hat man immer bis 19 Uhr außerhalb der Therapien, ab einem bestimmten
Alter darf man auch das Klinikgelände verlassen. Man muss sich im
Ausgangsbuch aus- und eintragen.
Sein Handy darf man bis zur
Zimmerzeit abends haben, bis 14 Jahre bis 20:30 Uhr, bis 16 Jahre bis
21:15 Uhr und ab 16 Jahren bis 22:00 Uhr.
Pro: super liebe Pfleger und Erzieher, schöne und moderne
Zimmer und Station, es wird vorsichtig mit Medikamenten umgegangen,
vielfältiges Therapieangebot, gute medizinische Betreuung
Kontra:
Einzeltherapeuten sind teilweise eher inkompetent (mein Therapeut
wollte immer irgendwas in meine blauen Haare reininterpretieren,
inzwischen arbeitet er dort aber auch nicht mehr), Meine Essstörung
wurde kaum behandelt obwohl ich es mir mehrfach gewünscht habe, weil ich
kein Untergewicht hatte und keine Bulimie habe.)
Die Einsenderin schreibt:
Mein
persönliches Fazit: Für Depressionen und Ähnliches ist die Station sehr
gut geeignet, bei Essstörungen ist sie leider nicht weiterzu empfehlen.
Insgesamt hat sie mir aber sehr geholfen.(C) Einsenderin
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| (C) Einsenderin |


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