Dienstag, 28. September 2021

 Klinik St. Irmingard in Prien am Chiemsee

(C) Klinik St.Irmingard

 Die Klinik St.Irmingard ist eine psychosomatische Akutklinik mit einem allgemein psychosomatischen Bereich sowie der Psychotraumatologie. Die beiden Bereiche sind räumlich und in Therapien voneinander getrennt. Zusätzlich gibt es einen Reha-Bereich Onkologie und einen Reha-Bereich Kardiologie.

Alle Bereiche teilen sich den Speisesaal, die Außenanlagen, Therapieräume und Foyer, haben ansonsten aber nichts miteinander zu tun. Positiv ist, dass die Psychosomatik-Patient*innen wegen der Reha-Ausrichtung in den Genuss vieler Annehmlichkeiten kommen. Das Essen wird mittags im Speisesaal wie im Restaurant serviert, es gibt Buffet, Freizeitangebote, Veranstaltungen und zB ein Schwimmbad.

Es gibt ausschließlich Einzelzimmer.

In der Psychosomatik werden prinzipiell alle (psychosomatischen) Störungsbilder behandelt, wie z.B Depressionen, Angststörungen, Burnout-Syndrom oder Somatoforme Störungen, ein Schwerpunkt liegt auf älteren Patient*innen und dem Umgang mit chronischen Erkrankungen. Es werden aber keine störungsspezifischen Gruppen angeboten. Die übliche Aufenthaltsdauer liegt bei 6 Wochen. Die Klinik arbeitet mit einem integrativen Ansatz auf tiefenpsychologisch-psychodynamischer Grundlage.

Therapieangebote Psychosomatik: Gruppengesprächstherapie (2/Woche), Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie, KBT, Bewegung und Sport, Psychoedukation, Physiotherapie, Wärmebehandlung, Morgenbewegung, Einzelgespräche, Yoga, Qi Gong, Sozialberatung, Selbstsicherheitstraining

Für Patienten mit einer somatoformen Störung bietet die Klinik diverse Diagnostikmöglichkeiten an wie z.B EKG, Belastungs-EKG, Lungenfunktion, verschiedene Ultraschalluntersuchungen einschließlich farbkodierter Echo-Kardiographie, Magenspiegelung (Gastroskopie), Darmspiegelung (Coloskopie), etc.

In der Psychotraumatologie werden ausschließlich diagnostizierte Traumafolgestörungen (auch komplexe Traumafolgestörungen) behandelt inkl. Dissoziativen Störungen, es gibt keine reine Frauengruppen, auch wenn oft nur Frauen dort sind. Aufgenommen werden können nur Patienten die max. 150 km von der Klinik entfernt wohnen. Wenn zusätzlich eine Essstörung besteht
muss der BMI bei mindestens 17 liegen. Es gibt 18 Behandlungsplätze. Es gibt einen vierwöchigen Aufhenthalt zur diagnostischen Abklärung und Erprobung des Settings sowie einen 12wöchigen Aufenthalt zur Konfrontation. Dort wird u.a mit EMDR gearbeitet. Im bereich der Traumatherapie gibt es keine Gesprächs-Gruppentherapie.
Das Konzept basiert auf einer ressourcenorientierten Traumatherapie und wird ergänzt durch Inhalte aus der DBT (u.a Skillstraining) und der Ego-State Arbeit. Vor Aufnahme ist ein Vorgespräch erforderlich. Laut Homepage beträgt die Wartezeit momentan von Anmeldung bis zu Aufnahme ca. 1-2 Jahre.

Therapieangebote Psychotraumatologie: Einzeltherapie (2-3x wöchentlich), Körpertherapie, Kunsttherapie, traumasensibles Yoga, emotionale Kompetenz, Traumainfogruppe, Imaginationsgruppe, Musiktherapie, Physio, Bewegung, Skillstraining, Sport- und Bewegungstherapie

Pro: Lage, Natur, Bewegungs- und Kreativtherapien, Einzelzimmer, Essen, kompetente Therapeut*innen

Contra: lange Wartezeiten im Bereich Trauma, Platzmangel, durch fehlende Aufenthaltsräume wenig Gruppengefühl, Enge im Speisesaal, keine Stabilisierung im Bereich Trauma (mehr) möglich, sehr heterogene Gruppen in der Allgemeinpsychosomatik.

Die Einsenderin schreibt:

Ich wurde auf beiden Stationen (2015/2018) behandelt und würde die Traumatologie zur Konfrontation weiter empfehlen, die Allgemeinpsychosomatik eher für Personen, die aufgrund einer physischen Erkrankung psychisch belastet sind oder bei mittelschweren Depressionen. Hauptdiagnosen Essstörung oder Borderline werden meines Wissens nach nicht behandelt.


(C) Klinik St.Irmingard

(C) Klinik St.Irmingard

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen